Markttag in Thandwe

Vom Strand zur Stadt sind es rund 16 km. Konkret – vom Ngapali Beach kurz nach dem kleinen Fischerdorf Gyeiktaw bis Thandwe. Bis zum Markt in der Stadtmitte kommen noch ein paar Kilometer hinzu.

Unser Roller-Vermieter beteuerte, dass der Elektro-Scooter die ca. 35 km hin und zurück locker durchhalten würde!

Da wir schlimmstenfalls nicht allzuweit entfernt von unserer Bleibe stranden würden, glaubten wir ihm einfach mal und starteten am Vormittag Richtung Thandwe. Schon toll, praktisch lautlos dahin zu gleiten!

Es ging zuerst die Straße mehr der weniger parallel zum Strand entlang, durch etliche kleine Dörfer und vorbei an mittlerweile unzähligen Hotels und Resorts. Da ist in den letzten 8 Jahren eine Menge gebaut worden – allerdings sahen wir fast nirgendwo westliche Touristen. Möglicherweise lagen sie alle am Strand – aber selbst da haben wir in den letzten Tagen bei Strandspaziergängen mehr leere Liegen als Touristen gesehen.

Stattdessen wurde es auf der Straße voll – wir gerieten in eine kleine Demo, die zwar argwöhnisch von diversen Polizisten beobachtet und gefilmt wurde, aber trotz markigem Gebrüll der Demonstranten schritt niemand ein. Wofür oder wogegen hier demonstriert wurde, blieb uns allerdings verborgen. Wir wollten auch niemand von vorne fotografieren – deshalb kann man die Plakate nicht erkennen.

Danach wurde es aber wieder absolut ruhig und ländlich. Kleine Dörfchen, idyllische Landschaft – und das alles quasi lautlos erleben (weil Elektro-Scooter!!), das hat schon was. Viel schneller als 40 km/h sollten wir – zwecks Stromsparen – allerdings nicht fahren, das machte die Sache aber gleich noch ein bisschen entspannter.

Lebhaft wurde es dann allerdings wieder, als wir nach Thandwe kamen. Die kleine Stadt hat sich mächtig ausgedehnt, wir mussten uns erst mal orientieren, bis wir die richtige Straße zum markt fanden. Der ist nicht mehr da, wo er früher war – die alten Markthallen sind abgebrannt und eine neue, sehr sterile Konstruktion wurde etwas entfernt gebaut. Außen herum hat sich allerdings nicht viel verändert.

Noch immer sind die Straßen voll, der Verkehr chaotisch (obwohl ein Einbahnstraßen-System etwas Ordnung rein zu bringen versucht – nur halten sich weder Fahrrad- noch Mopedfahrer daran!).

Noch immer werden sperrige Lasten auf Fahrrädern transportiert …

Der Markt ist eine völlig touristenfreie Angelegenheit, wir werden ein bisschen bestaunt und genießen das entspannte Flair.

Die Frauen auf dem Markt (und auch die Strandverkäuferinnen) haben wunderschöne bunte, aus Plastikstreifen geflochtene Taschen, die unglaublich stabil sind. So eine will/muss ich auch haben – der ganze Markt wird deshalb danach abgesucht!  Schließlich werde ich fündig – ein ganzer Taschenstand führt mich in Versuchung! Eine schöner, bunter als die andere., Und lauter verschiedene Größen ….

Schließlich entscheide ich mich für ein Exemplar, das – wie sich später herausstellt – problemlos mehr 8 Flaschen Wein verstauen und tragen kann!

Dieter teilt meine Begeisterung nur sehr begrenzt und fragt sich, wie wir das Ding im Gepäck unterbringen sollen/werden. Aber das krieg ich schon hin!!!

Wir machen uns langsam auf den Heimweg, vorbei an schönen alten Häusern und einem Töpferladen, der mich nochmal ganz kurz in Versuchung führt! Aber selbst ich sehe ein, dass wir weder eine der interessanten Gießkannen noch einen Tontopf mitnehmen können.

(Nur) Mit meiner neuen Tasche auf dem Schoß rollern wir dann wieder gemächlich heimwärts. Dieter hat alles auf Video festgehalten – einfach den weißen Pfeil mitten im Bild anklicken und schon seid ihr mitten im Geschehen!

Es ist unser letzter Tag in Myanmar – da soll es noch was besonderes sein! Aber zunächst gibt es was ganz anderes besonderes – ein Plakat am Straßenrand, das mit drastischen Fotos zur Müllvermeidung bzw. richtiger Müllentsorgung aufruft! Die Trash Heroes , eine Schweizer Umweltorganisation, sind offenbar auch hier aktiv –   echt gut!!!!

Zum Glück ist der Strand hier weitgehend sauber! Wir fahren bis zu unserer Unterkunft und noch ein keines Stück weiter bis zum Pleasant View Resort. Dort stellen wir unseren Roller ab, gehen durch die Anlage und weiter über den Strand (es ist Ebbe) zu einem winzigen vorgelagerten Inselchen, dem Pleasant Island, auf dem es außer einem kleines Restaurant nichts weiter gibt.

Aber – das Restaurant ist einfach wunderschön! Von praktisch allen Seiten vom Meer umgeben, trotzdem gibt es hier schattige Bäume und natürlich tolle Aussichten!

Wir sind hingerissen – einfach wunderschön ist es hier und das, was wir so auf den Tellern der Gäste sehen, sieht auch sehr lecker aus. Also buchen wir einen Tisch für den Abend und kommen ein paar Stunden später wieder. Genießen nicht nur einen Sonnenuntergang zum Träumen, sondern auch ein unglaublich gutes Essen!

Allerdings war inzwischen die Flut am Auflaufen, der Weg zum Inselchen also nicht mehr ganz so einfach, nasse Füße inklusive (siehe ab 12:08 im obigen Video!!!). Und der Rückweg war noch ein Stück abenteuerlicher, denn da war es stockdunkel ….

Wir bedauern sehr, dass wir am nächsten Tag dieses kleine Paradies verlassen müssen! Ein letztes Mal schlendern wir nächsten Morgen über den Strand zum Frühstück ins Sandoway Resort.

Unser Flieger nach Yangon geht gegen Mittag, wir sind etwas nervös, weil unser Visum schon seit einigen Tagen abgelaufen ist! Aber kein Mensch in Thandwe interessiert sich dafür, das ist offenbar ausschließlich Sache der Behörden in Yangon. also steigen wir in den kleinen Flieger von Air KBZ, der uns in einer guten Stunde nach Yangon bringt.

Hier müssen wir vom Domestic Terminal zum internationalen wechseln – mit einem kostenlosen Shuttlebus, der in kurzen Abständen verkehrt, mittlerweile kein Problem mehr!

Auch beim Einchecken für den Flug nach Bangkok interessiert sich (noch) keiner für unser längst abgelaufenes Visum. Erst, als wir oben durch die Kontrollen vor der Immigration gehen, werden wir angehalten und zum „Overstay“ Schalter dirigiert. Dort knöpft man uns eine Bearbeitungsgebühr von 3 $ pro Person ab und für jeden überzogenen Tag nochmal 3$ pro Person. Hier werden tatsächlich ausschließlich US$-Noten akzeptiert – keine Ahnung, was passiert wäre, hätten wir die nicht dabei gehabt. So war es eine kurze und schmerzlose Prozedur, die uns pro Person 15US$ gekostet hat.

Ein recht freundlicher Abschied von einem – auch beim 7. Besuch – umwerfenden Land, das wirklich ist wie kein anderes! Wenn’s irgendwie geht, kommen wir bald wieder!

3 Kommentare zu “Markttag in Thandwe

  1. Zuerst ein Danke für die vielen tollen Reiseberichte aus Myanmar. Sehr Interessant und mit Fotos Dokumentiert.
    Da ich das Land Bereisen möchte, möchte ich euch fragen was ein Reiseführer im Tag verdient. Gibt es welche Richtlinien, und wie hoch sollte der Dip sein.
    Die selbe Frage betrifft auch ein Taxifahrer.
    Mit herzlichen Dank Rene

    • Da kann ich dir leider keine konkrete Antwort geben – einen echten Reiseführer hatten wir nie und Taxifahrten kosten je nach Entfernung sehr unterschiedlich. Im Süden des Landes, wo es weniger Touristen gibt, sind die Preise etwas niedriger als nördlicher.

      Wir haben z.B. in Mawlamyine für einen Ganztagesausflug mit Jimmy, der sehr gut Englisch und ein bisschen Deutsch spricht, ca. 45€ bezahlt – damit waren das Auto mit Fahrer und auch Jimmy als Tourguide abgedeckt. Eine Tagestour zu diversen Höhlen um Hpa An kostete ca. 25€, allerdings im Tuktuk, nicht mit dem Auto und der Fahrer fungierte gleichzeitig als Guide, sprach aber nur sehr wenig Englisch.

      Meistens hab ich die Preise ja auch im jeweiligen Beitrag erwähnt.

      • Herzlichen Dank für die Information.
        Nun wünsche ich eine gute Zeit in Südostasien/Australien, und bin gespant auf Tolle Reiseberichte.

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