Dramatische Küste um Albany

Die ganze Nacht über hatte es immer wieder heftig geregnet, die Straßen dampften, als sie sich in der Morgensonne langsam erwärmten.

Weil es von oben überall noch tropfte, ließen wir den Tree Top Walk aus.

Der ist zwar sehr eindrucksvoll, Stege winden sich in Baumwipfelhöhe zwischen mächtigen Karri-Bäumen und knorrigen Tingles hindurch -- aber wir waren ja 2014 schon mal da gewesen.

Stattdessen ging es -- zunächst durch reichlich Wald -- Richtung Denmark.

Da es in der Gegend um Walpole offenbar sehr viel häufiger und mehr regnet, als ansonsten entlang der Küste, gedeihen die Baumriesen hier prima und das Land ist unglaublich grün. Hier gib es viel Landwirtschaft, Obst und Gemüse wird angebaut, dazwischen riesige Getreidefelder.

Denmark war bald erreicht, ein Abstecher zum Greens Pool und den Elephant Rocks ist hier ein MUSS!

Der Greens Pool ist eine Art natürliches Schwimmbecken -- eingerahmt von Felsen, sehr flach und sehr sicher. Über Holzstege und -treppen geht’s hinunter zum Strand.

Leider hatten wir keine Badetemperaturen -- es war noch ziemlich frisch und es wehte auch ein recht kühler Wind. Wer dennoch im Wasser war, trug Neoprenanzüge.

Wir ließen den Pool ebenfalls rechts liegen und kletterten auf den riesigen Granitfelsen. Der Stein ist sehr rauh, man braucht also keine Angst zu haben, ins Rutschen zu kommen. Die Blicke von oben sind malerisch und es macht einfach Spaß, hier herum zu wandern!

Von hier aus kann man ganz einfach über die Felsen immer weiter gehen und kommt dann direkt zur Elephant Cove mit den eindrucksvollen Felsgiganten -- die wirklich an eine Herde Elefanten erinnern!

Bei Ebbe kann man über eine Treppe runter zum Strand und zwischen den Felsen herum wandern  jetzt war Flut, da ging das leider nicht. Also nahmen wir den ausgeschilderten Weg oben durch die Dünen zurück zum Parkplatz beim Greens Pool.

Für die letzten Kilometer vor Albany wählten wir den ausgeschilderten „Scenic Tourist Drive“ statt des Highways, der führt durch eine hübsche Landschaft und mündet direkt vor Albany wieder in den Highway.

Weil’s eigentlich noch viel zu früh war, um in unserer Unterkunft einzuchecken, gingen wir erst mal auf Einkaufstour zu Coles. Zwar war es danach immer noch zu früh -- aber wir wollten mal schauen …

Die Spencer Suites hatte ich relativ spontan gebucht -- urspünglich hatten wir ein Motel etwas außerhalb gewählt, weil dann jedoch noch Walpole ins Programm kam, musste ohnhin umgebucht werden und dabei fiel mir diese Unterkunft auf. Wie sich heraus stellte, ein echter Glücksgriff!

John, unser Gastgeber, begrüßte uns schon am Tor zu unserer Unterkunft -- wir wohnen in einem kleinen Gartenhäuschen, ganz privat und wunderschön!

Sogar einen kleinen Garten haben wir -- und über den Gartenzaun hinweg Blick aufs Meer!So viel Idylle musste erst mal ausgiebig genossen werden -- bei Kaffee und Kuchen im Garten! Albany ist übrigens eines der hübschesten Städtchen hier im Südwesten -- es liegt sehr malerisch an den Hängen oberhalb einer Bucht, es gibt viele alte Kolonialhäuser und eine tolle Umgebung.

Am späteren Nachmittag zogen wir dann wieder los -- das Wetter hatte sich zusehends verbessert, es war richtig warm geworden, beste Vorausetzungen also für ein paar Naturwunder!

Bevor wir zu den Kunstwerken der Natur kamen, legte Dieter allerdings eine Vollbremsung hin, als er was von Menschenhand geschaffenes sah -- einen Leuchtturm! Leuchttürmen kann man Mann absolut nicht widerstehen -und war entsprechend geknickt, weil die Straße zum Turm gesperrt war.

Aber ien bisschen Felsenkletterei reichte schon, um ihn zumindest ins Bild zu bekommen!

Der Blick zur anderen Seite war nicht weniger grandios!


Die spektakulären Highlights von Albany sind allerdings The Gap und die Natural Bridge. The Gap ist ein tiefer Felsspalt, in den das Meer hineindonnert. Früher trauten sich nur sehr Wagemutige ganz nach vorne an den Felsrand, von dem aus es rund 40 m in die Tiefe geht. Heute gibt es eine fest verankerte Plattform aus Edelstahl, die ein gutes Stück über die Klippen ragt und eine sichere Position zum Staunen, Fotografieren und Filmen bietet.


Trotzdem gibt es immer wieder Leute, die partout auf den Felsen herumklettern müssen -- und leider kommt es auch immer wieder zu Todesstürzen. Wir bleiben auf der Plattform -- das ist spektakulär genug und nichts für Leute mit Höhenangst!



In Dieters Video am Ende des Beitrags kann man das noch deutlich besser sehen!

Gleich um die Ecke ist die Natural Bridge -- auf ihre Weise ist diese Felsenbrücke genauso eindrucksvoll wie die Schlucht.

In der Mitte scheint sich ein Riss zu bilden -- keiner weiß, wie lange sie noch so bleibt, wie sie ist.

Auf dem Heimweg machen wir noch einen Abstecher zu den Blowholes -- da muss man allerdings rund 80 Stufen hinab und später weder rauf steigen -- dazu habe ich heute keine Lust mehr!.

Dieter klettert runter, ich bleibe auf einer Bank sitzen, höre den zirpenden Zikaden zu, schnuppere salzige Luft, genieße einfach nur Ruhe und Landschaft.

Besonders toll waren die Blowholes letztlich dann auch nicht -- aber das ist irgendwie egal, wenn man von so viel toller Natur umgeben ist. Und den Leuchtturm sahen wir zum Abschied auch noch mal -- als Schattenriss im abendlichen Gegenlicht.

Später gab’s dann noch ein richtig, richtig gutes Fischessen -- Nannygai (eine Snapper-Art) in Lemon-Pfefferkruste, ein toller Salat aus mindestens 10 Sorten Blattsalaten, dazu noch mushy peays -- und natürlich die unvermeidlichen Pommes! Und das alles nicht in einem Gourmet-Restaurant, sondern in einem schlichten Imbiss, dem „Ocean&Paddock“ am Middleton Beach. Das kleine Lokal hat nur wenige Tische -- ist aber abends immer brechend voll, vor allem mit Locals.

Wir hatten vorher mal kurz reingeschaut -- die nette Dame hinter der Theke erklärte uns nicht nur sämtliche angebotenen Fischsorten, sondern reservierte uns auch gleich einen kleinen Tisch am Fenster und bat uns, unser Bier selbst mitzubringen -- Alkohol dürfen sie hier nämlich mangels Lizenz nicht verkaufen.

Satt und sehr zufrieden gondelten wir heimwärts -- über die etwas längere aber unvergleichlich schönere Strecke oberhalb des Hafens.

Hier der Tag in der Kurzfassung:

Und das war die heutige Strecke:

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