Einmal rum – Isle of Mull

Heute wollten wir wieder runter von der Insel und nach Oban fahren – aber erst am späten Nachmittag!

Also endlich mal mehr Zeit, um Mull zu erkunden. Schon drei Mal waren wir für einen Tagestrip hier, jedes Mal rannte uns die Zeit davon, und wir hatten vor allem von der Westküste noch wenig mitbekommen.

Weil es allerdings morgens noch ziemlich bedeckt und trüb war, nahmen wir uns erst mal Zeit für ein seeeehr ausgiebiges Frühstück

Und für den Abschied von Brockville, von Helen und Gordon, dem gemütlichen Zimmer, dem Teddy  … Ein so tolles B&B muss man lange suchen – und so nette Gastgeber wie Helen und Gordon erst recht!

Es war schon fast 10 Uhr, als wir endlich sämtliche Abschiedszeremonien absolviert hatten, Gordon die deutsche Flagge eingeholt hatte und wir vom Hof rollten.

Mull  ist eine recht große Insel, die viertgrößte Schottlands und die zweitgrößte der Inneren Hebriden. Man braucht also durchaus etwas Zeit für die Erkundung, zumal es neben der Ringstraße auch noch jede Menge Seiten- und Stichsträßchen gibt.

Von Tobermory aus ging es zunächst über eine Hochmoor Ebene zur Westküste. Schmale Sträßchen, kein Verkehr, nur Landschaft.

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Kleine Seen – “Lochs” liegen wie hingesprenkelt verstreut in der Landschaft.

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Ab und zu ein paar Schafe – ansonsten ist hier nichts los. Eine ideale Ecke, um so richtig runter zu kommen, Ruhe zu genießen. Entsprechend langsam fahren wir, halten immer wieder an, steigen aus.

Es riecht würzig nach Gras, süßlich nach Farn – und es zwitschert an allen Ecken und Enden! Eine unglaubliche Menge an Singvögeln gibt es hier.

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Wir kommen wieder ans Meer – von dem man aber nicht viel sieht, weil unzählige kleine Inselchen vorgelagert sind. P1200421P1200420

Eine davon, etwas größer, ist Ulva. Mit einer winzigen Fähre setzt man in ein paar Minuten über. Die Fähre wird gerufen, indem man einen Schieber an der Wand betätigt, so dass ein rotes Quadrat sichtbar wird.

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Dann kommt das Bootchen angetuckert und setzt einen über zum Boathouse.

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Hier wird der Fährpreis kassiert und man kann entweder einkehren oder die Insel zu Fuß erkunden, Straßen gibt es keine. Leider haben wir – mal wieder – dafür keine Zeit und fahren weiter.P1200432

Immer an der Küste entlang – rechts das Meer, links ragt schon bald die felsige Silhouette des Ben More empor.

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Die Straße windet sich jetzt ein ganzes Stück an der Bergflanke entlang und klettert immer höher – mit immer wieder atemberaubenden Ausblicken!P1200440

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Dann senkt sich sich die Straße wieder Richtung Meer und wir fahren erneut einen Meeresarm entlang. P1200445

Wenig später sind wir in Fionnphort – ein paar wenige Häuser, ein Hotel, aber auch eine extrem frequentierter Fährenpier! Hier legt alle 30 Minuten eine Fähre zur Insel Iona ab. Iona ist ein winziges Inselchen mit nur 150 Bewohnern, aber dennoch weltweit berühmt als eine der Wiegen des Christentums.

Im Jahr 563 kam der irische Mönch Columba mit 12 weiteren Mönchen auf die Insel und gründete dort ein Kloster. Obwohl davon heute nichts mehr erhalten ist, gilt Iona bis heute als spiritueller Ort und unzählige Pilger kommen alljährlich für kurze oder längere Aufenthalte hierher.

Unser Aufenthalt heute ist leider denkbar kurz – die 13:10 Uhr Fähre fährt uns direkt vor der Nase davon. Bis zur nächsten vertreiben wir uns die Zeit mit dem Bestaunen des glasklaren Wassers, dem vergeblichen Versuch, einen flinken Otter im Wasser mit der Kamera zu erwischen und dem Betrachten der bunten Boote.P1200449

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Dann kommt die Fähre – und nimmt für die Überfahrt die kurze Route, rechts um die Sandbank.

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Die Überfahrt dauert nur ca. 10 Minuten, dann sehen wir bereits die Abtei und die Kirche.P1200462

An Land sind wir erst mal platt über das glasklare Wasser, das langsam mit der auflaufenden Flut in die Bucht strömt.

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Weil wir später noch mit der Fähre nach Oban müssen und die Single Roads immer gut für Fahr-Verzögerungen sind, haben wir leider nicht viel Zeit auf der Insel. Ein kurzer Besuch in den Ruinen des alten Nonnenklosters …P1200475

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… dann den Weg hinauf zur Abtei. In die Abtei wollen wir nicht, dort waren wir früher schon mal – aber der alte Friedhof ist durchaus reizvoll und man hat einen guten Blick auf die Abtei.

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Und schon wird’s Zeit für den Rückweg. Am Pier ist die Flut inzwischen reingekommen, das Wasser fast noch glasklarer als zuvor!P1200488

Mit der Fähre geht’s zurück nach Mull  – diese Mal nimmt der Kapitän die deutlich längere Route rechts um die Sandbank herum, erst 15 Minuten später sind wir wieder an Land.

Die Fahrt Richtung Craignure, zum kleinen Fährhafen, verläuft am Fuß des Ben More entlang, durch eine malerische Landschaft.P1200493

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Kurz vor Craignure zweigt eine Stichstraße ab zum Castle Duart. Wir fahren ein kleines Stück …

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… ein Blick auf die Uhr sagt aber, dass wir hier mit dem Feuer spielen! In einer guten Stunde geht die Fähre nach Oban, spätestens 25 Minuten vorher müssen wir eingecheckt haben. Auch wenn es heißt “No risk, no fun …” – hier würde es evtl. bedeuten, dass wir ohne Nachtquartier auf der Insel festsitzen würden!

Denn alle Fähren sind derzeit komplett ausgebucht – und alle Zimmer auf Mull ebenso. Also steuern wir Craignure an, checken unser Auto ein und setzen uns dann vor dem kleinen Lokal vis-à-vis in die Sonne mit Kaffee und Kuchen.

Schließlich läuft die Fähre ein, eine von Caledonian MacBrayne, kurz “CalMac” .P1200505 Die Reederei bedient den gesamten Fährverkehr zwischen dem Festland und den westlichen Inseln. Da es quasi öffentliche Verkehrsmittel sind, sind die Preise sehr moderat – die Fähre von Mull nach Oban und umgekehrt kostet pro Person 3,60 Pfund, für’s Auto 17 Pfund.

Ca. 50 minuten dauert die Fahrt nach Oban, die Stadt liegt in der Abendsonne.P1200516

P1200521In Oban angekommen, fahren wir den Berg hoch zum Dunheainish Guesthouse – dort haben wir ein Zimmer mit Traumblick über Stadt und Hafen!P1200527

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Den genießen wir erst mal nur kurz, gehen lieber runter zum Hafen – denn dort gibt’s was zu essen! Fündig werden wir bald gut, günstig und mit Blick auf Wasser und Schiffe im Wetherspoon P1200537

P1200538(Wer sich mit der Kette auskennt – bitte nicht lästern, hier in Oban ist das Essen wirklich nicht schlecht und die Preise sowieso nicht!)

Während der Weg nach unten knapp 5 Minuten gedauert hatte, brauchten wir bergauf deutlich länger!!! Die Belohnung waren der Blick aus dem Erker …

P1200541… und später ein Sonnenuntergang der Extraklasse!P1200547

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Ein Kommentar zu “Einmal rum – Isle of Mull

  1. Ein märchenhafter Sonnenuntergang – aber auch sonst war heute mal wieder alles perfekt.

    Und schon wieder eine tolle Unterkunft, nach dem offenbar einmalig schönen B&B der letzten Tage – das habe ich mir gleich mal vorgemerkt für eine eventuelle Reise auf die Hebriden 🙂

    Wenn ich gewußt hätte, wie malerisch der Zusammenklang von Landschaft und Meer auf diesen schottischen Inseln ist, wie romantisch die alten Bauten, die Ruinen und die Klöster -inklusive der niedlichen bunten Örtchen-, wären wir schon längst mal dorthin gereist…

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