Ganz weit im Osten – Loikaw

Gestern ging’s zunächst von Hpa An nach Yangon. Auf die Minute pünktlich wurden wir abgeholt (die extreme Pünktlichkeit der Burmesen bei Autofahrten/Ausflügen erstaunt uns immer wieder!)

Unser Fahrer (nebst Sohn  als Begleiter) hatte es eilig -er wollte am selben Tag die fast 300 km lange Strecke wieder zurück fahren, und so  gab es nur einen einzigen kurzen Stopp unterwegs.

Der war allerdings recht interessant  – eine Großfamilie, alle in weiße Hemden/Blusen und rote Longyis gekleidet, zwängte sich gerade in ein Saengthaw.

Einer der Männer bemerkte unser Interesse und erklärte, das heute Mon-Tag ist – der Nationalfeiertag der Mon! Und da macht man einen Ausflug bzw. eine Pilgerfahrt zu einer Pagode. Und zwar mit der gesamten Familie!

Schon nach wenigen Minuten fuhren wir weiter. Wir hatten auf einen weiteren Stopp in Bago gehofft – aber unser Fahrer bog bereits vor Bago ab und nahm den nagelneuen Yangon-Mandalay Highway. Der ist gebührenpflichtig – und absolut leer! Die 4-spurige Schnellstraße ist in perfektem Zustand, es gibt sogar Rastplätze und Tankstellen mit Restaurants – nur kein Verkehr!

Entsprechend flott erreichten wir bereitsnach knapp 5 Stunden Yangon. Dort hatten wir uns für die Nacht im Wyne Hotel einquartiert, in der Nähe des Flughafens, denn am folgenden Tag ging unser Flug nach Loikaw bereits um 8 Uhr. Um diese Zeit von der Innenstadt zum Flughafen zu kommen, ist ein echtes Geduldsspiel, deshalb war die Entscheidung für das Wyne goldrichtig.

Ein ziemlich neues Haus, sehr große und gepflegte Zimmer zu einem sehr günstigen Preis.

Weil in der unmittelbaren Umgebung allerdings nicht viel los war, nahmen wir am späten Nachmittag ein Taxi in die Stadt, zum Kandawgyi See. Ein kleiner Spaziergang am See – dabei kamen wir an der Ruine des abgebrannten Kandawgyi Palace Hotels vorbei, die allerdings hermetisch mit hohen Bauzäunen vor neugierigen Blicken abgeschirmt ist.

Der See mit seinem Walkway auf und über dem Wasser ist eine echte Oase, ganz besonders am frühen Abend. Im Hintergrund thront die Shwedagon Pagode (im Moment leider eingerüstet), und auf und im Wasser gibt es einiges zu sehen.




Noch ein gutes Abendessen im Garden Bistro, dann mit dem Taxi zurück ins Wyne Hotel – das war’s dann für dieses Mal mit Yangon!

Morgens waren wir um 6 Uhr die allerersten beim Frühstück – das erstaunlich üppig war für den günstigen Übernachtungspreis! Der Weg zum Flughafen war kurz, nach 10 Minuten Fahrt waren wir da, checkten ein und um Punkt 8 Uhr hob Mynamar National Air – bis auf den letzten Platz besetzt – ab zum ca. einstündigen Flug nach Loikaw.

Während wir nach der Landung noch im Flugzeug sitzen, wird bereits das Gepäck der Passagiere herangeschafft, die nur eine halbe Stunde später von hier zurück nach Yangon fliegen wollen.


Und während die Passagiere am Heck aussteigen, wird vorne das Gepäck rasch ausgeladen und im Handkarren zum Terminal gebracht.

Auf uns wartet bereits jemand von unserer Unterkunft. Die junge Frau kümmert sich routiniert um unser Gepäck, das einfach über eine kleine Mauer zu dem wartenden Fahrer rüber gereicht wird. Wir müssen noch eine etwas aufwändige Registrierungsprozedur über uns ergehen lassen, wo alle Passangaben akribisch in dicke Bücher eingetragen werden – dann sind wir endich raus aus dem kleinen Flughafen-Gebäude.

Bis zu unserer Unterkunft, der Loikaw Lodge, sind es nur ein paar Minuten. Nicht zuletzt wegen dieser idyllischen Lodge haben wir uns recht spontan für eine Routenänderung hierher entschieden. Und schon der allererste Eindruck ist schlichtweg toll!

Ein wunderbar ästhetisches Gebäude, nachhaltig gebaut, mit viel Holz und hellem Putz. Überall hängen großformatige Fotos von Menschen und Landschaften der Region, denn Jens, einer der Besitzer der Lodge, ist Fotograf. Seine Ehefrau Swe Yi, empfängt uns herzlich und in fließendem Deutsch. Weil wir sehr kurzfristig unsere Route geändert hatten, nachdem ein Besuch des Golden Rock wegen der dortigen Renovierungsarbeiten entfallen war, haben wir für unsere beiden Nächte hier jeweils unterschiedliche Zimmer.

Heute checken wir zunächst ein ein günstigeres Superior Zimmer ein – aber auch das ist traumhaft schön!

Es ist noch seeeehr früh am Tag und ziemlich kühl draußen, wir trödeln deshalb eine Weile im Haus herum, trinken Kaffee und schauen uns um, bevor wir in den Ort gehen. Den Weg könnten wir auf Fahrrädern zurück legen, die die Lodge verleiht – aber wir wollen uns ein Motorrad mieten und deshalb lieber irgendwie anders in die Stadt kommen.

Da trifft sich’s gut, dass jemand vom Personal Besorgungen machen muss und uns zum Markt mitnimmt! Wir wollen zu Victoria (Aye Thiri Zaw), die in ihrem Souvenir- und Traveltour-Shop nicht nur Motorräder verleiht, sondern auch diverse Touren in die Zmgebung anbietet. Victorias Laden, direkt gegenüber vom Mingalar Hotel, ist schnell gefunden und Victoria ist ein echtes Juwel! Bestens gelaunt versorgt sie uns nicht nur mit einem fast nagelneuen Motorroller, guten Helmen und Karten, sondern drückt uns sogar noch Atemmasken gegen den Staub in die Hand.

Und mahnt uns besorgt, vorsichtig zu fahren … Wir fahren nicht weit, denn gleich um die Ecke stehen wir vor bzw. unter der größten Sehenswürdigkeit Loikaws – der Taung Kwe Pagode. Hoch oben auf Kalksteinfelsen thronen unzählige große und kleine Stupas, Miniatur Goldfelsen, Schreine. Schon von unten ist das einfach ein Wahnsinns-Anblick, hinauf gehen wir allerdings vorläufig nicht, dass wollen wir dann am späten Nachmittag tun.
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Staunend umrunden wir den Felsen und landen dann wieder unten an der Straße. Ein paar Meter weiter stoßen wir auf eine Halle mit einem gigantischen liegenden Buddha.
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Er ist komplett in ein rotes, besticktes Gewand gekleidet.

Nicht weit entfernt finden wir ein weiteres Kleinod – das Thiri Mingalarpon Kyaung Kloster. Einst war es der Palast der Kayah Fürsten (Sao Pha), als der letzte Prinz  jedoch 1987 ohne Nachfolger verstarb, wurde das Haus zum Kloster umfunktioniert.
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Ein bisschen ziellos fahren wir weiter durch den kleinen Ort, der noch total untouristisch und ursprünglich ist.

Wir landen am Bahnhof – einem riesigen und sehr gut erhaltenen Art Deco Gebäude, das einen gespenstischen Eindruck erweckt.

Selbst in den besten Zeiten kam hier allenfalls zwei, drei Mal pro Woche ein Zug vorbei – inzwischen wurde (laut Victoria) die Bahnlinie komplett eingestellt.

So viel Tristesse macht durstig – am Fluss gibt es ein paar sehr nette Lokale mit schattigen Terrassen, wo man sich bei einem kühlen Getränk und/oder einer heißen Suppe ausruhen kann.
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Wir fahren noch ein Stück aus dem Ort hinaus, auf allen Hügel stehen hier größere und kleinere Pagoden.
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Eine kleine Pause in der Lodge, ein Kaffee – und ein Gang zuerst um’s Haus, um es mal richtig von außen zu sehen …
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… und dann durch’s Haus, wo überall fantastische Fotos von Jens hängen.
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Als die Sonne tiefer steht, brechen wir wieder auf – fahren an einem kleinen See vorbei …
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… passieren eine goldene Pagode …
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… und kommen schließlich wieder zur Taung Kwe Pagode. Die liegt jetzt in der Abendsonne.
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Wir entrichten unten am Eingang eine kleine Gebühr und machen uns dann an den Aufstieg. Gar nicht so einfach – denn es gibt eine Vielzahl von Treppen und Stegen, die nach oben führen!

Und oben kann man sich förmlich verlieren zwischen Schreinen, Stupas und goldenen Felsen, die dem berühmten Golden Rock von Kyaiktiyo nachempfunden sind.
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Die Aussicht ist jedenfalls phänomenal – nur sollte man schwindelfrei sein, um dort oben überall herumklettern zu können.
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Weil wir das Motorrad um 18 Uhr bei Victoria zurück geben müssen, bleiben wir nicht bis zum Sonnenuntergang – aber es war auch so einfach wunderbar!

Die nettte Victoria brachte uns noch im Auto zur Lodge – dort bildeten ein fantastisches Essen und ein ebenso fantastischer Rotwein einen würdigen Abschluss für einen tollen Tag.

Ein Kommentar zu “Ganz weit im Osten – Loikaw

  1. Wieder mal ein toller Bericht von dir, der Sehnsucht und Reiselust weckt, vielen Dank!
    Es gibt also wunderschöne Orte in Myanmar, die wir noch nicht kennen…

    Loikaw habe ich sogleich für die nächste Reise nach Myanmar vorgemerkt, ebenso wie eure schöne Unterkunft.

    Ach ja – auch die Fotos sind wie immer ganz exzellent!

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