Take me to the River ….

Perth ist nicht weit weg von Fremantle – oder besser umgekehrt, denn Freo ist eigentlich eine Art Vorort von Perth.

Man ist schnell dort, kann mit dem Auto in ca. 20 Minuten da sein (und verbringt dann weitere 20 Minuten damit, einen Parkplatz zu suchen!). Auch mit dem Zug geht es fix (und sehr günstig!) – alle 15 Minuten startet einer, 25 Minuten später steigt man mitten in der Stadt aus.

Am schönsten, aber auch am längsten, ist jedoch die Anreise mit dem Schiff!

3-4 Mal täglich gehen Fähren den Swan River hinauf zur Hauptstadt, 75 Minuten dauert die Fahrt, prima, um zu entschleunigen. Und genau das hatten wir heute vor. Vorsichtshalber buchte ich uns bei Captain Cook Cruises noch schnell zwei Plätze im Internet für die Mittagsfähre, denn wir wollten nicht riskieren, dass die möglicherweise ausgebucht war.

Vorbei an Ootong und Lincoln trabten wir zunächst zur Haltestelle des CAT-Busses.

Der brachte uns zum Bahnhof, von dort sind es nur ein paar Meter bis zum B-Shed am Victoria Quay, von dem aus die Fähre ablegt. Dort wurde die Internetbestätigung in eine Bordkarte getauscht und es hätte losgehen können. Wir waren allerdings viel zu früh da – aber es gibt am Pier eine Menge zu sehen!

Zum Beispiel ein tolles altes Segelboot, die Leeuwin.

Da war einiges los – offenbar hatte sie erst kürzlich angelegt und eine Gruppe ziemlich aufgeregter Jugendlicher wurde gerade verabschiedet.

Das Boot ist toll – aber alleine die Vorstellung, da irgendwo hochklettern zu müssen, ist ein Albtraum!

Unserer Fähre war motorisiert, es ging pünktlich um 12:45 los, zunächst vorbei an den gigantischen Containerschiffen, die hier be- und entladen werden.

Eine Weile später sahen wir Point Walter, die Sandbank von gestern, aus einer anderen Perspektive.

Ziemlich vorsichtig navigierte der Kapitän durch die hier sehr schmale Fahrrinne. Mittlerweile hatten wir mitbekommen, dass auf dem Boot etliche Feiern stattfanden – über Lautsprecher wurde einem Paar zum 40. Hochzeitstag gratuliert, außerdem waren noch zwei Geburtstagskinder an Bord, die runde Geburtstage feierten. Für diese Gäste war im Innenbereich ein Büffet ausgerichtet, deshalb war es im Außenbereich herrlich leer!

Nach der Sandbank wurden wir zunehmend mehr von Segelbooten begleitet.


Darunter einige ziemlich ausgefallene und pfeilschnelle Exemplare, die in einem Affenzahn übers Wasser sausten.

Die imposante Skyline von Perth am Elizabeth Quay kam jetzt zügig näher. Der Kapitän machte uns auf den Treetopwalk aufmerksam, einen Steg in Baumwipfelhöhe, der von unten ziemlich dramatisch aussah.

Wir näherten uns einer Brücke, die viel zu niedrig schien, als dass wir darunter durchpassen würden! Aber – es klappte prima.

Und dann war auch schon der Hafenbereich erreicht. Die Fußgängerbrücke mal aus einer anderen Perspektive, auch die Piers und natürlich der Glockenturm!

Der CAT-Bus brachte uns schnell in die Innenstadt, ein bisschen Bummeln in den schattigen Malls, die so gar nicht in eine Großstadt zu passen scheinen.

Gemütlich Kaffee trinken, in einer Drogerie noch nach einem bestimmten Sonnenschutzmittel für Dieter schauen, dann ganz gemächlich Richtung Bahnhof schlendern. Den Weg zum Bahnhof kann man unmöglich verfehlen – eine riesige Skulptur weist einem den Weg.

Eigentlich ist das ja so eine Art Litfaßsäule – aber toll gemacht! An der Ecke gegenüber steht das alte Royal Hotel, das komplett restauriert wurde und erst im November 2019 neu eröffnet hat. Nicht nur in Perth, aber hier besonders gelungen, sind wunderbare alte Gebäude und neue aus Glas und Stahl keine unüberbrückbaren Gegensätze.

Das sehen wir gleich gegenüber noch mal sehr deutlich. Am Yagan Square verbinden sich alte Arkaden, moderne Architektur und Kunst auf wirklich eindrucksvolle Weise.  Das ganze wirkt wunderbar leicht und verspielt.


Selbst Kinder können dem Platz was abgewinnen, denn es gibt – wie an vielen Ecken in Perth – reichlich Wasser zum spielen und plantschen.

Auch wir finden …

… ist eine tolle Stadt! Zum Bahnhof sind es jetzt nur noch ein paar Schritte, an den alten Arkaden und Straßenlaternen mit den für Australien typischen schwarzen Schwänen vorbei. Auf der linken Seite, in dem modernen Gebäude, ist unten übrigens eine große Markthalle mit den tollsten Leckereien und kleinen Restaurants. Erinnert fast ein bisschen an die Victoria Markets in Melbourne.

Der Bahnhof ist wieder eine Mischung aus alt und neu – das alte Backsteingebäude wurde mit einem luftigen Dach versehen.

Ein Zug nach Fremantle ist uns gerade entwischt, aber der nächste kommt gleich. Und mit dem gondeln wir in 25 Minuten zurück.

Wenig später sind wir wieder unten am Hafen – leider legt das schöne Wetter jetzt mal eine Pause ein, der Wind weht heftig, die Wolken werden immer dichter. Beim Fotoshooting einer Hochzeit fliegt der Braut fast der Schleier vom Kopf!

Vorbei am Arthouse, das früher mal ein Lager war, heute eine angesagte Location für Feiern jeglicher Art. Heute bibbern lediglich die Raucher draußen vor sich hin, der Rest der Gesellschaft bleibt lieber drin.

Nur die Kids genießen den Wind und tanzen auf einer Plattform.

Gleich um die Ecke ist Kailis, wo es den besten Fisch gibt.

Hier sitzt man windgeschützt und hat die hauseigene Flotte direkt vor der Nase.

Wir laufen allerdings nicht sofort dort ein, sondern bummeln noch ein bisschen über die Holzstege am Wasser bis zu den Little Creatures. Die Brauerei nebst Kneipe ist ein echter Kulttreff und richtig gut gemacht.


Hier ist eigentlich immer Full House, denn das Bier ist gut, das Essen prima und das Personal unglaublich nett und freundlich!

Für die Terrasse ist es heute allerdings zu windig, drinnen ist es zu voll und sehr laut – also geht’s im rasch schwindenen Tageslicht zurück zu Kailis.

Dort gibt es heute für Dieter riesige Shark Bay Prawns, für mich einen Snapper und dazu einen schönen Sauvignon Blanc – aus Neuseeland!

Mit Blick auf das Riesenrad und den aufsteigenden Vollmond ist das Ganze doppelt so lecker.

Der Vollmond begleitet uns dann auch auf dem Heimweg – die CAT-Busse fahren nur bis 18 Uhr, deshalb müssen wir zu Fuß gehen. Aber an so einem Abend ist das eher ein Genuss als eine Strafe!

Ein Kommentar zu “Take me to the River ….

  1. Schon wieder ein perfekter Tag – und ja, ich muß deinem Urteil beipflichten: Fremantle sowieso, aber auch Perth sind wirklich lebens- und liebenswerte Städte!
    Ich kann gut verstehen, daß ihr 4 Tage bleibt, um alles auszukosten, was die Region so zu bieten hat…

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