Raus ins Grüne

Wie bei jedem Kurzaufenthalt hier mussten wir uns entscheiden, was wir sehen, erleben, besuchen wollten. Und entschieden uns, (fast) alles wegzulassen, wo wir schon mehrfach gewesen sind und Neues zu suchen.

Shoppingtempel sind allerdings nicht so unser Ding -- stattdessen ging’s ins Grüne.

Singapur ist zwar eine typische Metropole mit den üblichen Hochhäusern und allem, was sonst eine Großstadt so ausmacht.

Aber die Stadtverwaltung legt auch viel Wert darauf, dass die Bürger Gelegenheit zum Durchatmen bekommen. Üppige Parks, begrünte Hausfassaden und auch immer wieder ungezähmte Natur pur machen Singapur so lebenswert. Ein Stück Natur sollte es heute auch für uns sein, konkret -- der Hilltop Walk im Telok Blangah Hill Park  in den Southern Ridges.

Was jetzt nach schweißtreibenden Bergaktivitäten klingt, ist tatsächlich ein wunderbarer Spazierweg zwischen Baumwipfeln, auch für Fußlahme gut geeignet!

Allerdings mussten wir erst mal hin kommen. Das geht am schnellsten mit Metro und Bus -- auf dem Weg zur MRT-Station gab’s jedoch noch einen kleinen Zwischenstopp. Denn direkt auf dem Weg liegen die buntesten Häuser des ohnehin sehr bunten Little India. Obwohl ich sie schon x-Mal fotografiert habe, konnte ich auch heute der Farbenpracht nicht widerstehen!

Mit der U-Bahn fuhren wir anschließend bis zur Endstation Harbourfront, liefen ein paar Meter bis zur Busstation und standen dann vor der Wahl, wo wir unsere Wanderung beginnen sollten -- an der Henderson Waves, einer spektakulären Fußgängerbrücke, die in mehr als 80m Höhe ein grünes Tal überquert, oder am Alexandra Arch.

Wir beschlossen, einfach den ersten passenden Bus zu nehmen -- der 97er würde uns zur Henderson Wave bringen, der 100 zum Alexandra Arch. Der 100er machte das Rennen und brachte uns in wenigen Minuten zur Haltstelle direkt hinter der Fußgängerbrücke Alexandra Arch. Die ca. 80 m lange Brücke ist wieder ein Meisterstück urbaner Architektur -- sie wirkt unglaublich filigran!



Dort beginnt der Hilltop Walk zur Henderson Waves, bestens ausgeschildert und sehr bequem.

Auf hohen Metallstegen wandert man nun mit kaum merklichen Steigungen ganz gemütlich durch den Dschungel. Es ist recht schattig, also auch an sonnigen Tagen ein lohnendes Ziel. Allerdings hat man klare Tage hier sehr selten, wenn, sind es ein paar Stunden, an denen der Himmel mal knackig blau ist. Derzeit ist das jedoch nicht der Fall, es ist ziemlich trüb und diesig -- heiß/schwül ist es trotzdem.


Ab und zu kommt ein Hinweis, dass man mit den wilden Affen vorsichtig umgehen soll, wir sind aber keinem begegnet. Überhaupt ist es herrlich ruhig hier -- ab und zu ein paar Jogger, mal ein Eichhörnchen, Vögel zwitschern, Grillen zirpen … Leider blüht derzeit nicht viel -- die tollen Blüten, die ich in dem wunderbaren Blog von Born4Travel bewundert hatte, waren nirgendwo zu sehen.

Der Weg ist gut 2 km lang. Wenn man nach ca. 1 km den Gipfel des Hügels erreicht hat, kann man die Terrace Gardens besuchen -- die ließen wir jedoch aus und machten uns an den ebenfalls sehr gemächlichen Abstieg. Verlaufen kann man sich hier nicht -- überall sind Wegweiser und selbst auf dem Asphalt wird die Richtung angegeben!

Nach ca. 45 Minuten hatten wir die Henderson Waves erreicht -- und waren total enttäuscht! Nach dem Rain Oculus gestern wurde wir heute schon wieder mit ausgedehnten Wartungsarbeiten konfrontiert, ein Großteil der spektakulären Holzkonstruktion war mit Plastikplanen verhüllt und abgesperrt!

Von der Brücke aus hat man einen guten Blick auf die Keppel Bay mit den spektakulären Hochhäusern der „Reflections@Keppel Bay“. Die luxuriöse Wohnanlage wurde vom Stararchitekten Daniel Libeskind entworfen -- sechs Türme und 11 Wohnblöcke mit Luxusapartments für die Reichen.

Über unzählige Stufen steigen wir runter zur Straße, die unter der Henderson Waves hindurch führt, dort wollen wir den Bus zurück zur Metro nehmen. Wir sind froh, dass wir den Weg andersrum gegangen sind, ein dermaßen steiler Anstieg zu Begiinn hätte uns sicher heftigst ins Schwitzen gebracht -- und die Enttäuschung über die Bauarbeiten hätten den schönen Weg sicherlich beeinträchtigt. So warfen wir einen letzten Blick nach oben …

Dann ging’s zurück, wieder mit dem Bus bis zur MRT Harbourfront und weiter mit der U-Bahn. An der Station Clarke Quay stiegen wir aus -- mal sehen, was er Fluss so macht. Der floss dahin wie immer -- nur in den Uferkneipen herrschte gähnende Leere.


In ein paar Stunden würde es hier voll sein, im Moment genossen wir aber einfach die Ruhe bei einem kalten Getränk.

Um unsere doch etwas erschöpften Füße etwas auszuruhen, gab’s danach eine Kaffeepause im Hotel. Am frühen Abend machten wir uns nochmal auf zum Boats Quay. Jetzt war deutlich mehr los.


Einmal hinten rum um den Clarke Quay, dann machten wir uns auf die Suche nach was Essbarem und wurden bei einem Inder fündig. Das Essen war gut, der Blick wieder traumhaft.

Die kleinen Bumboats kreuzten auf dem Fluss, …


… die Lichter spiegelten sich im Wasser. Das Bier war kalt -- und alles war bestens! Und als es langsam immer dunkler wurde, rangen wir heftig mit uns, ob wir wirklich den weiten Weg bis zm Merlion machen wollten, um die abendliche Lichtershow zu sehen. Ein Stückchen gingen wir noch Richtung Fullerton Hotel.

Dann merkten wir jedoch, dass die Füße doch schon zu schwer wurden und wir ließen uns langsam an den Uferkneipen zurück Richtung MRT treiben.


Schließlich mussten die Koffer noch ordentlich gepackt werden, denn morgen geht’s weiter nach Perth!

Hier der Tag nochmal in einer kleinen Videozusammenfassung:

Und noch die heutige Wanderstrecke -- wobei wir einen Teil mit dem Bus zurück gelegt haben!

Ein Kommentar zu “Raus ins Grüne

  1. Deine Berichte machen deutlich, daß Singapur wirklich eine faszinierende Stadt ist! Der Spaziergang durch die Baumkronen war beeindruckend, auch wenn ihr am Ende die Henderson Waves nicht sehen konntet. Und die bunten Häuschen von Little India begeistern mich auch immer wieder-ebenso wie die Tempel, die ich aus deinen älteren blog-Beiträgen kenne. 

    Es macht großen Spaß, dich auf deinen Reisen zu begleiten. Ich wünsche dir/euch einen angenehmen Flug nach Perth und bin schon wahnsinnig gespannt auf deine Berichte aus Westaustralien. 

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