Wein am Inle See

Einfach mal nichts tun – das war heute unsere Devise.

Das hieß allerdings nicht, den ganzen Tag nur auf der Terrasse rumhängen, sondern eher, nichts planen, sich ein bisschen treiben lassen.

Mal schauen, was sich so ergibt.

Zuerst ergab sich ein ausgedehntes Frühstück – das kann man hier wirklich ganz gemütlich zelebrieren, denn ein Büffet gibt es nicht.

Man sitzt einfach da, sucht sich auf der Karte diverse Köstlichkeiten aus und schlemmt sich dann durchs Programm. Probiert täglich neue Varianten von Smoothis und Muffins, hausgemachte Marmelade und selbst gebackenes Brot. Lässt sich zu Banana Pancakes oder luftigen Omelettes verführen oder zu ganz profanen Spiegeleiern. Und genießt den einfach unglaublich guten und fast säurefreien Kaffee aus heimischen Bohnen.

Dann ergab sich ein Gang ins Dorf. Bzw. eine Mopedfahrt ins Dorf, denn an meiner Lesebrille war ein Bügel abgegangen und einer der netten Angestellten des Maison Birmane fuhr mich nach dem Frühstück kurz mal zum Markt, wo es unzählige kleine Lädchen gibt.

Auch diverse Optiker sind dort angesiedelt – und einer hatte tatsächlich so ein winziges Schräubchen und schraubte den Bügel wieder dran. Weil er kein Geld wollte, kaufte ich ihm vorsichtshalber noch eine Ersatz-Lesebrille ab, falls der Bügel doch nicht halten würde – für weniger als 1 €!!!

Anschließend ein Bummel ins Dorf, dieses Mal zu Fuß. Jetzt sahen wir auch mal, was da im Berg neben der Pagode ausgebuddelt worden war! Ein paar ziemlich ramponierte Stupas – sehr zimperlich ging man bei den Ausgrabungen nicht vor, insofern war fast ein Wunder, dass sie nicht völlig demoliert worden waren.

Kleine Nonnen waren unterwegs und sammelten Spenden ein.

Im Dorf war es ruhig – auf dem Markt war schon nicht mehr viel los, Touristen sahen wir nur ein oder zwei.

Nicht weit vom Maison Birmane war ein kleines Spa – ne Massage hatten wir schon länger nicht mehr! Was dort geboten wurde, las sich zwar nicht schlecht – aber wir wollten vorsichtshalber noch die sehr nette Managerin unseres Hotels fragen.

Die zierte sich zunächst etwas, denn offenbar hatten sich kürzlich amerikanische Gäste beschwert, weil es dort keine Klimaanlage gab! Und nun wollte sie nicht riskieren, dass auch wir hinterher meckerten.

Uns störte das nicht – und da sie die Qualität mit sehr gut bewertete, riskierten wir es einfach.

Unter einem surrenden Ventilator gab’s dann 90 Minuten Entspannung pur!

Der Nachmittag wurde langsam golden – bete Voraussetzungen für einen Sonnenuntergangsblick vom Berg über den See. Dazu mussten wir aber erst mal auf den Berg. Wir hätten uns ein Moped mieten oder die Fahrräder des Hotels ausleihen können, aber wir wählten die dritte Variante, ein Tuktuk.

Denn wir wollten nicht nur den Sonnenuntergang, sondern auch das ein oder andere Gläschen Wein auf dem Berg genießen! Der Berg ist nämlich ein Weinberg, dort hat die Red Mountain Winery ihren Sitz.

Erstaunlicherweise gibt es hier mehrere Weingüter – eines davon, ein Stück weiter weg Richtung Taunggyi, hatten wir vor ein paar Jahren besucht. Dieses Weingut, Aythaya Vinyard, wurde von zwei Deutschen aus der Pfalz 1999 gegründet und bis heute betrieben. Der Wein dort war sehr gut, deshalb waren wir gespannt, wie sich das Red Mountain – ursprünglich von Franzosen gegründet, heute in burmesisch-chinesischer Hand  – schlagen würde.

Unser Tuktuk kam pünktlich  und war todschick: Schneeweiß und mit kleinen Teppichen ausgelegt!

Es ging durch eine wunderbare Landschaft, vorbei an einem Reiterhof, ein Stück durch Felder und dann den Berg hoch. Oben angelangt, mussten wir noch ein Stück zu Fuß weiter – dann waren wir am Weingut. Obwohl es auf den ersten Blick sehr idyllisch aussah, wirkte es auf den zweiten doch leicht vernachlässigt.

Die Weinprobe war ebenfalls ziemlich ernüchternd – der Weißwein warm und säuerlich, der rote sehr dünn. Aber die Landschaft war malerisch und wirkte im warmen Abendlicht fast herbstlich.

Hinter dem Haus gab es noch eine große Terrasse, wo ziemlich was los war! Hier wurde getafelt – allerdings ging das nur nach Voranmeldung.

Und die Speisekarte war ebenfalls ernüchternd – Burger und Chips, viel mehr gab es nicht. Uns störte das nicht weiter – wir genossen noch ein bisschen die Abendstimmung, obwohl die Sonne mehr und mehr im Dunst versank.

Dann ging’s zurück zu einem weiteren fantastischen Essen im Maison Birmane und einer weiteren Kostprobe aus der Cocktailkarte!

Keine Ahnung mehr, was das war – gut geschmeckt hat’s jedenfalls – und gut vertragen hab ich ihn auch!

Und zum Essen – da gab’s übrigens einen süffigen Aythaya Rotwein – einen Dornfelder! Den kennen wir bestens aus der Pfalz und er schmeckt in Myanmar kaum anders als daheim.

 

 

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