FREMANTLE – Immer wieder toll!!!

Es hat schon was, wenn man irgendwo schon mal, ein paar mal, dreimal war! Man kennt sich aus, hat keinen Besichtigungsstress, kann es langsam und gelassen angehen.

So geht es uns in Bangkok – und so geht es uns in Fremantle

Freo ist natürlich viel kleiner als Bangkok, bietet aber trotzdem eine Menge und man hält es hier locker tagelang aus.

Allerdings kam heute für uns vor dem Besichtigungsprogramm erst mal die Hausarbeit. Da wir in zwei Tagen nach Tasmanien weiter fliegen, musste alles neu gepackt und sortiert werden, denn dort wird es deutlich kälter sein als hier. Außerdem war dringend mal wieder eine Wäsche fällig. Deshalb wurde morgens gleich die Waschmaschine angeworfen.

Während die ihr Programm abspulte, überlegten wir, wo wir heute hin könnten. Wasser und Strand wären nicht schlecht – aber obwohl der traumhaft schöne South Beach quasi direkt vor unserer Haustür liegt, wählten wir was völlig anderes.

Im Swan River, der Fremantle mit Perth verbindet, gibt es eine riesige Sandbank, Point Walter, die fast 2/3 des dort sehr breiten Flusses versperrt. Und direkt anschließend liegt ein großes Naturreservat, das Attadale Reserve. Das war unser erstes heutiges Ziel und einfach und schnell erreicht. Immer am Fluss lang ….
Point Walter ist wirklich erstaunlich – wie ein gekrümmter Finger ragt die Sandbank über einen Kilometer weit in den Fluss hinein! Sie spielt eine wichtige Rolle in denTraumzeit Legenden der Aborigines. Diese glauben, dass die Sandbank ein Haar der Traumzeitfigur Djunda ist.


Man kann – vor allem bei Ebbe und die hatten wir fast – ziemlich weit quasi in den Fluss rein laufen und stößt dort überall auf schwarze Schwäne. Alle schwarzen Schwäne weltweit stammen ursprünglich aus Australien, genauer – aus dem Süden und Südwesten des Kontinents.

Ob sie – wie sämtliche Schwäne in Großbritannien – ebenfalls der Queen gehören??? Die Pelikane jedenfalls, die hier ebenfalls eine sichere Heimat haben, gehören garantiert niemand.

So ne Sandbank zieht sich ganz schön – zumal man in dem eher weichen Sand nicht gerade leicht geht. Aber wir wollen bis zum Ende spazieren. Ganz bis zum Ende geht es allerdings nicht, dazu ist die Ebbe noch nicht weit genug fortgeschritten. Aber das Ufer gegenüber erscheint zum Greifen nah.
Also geht’s gemächlich wieder zurück.


In der Ferne sieht man die Ausläufer von Perth, das nur 12 km entfernt liegt. Zurück am Ufer wandern wir nach links, vorbei an einem Café, das den Namen der Sandbank trägt.

Die Sandbank wiederum hat ihren Namen nach Walter Stirling, dem Bruder von James Stirling.

Ein paar Schritte am Ufer entlang kommen wir zu diversen netten schattigen Rastplätzen direkt am Strand. Prima für ein Picknick oder einfach einen faulen Nachmittag geeignet!

Dann stolpern wir fast über eine erstaunliche Skulptur, die zunächst eine Menge Rätsel aufgibt. Gesichter sind zu erkennen, Arme scheinen sich auszubreiten und werden zu Sitzbänken. Die Skulptur ist ein Mahnmal, das an die furchtbaren Schicksale der Stolen Generation erinnern soll. Zwischen 1910-1970 wurden unzählige Kinder der Aborigines – reinrassige ebenso wie Mischlinge – gewaltsam aus ihren Familien gerissen, in Heime gesteckt, um „assimiliert“ zu werden. Heute sieht man dies als rassistischen Menschenrechtsverstoß – es dauerte jedoch bis zur Jahrtausendwende, bevor dies auch offizeill so anerkannt und zumindest einigen der Kinder gerichtlich Entschädigungen zugesprochen wurden.

Es ist immer wieder bedrückend, mit solchen Beispielen von Intoleranz und Rassismus konfrontiert zu werden – und wir können nur hoffen, dass so was oder ähnliches weltweit nie wieder geschieht!

Unmittelbar hinter der Skulptur ein gigantischer Baum, ebenfalls ein Beispiel der Resilienz. ER biegt sich, bricht aber nicht …

Noch ein Stückchen den Strand entlang – dann geht’s wieder nach Hause.

Wo wir zu unserer Unterkunft abbiegen müssen, ist unmöglich zu verfehlen – die beiden flotten Zebras bilden die Seitenwand zum Hof vor unserem Haus.

Wäsche aufhängen, Kaffee trinken und dann wieder los. Jetzt ohne Auto – schließlich hält der kostenlose CAT-Bus alle 10 Minuten fast direkt vor unserer Haustür!

Mit ihm sind wir zwar nicht wirklich schnell am Ziel, denn er fährt immer im Kreis herum, nur in eine Richtung, auf dem Weg zum Hafen oder Cappuccino Strip bekommen wir also immer eine kleine Stadtrundfahrt. Aber wir haben ja Zeit ….

Unser Ziel ist erst mal die Markthalle – die ist nur Freitag bis Sonntag geöffnet, aber dann steppt hier der Bär!

Es gibt hier fast nichts, was es nicht gibt – das ganze erinnert stark an die Märkte in Südostasien.

Auch Kunst gibt es hier – und die Decke der Halle ist ebenfalls sehenswert!

Etwas erstaunlich sind die vielen „deutschen“ Angebote.

Die ignorieren wir allerdings, wir brauchen was anderes. Dieters Uhr ist kaputt gegangen, das Glas ist zersprungen, jetzt muss ein möglichst preiswerter Ersatz her. Und er wird auch schnell fündig – nachdem die Verkäuferin kapiert hatte, dass er weder ein kiloschweres Monster tragen will noch eine Uhr im Fingerring haben möchte, präsentiert sie ein schlichtes Exemplar mit Edelstahlband. Für 19.90$ ist Dieter jetzt wieder nicht mehr zeitlos!
Danach einfach nur den Cappuccino Strip entlang schlendern, schauen, sich freuen, genießen, dass wir wieder hier sind  – und das auch noch bei tollem Wetter!

Es gibt auch immer wieder Details, die einen zum Stehenbleiben und Schauen/Staunen nötigen – mal die fantasievolle Werbung eines Buchladens, der Bücher in Packpapier verpackt als „Blind Dates“ anbietet, mal die fast reifen Oliven an den unzähligen Olivenbäumen in der Straße, mal einfach nur die Fassade des „Monk“.

Weil’s so locker-lässig hier ist und die Sonne so schön scheint, gibt’s zuerst ein Happy-hour Bier im Sails&Anchor – und weil der gegrillte Lachs am Nebentisch so gut aussah, blieben wir auch gleich zum Abendessen da.

Ein Kommentar zu “FREMANTLE – Immer wieder toll!!!

  1. Die Bewohner von Perth und Fremantle haben es wirklich gut – außer dem Meer haben sie auch noch solche wundervollen Flußlandschaften zu ihrer Verfügung…
    Danke, daß du uns heute dorthin entführst, ich höre zum ersten Mal von dieser schönen Ecke 🙂

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