Nach Hpa An

Von Mawlamyine nach Hpa An ist es nicht weit und auch nicht teuer – für die etwa anderthalbstündige Fahrt entschieden wir uns wieder für ein Taxi bzw. ein Privatauto.

Die Alternative – abgesehen von Bus, Minibus oder shared Taxi – wäre das Boot gewesen. Vor zwei Jahren sind wir in umgekehrter Richtung auf dem Thanlwin River in ca. 4 Stunden mit dem Boot von Hpa An nach Mawlamyine gefahren.

Allerdings hatte das Boot extreme Verspätung und die Anlegestelle in Hpa An hatten wir in sehr unguter Erinnerung – deshalb wurde es dieses Mal eine Fahrt über Land.

Weil die Strecke so kurz war, brachen wir erst gegen 11 Uhr auf. Die Straße ist (mittlerweile) gut bis sehr gut, die Landschaft malerisch und wir kamen flott voran. Schon bald tauchten die ersten Karstberge auf, die diese Gegend so einzigartig machen. Als wir zur Rechten den Mount Zwekabin sahen, wussten wir, dass wir bald da sind.

Am Thanlwin River entlang fuhren wir in den Ort hinein und staunten nicht schlecht: Hier waren monumentale Bauarbeiten im Gange! Nicht nur eine piekfeine Uferpromenade wurde gerade gebaut, sondern es standen auch etliche größere Rohbauten, die ganz offensichtlich Hotels werden sollten! Hpa An wird sein GEsicht in den kommenden Jahren ganz enorm verändern, das steht fest!

Dieses Mal wusste der Fahrer genau, wo das Gabbana liegt – am See und am Krankenhaus vorbei ging’s direkt zum Hotel. Dort mussten wir das zwar sehr freundliche, aber leicht überforderte Personal – Englischkenntnisse sind mehr als spärlich – erst mal aus der Mittagsruhe aufschrecken. Mit dem Schlüssel in der Hand marschierten wir zu unserem Zimmer im 5. Stock – und fielen fast in Ohnmacht! Ein wirklich atemberaubender Naphtalin-Gestank kam aus dem Bad, der Mottenkugel-Geruch war dermaßen intensiv, dass uns fast schlecht wurde!

Da sämtliche Zimmertüren weit aufstanden, machten wir uns lgeich auf die Suche nach einer weniger stinkenden Alternative und glaubten nach einiger Zeit auch, eine gefunden zu haben. Also runter an die Rezeption, Sachlage erörtert – wir konnten problemlos in das andere Zimmer ziehen. Die Zimmer im Gabbana sind zwar recht geräumig, sauber und auch recht geschmackvoll, aber sehr ungeschickt eingerichtet. Statt Schrank oder Regal gibt’s nur ein paar Haken an der Schiebetür zum Bad – und die geht nicht richtig auf, weil sie mit dem Fernseher an der Wand kollidiert…

Und das Bad hatte eindeutig schon bessere Tage gesehen und war reichlich renovierungsbedürftig!

Aber das war uns jetzt erst mal egal – wir wollten heute Hpa An noch auf eigene Faust erkunden und für die nächsten Tage unsere geplanten Ausflüge klar ziehen! Und für solche Dinge gibt es eigetnlich nur eine wirklich gute Anlaufstelle – das Guesthouse der Soe Brothers, in der Nähe des Uhrturmes! Schon beim letzten Besuch waren wir angetan vom guten und günstigen Wäscheservice (brauchten wir heute nicht, die Wäschereikosten im Cinderella waren so günstig, dass wir mit sauberen Klamotten hier sind), dem umfassenden Ausflugsangebot – und Motorroller vermieten sie ebenfalls!

Für morgen vereinbarten wir, mit dem Tuktuk zur Saddan Höhle zu fahren, dann zur Yae Ta Khun Pagode, wo es einen schönen Badeteich geben sollte, und schließlich am Spätnachmittag zur Kyauk Ka Lat Pagode. Hätten wir diese Tour zusammen mit einigen anderen gemacht, hätte es 10.000 Kyat gekostet, unser Privat-Tuktuk schlug mit dem doppelten Preis zu Buche. Aber wir wollten in unserem eigenen Tempo herum fahren und uns nicht nach anderen richten müssen.

Auch für den folgenden Tag vereinbarten wir gleich eine Tour zur deutlich weiter entfernten Bayin Nyi Pagode. Mehr wollten wir nicht in unsere beiden Tage packen – obwohl wir beim letzten Besuch noch einige andere absolut sehenswerte Orte, Pagoden und Höhlen besucht hatten! Aber man muss ja nicht alles wiederholen …

Für heute sollte jetzt noch ein Roller her – auch das gab’s gut und günstig vor der Tür des Guesthouses. Mit zwei Sturzhelmen bewaffnet zogen wir los – erst mal in Richtung See. Der malerische Kanthar Yar Lake liegt quasi um die Ecke vom Hotel.

Man kann fast ganz um den See herum fahren – im warmen und sehr klaren Licht des späten Nachmittags hatte man tolle Blicke rüber zum Mount Zwekabin. Früher konnte man dort oben sogar übernachten – nachdem sich aber einige westliche Touristen reichlich daneben benommen hatten, ist es heute nicht mehr erlaubt. Besteigen kann man den Berg aber nach wie vor – falls man etwas fitter ist als wir!
Wir beließen es beim Blick von unten – aus diversen Perspektiven, und immer wieder schön!

Am Ende des Sees ist ein Steg, auf der anderen Seite fand ein kleiner Markt statt.

Wieder zurück im Ort staunten wir mal wieder, wie man hierzulande LkWs belädt – und auch, dass es kein Hinderungsgrund für eine Zigarette sen muss, wenn man auf lauter brennbarem Material sitzt!

Während Mönche in der Regel nur am frühen Morgen auf Sammeltour gehen, sind die Nonnen offenbar ganztägig unterwegs – wir sehen sie hier im Süden jedenfalls zu fast allen Tageszeiten. Auffallend ist, wie extrem jung manche von ihnen sind.

Mitten im Ort gibt es eine bemerkenswerte Pagode – die Ye Kyaung Pagode – die völlig anders aussieht als alle sonstigen Pagoden in Myanmar. Der goldene Stupa in der Mitte, der in einem kleinen See steht, erinnert eher an einen Hindu Tempel.

Daneben eine Art chinesischer Pavillion.

Und im Inneren unzählige Buddhas. Allerdings wirkt alles ein bisschen unfertig, nach Baustelle …

Ein Blick auf den Sonnenstand – es wird langsam Zeit, runter zum Fluss zu gehen. Die Shwe Yin Myaw Pagode am Thanlwin River ist die perfekte Location für den Sonnenuntergang! Und weil direkt neben der Pagode auch eine Anlegestelle ist, bietet die Ecke auch jede Menge Gelegenheiten, zu sehen und zu bewundern, mit welcher unglaublichen Geschicklichkeit hier winzige wackelnde Boote be- und entladen werden!

Oben landet das Gemüse dann in einem schon hoffnungslos überfüllten Tuktuk.

Aber ein bisschen was geht immer noch rein …

An der Pagodenmauer sitzen Frauen im Schatten und sortieren Erdnüssen, die in großen Säcken vom Boot hoch getragen wurden.

Ein prüfender Blick nach oben – die Shwe Yin Myaw Pagode liegt mittlerweile im tiefen Schatten. Wenn wir noch ein bisschen Vor-Sonnenuntergangs-Stimmung erwischen wollen, müssen wir langsam nach oben gehen.

Wir gehen rauf zur Straße, ziehen unsere Schuhe aus und betreten die Pagode. Von oben hat man einen tollen Blick auf den kleinen goldenen Stupa direkt am Fluss.

Es ist schon reichlich Betrieb auf den Terrassen – und es gibt auch einiges zu sehen. Vorne Fabelwesen, im Hintergrund der eindrucksvolle Karstberg Hpan Pu mit seinem drolligen Gipfel.

Und direkt unter uns legt ein Boot mit Tomaten an – direkt daneben bugsiert eine (wie wir am folgenden Tag mitbekommen) deutsche Familie Kleinkind, Baby und Buggy auf eines der wackeligen Boote.

Einfach hier stehen und dem Treiben auf dem Fluss entschleunigt total . . .


Die Stimmung ist einfach unglaublich – der Fluss, die Berge, die Ruhe …


Hpa An hat schon was – und ein kaltes Myanmar Bier gefolgt von einem wirklich guten Essen im Gabbana macht den Tag perfekt!

Die heutige Strecke:

 

Ein Kommentar zu “Nach Hpa An

  1. Wunderschöne Fotos mal wieder, sie rufen schöne Erinnerungen wach.

    Die Ye Kyaung Pagode hatte ich durch einen Zufall entdeckt, ich fand sie absolut faszinierend. Und es war außer mir niemand drin.
    Die rege Bautätigkeit, die du beschreibst, läßt befürchten, daß demnächst mit einem Touristenansturm gerechnet werden muß. Waren denn schon mehr Touristen da als bei eurem letzten Aufenthalt?

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