Nordwärts! Eriskay-Uist-Berneray

Die Zeit auf Barra war viel zu kurz – wir wären gerne länger geblieben. Aber Lorna hatte uns sozusagen gerade noch reingequetscht – heute reist nämlich ihre gesamte Familie aus Glasgow an und da braucht sie alle Zimmer.

Der Grund: Am Wochendene findet das Barrathon statt, ein Halbmarathon, einmal rund um die Insel! Da sind alle derzeitigen und ehemaligen Inselbewohner irgendwie beteiligt, als Teilnehmer, Streckenposten, im Versorgungslager und sonstwie.

Und freie Betten gibts ab heute auf der ganzen Insel keine mehr!

Deshalb nehmen wir am Vormittag die Fähre zum nächsten Ziel. Und das bedeutet: Inselhopping der etwas anderen Art!

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Das geht so: Zuerst eine relativ kurze Überfahrt nach Eriskay, von dort geht’s über einen Damm nach South Uist, eine ziemlich langgestreckte Insel. Es folgt – wieder über einen Damm – Benbecula, die Insel mit dem Berg. Dort gibt es außerdem einen Flughafen.

Am nördlichen Ende Ist Benbecula – erneut per Damm – mit North Uist verbunden, das im Westen unglaubliche Sandstrände und im Osten unglaublich viele Löcher aufweist. Die Insel ist derart zerklüftet, es gibt unzählige Seen und Meeresarme, die tief ins Land reichen, dass sie mehr aus Wasser als aus Land zu bestehen scheint.

Ganz im Norden schließ sich noch ist das winzige Inselchen Berneray – ebenfalls über einen Damm – an. Berneray hat die perfekten Traumstrände – so schneeweiß und perfekt, dass sie schon “geklaut” wurden! Auf Berneray wollen wir die nächsten drei Tage verbringen.

Und wie auf dieser Reise offenbar bei jedem größeren Ortswechsel, ist heute Schluss mit Sonne! Dabei war die Welt morgens um 7 noch total in Ordnung und richtig strahlend!
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Bis zur Frühstückszeit hatte sich das allerdings ziemlich geändert.
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Und als wir dann an der Fähre standen, fing es sogar an zu regnen!
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Zwar dauert die Überfahrt nach Eriskay nur ca. 40 Minuten, es gib aber keine Kabine oder einen sonstigen trockenen Raum, wo man sich aufhalten kann.
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Die Klappsitze oberhalb des Fahrzeugdecks waren nicht sonderlich begehrt, alles drängte sich, so gut es ging, unter der Brück, wo man vor Wind und Regen wenigstens ein bisschen geschützt war.

Reichlich durchgefroren – es hatte nur ca. 12 Grad und der Wind blies heftig! – kamen wir an und waren froh, ins warme Auto einsteigen zu können.

In der Hoffnung auf besseres Wetter am folgenden Tag, an dem wir uns alles nochmal anschauen wollten, hielten wir uns nicht lange in Eriskay auf, sondern fuhren gleich los. Durch kleine Orte, vorbei an butterblumengelben Wiesen, das Meer fast immer in Sichtweite.
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Schon nach kurzer Zeit ging’s über den Damm nach South Uist.
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Grüne Wiesen, viele Schafe, aber nicht viel Verkehr.
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Wir bekamen langsam Kaffeedurst – und weil der Flughafen von Benbecula quasi auf dem Weg lag und es dort garantiert auch ein Café gibt, machten wir einen kleinen Schlenker nach links.

Der kleine Flughafen ist piekfein – mit allem modernen Komfort. Es gibt eine richtige Gepäckausgabe, Schalter zum Einchecken und natürlich auch ein Café. Mit Blick aufs Rollfeld, wo eine einsame Maschine herumstand.

Passagiere waren auch keine da – die Zahl der Flüge ist hier auch seeeeehr überschaubar!

Der kleine Flieger von Logan Air trug kräftiges Schottenkaro am Heck!
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Nach einem guten Kaffee und einem ebenfalls erstaunlich guten Kuchen (irgendwie sehen die aus und schmecken hier oben immer wie hausgemacht …) ging’s weiter.

Wieder über einen Damm – jetzt waren wir auf North Uist!
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Dort kann man zwischen zwei Strecken wählen – die westliche, mit Stränden, und die östliche, mit Felsen, Lochs und Hügeln. Wir nahmen die etwas längere Westroute und hatten auch bald den ersten Strand vor uns.
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Trotz total bedecktem Himmel und vereinzelten Regentropfen leuchteten Wasser und Strand. Man kann sich leicht vorstellen, wie das alles in der Sonne wirkt! Noch einmal ging’s durch Butterblumen-Wiesen …
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Noch einmal über einen Damm – dann waren wir auf Berneray. Die Insel besteht lediglich aus dem gleichnamigen Ort, dort gibt es eine Post, einen kleinen Laden, dem ein Bistro angeschlossen ist, einen lebhaften kleinen Fischereihafen und sonst nur ein paar Häuser. Außerdem Natur, viel Natur – und sagenhafte Strände!

Nicht viel also, aber unglaublich schön, ruhig, friedlich, malerisch. Wir wohnen wieder bei Andy im “Seal View Guesthouse”, im Family Room mit viel Platz und grandiosem Blick. Bei letzten Besuch war der Name Programm, auf den Felsen unterhalb des Hauses lagen Dutzende von Seehunden herum – heute kein einziger.

Aber wir bleiben ja noch eine Weile – und auch so ist der Blick aus dem Fenster nicht schlecht.
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Zwar könnte das Wetter wirklich besser sein – aber das essen und trinken wir uns später im Berneray Bistro  schön! Das kleine Lokal ist DER Treffpunkt für alle Locals und gleichzeitig auch die einzige Möglichkeit für alle Urlauber, auf Berneray etwas zu essen zu bekommen.

Und wer jetzt an Pub-Food denkt, wird enttäuscht – hier gibt es unglaublich gutes Essen, auf hohem Niveau, perfekt zubereitet und serviert, zu sehr zivilen Preisen! Dazu eine kleine aber feine Wein-Auswahl – wir waren absolut begeistert!

Die Strecke:

Ein Kommentar zu “Nordwärts! Eriskay-Uist-Berneray

  1. Selbst bei schlechtem Wetter noch wunderschön, dazu die spektakuläre Anfahrt, die mich ein wenig an manche patagonische Strecke erinnert, die wir gefahren sind. Aber für morgen wünsche ich euch Sonne – oder zumindest kein Regen, das reicht ja eigentlich schon, um glücklich zu sein, oder?

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