Goldminen und Goldfields

Nach viel schneeweiß und türkis wird es jetzt farblich ein bisschen anders. Wir fahren nämlich ins Outback, nach Kalgoorlie.

In der alten Goldgräberstadt wird heute noch – sehr erfolgreich! nach Gold gebuddelt. Allerdings nicht mehr mit Schaufel und Pickel, sondern im ganz großen Stil, in einer gigantischen Goldmine im Tagebau.

Ein bisschen weiter werden dann die Felder golden – im Weizengürtel, dem Wheatbelt, liegen die goldenen Felder, die Goldfields.

Heute nahmen wir aber nur die erste Etappe bis Kalgoorlie in Angriff. Auch das ist schon eine ziemliche Strecke: Knapp 400 km – und immer geradeaus!

So in etwa sagte es unser Navi an, als wir in Esperance aufbrachen: Im Kreisverkehr die 2. Ausfahrt nehmen und dann „folgen Sie dem Verlauf der Straße für 386 km“. Also – verfahren kann man sich auf dieser Route schon mal nicht! Und wir schafften es auch tatsächlich recht flott in etwa vier Stunden. Wenn die Straßen fast völlig leer sind und man (fast) immer 100 km/h fahren kann und darf, ist es wirklich kein Problem.
Während es an der Küste immer recht windig war und kaum wärmer als ca. 28°C, wird es im Landesinneren zunehmend heißer. Kalgoorlie empfängt uns mit 38°C, allerdings ist es dermaßen trocken, dass es nicht wirklich ganz so heiß wirkt.

Wir übernachten im Best Western, etwas außerhalb des Zentrums.  Nicht unbedingt ein Highlight, aber ganz okay und sehr günstig. Es gibt sogar ein Upgrade in eine Suite mit einem zusätzlichen Schlafzimmer – wir werden aber gleich darauf hingewiesen, dass wir das zweite Zimmer nicht benutzen dürfen! Generell ist hier alles ein bisschen abgewohnt, aber für eine Nacht in Ordnung.

Lange halten wir uns ohnehin nicht im Zimmer aus – wir wollen Gold sehen! Oder zumindest sehen, wo es gefunden wird! Dazu muss man zum Superpit Lookout fahren, dort hat man einen grandiosen Überblick über die größte Goldmine Australiens mit einem der reichsten Goldvorkommen weltweit.

Sie ist 600 m tief, mehr als 3,5 km lang und ca. 1,5 km breit, über 1000 Menschen arbeiten hier und fördern jährlich bis zu 19,5 Tonnen Gold!


Schon die Fakten beeindrucken uns ziemlich – auch der gigantische Schaufelbagger oben am Aussichtspunkt zeigt, dass man hier in ziemlich großen Dimensionen unterwegs ist.

Wenn man dann am Rand der Mine steht und in das riesige Loch schaut, ist von Goldgräberromantik nicht mehr viel übrig.

Das gesamte Areal kann man gar nicht überblicken, aber auch so sind wir schwer beeindruckt! Auf den Straßen in der Grube fahren riesige Kipper, neben denen die normalen LkWs und Pickups, die ihm folgen, wie Spielzeugautos aussehen.

Man kann hier zwar stundenlang stehen und schauen – die Grube ist 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr in Betrieb! – aber es wird allmählich doch recht heiß hier oben. Zwar ist es in der Stadt auch nicht kühler – aber da kann man ja mal nach einem kühlen Getränk Ausschau halten!

Zunächst sind wir aber hingerissen von der wirklich toll erhaltenen Innenstadt – hier herrscht echtes Outbackfeeling, sehr viele Gebäude sehen noch aus wie vor über 100 Jahren. In der trockenen Luft hält sich offenbar vieles besser als anderswo.



Wären nicht die vielen Autos (Menschen sieht man kaum), könnte man sich ins Jahr 1900 oder so zurück versetzt fühlen. Sehr eindrucksvoll – der Gerichtshof!

Und sehr verspielt  – das York Hotel.

Leider nicht mehr in Betrieb sind die Markthallen.

Das Rathaus ist mehr als 100 Jahre alt – wirkt aber wie neu erbaut (oder frisch renoviiert).

Auch fast alle anderen Gebäude sind in einem Top-Zustand – Kalgoorlie steht, anders als viele andere australische Kleinstädte – offenbar wirtschaftlich gut da, vermutlich dank der Goldmine.

Auch wir wollen was zur Wirtschaftsförderung beitragen und steuern Paddys an. Das nette Pub liegt im Erdgeschoss des Exchange Hotels, wurde erst kürzlich komplett renoviert und wirbt mit riesigen Portionen, die jeden Miner satt machen.

Vor dem Essen kommt bei uns jedoch der Durst – und der wird zunöchst alkoholfrei gelöscht – mit Lemon, Lime &Bitters!

Irgndwie ist das der perfekte Sommerdrink, schon alleine wegen der Farbe!

Später gibt’s dann doch noch was zwischen die Zähne – der Hitze geschuldet aber eher leichte Kost, einen Caesar Salat und wirklich gute und sehr zarte Salt&Pepper Squids, die nichts mit den unsäglichen gummiartigen Tintenfischringen gemeinsam haben, die es bei uns gelegentlich gibt.

Und dazu gibt es natürlich ein frisch gezapftes eiskaltes Bier – so lassen sich selbst heiße Sommerabende gut aushalten!

Kalgoorlie im Video (unbedingt Auflösung unten am Einstellungsrädchen erhöhen!) –

Und die heutige Strecke:

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