Orts – und Wetterwechsel

Weder gestern Abend noch heute Morgen sah der Wetterbericht für Hobart sehr vielversprechend aus – Regen bei 18-20 Grad! Und daran sollte sich auch die nächsten Tage nichts ändern.

Deshalb wanderten Regenjacken und Schirm ins Handgepäck, außerdem unsere Fleecejacken und die Pullover. Kommt einem zwar irgendwie komisch vor, wenn es morgens um 8 Uhr schon 25°C hat – aber sicher ist sicher.

Ein eher knappes Frühstück – unsere Vorräte sind aufgebraucht – um 8:30 war alles eingeladen und wir konnten starten.

Das Auschecken aus unserem Apartment lief australisch-einfach – Tür abschließen, Schlüssel unter die Fußmatte legen, denn der Shop unter uns, wo Gastgeberin Natalie arbeitet, öffnet erst um 10.

Weil Dieter immer lieber zu früh als zu knapp zum Flughafen fährt, hatten wir reichlich Zeit eingeplant. Unser Flieger ging um 11:30, der Mietwagen musste um 10 Uhr am Schalter sein, Google Maps versicherte uns, wir würden in 35 Minuten am Flughafen sein. Aber da hatten wir angesichts der Rushhour doch ziemliche Zweifel!

Und wieder mal hätten wir eine Wette gewonnen – wegen eines Unfalls gab es einen dicken Stau und trotz alternativer Routenvorschläge landeten wir letztlich dann doch im Stillstand.

Irgendwann ging’s weiter – aber jetzt hatten wir durch die geänderte Strecke die Tankstelle verpasst und mussten nochmal vom Highway runter, um den Mietwagen zu betanken. Gibt man ihn nicht vollgetankt zurück, muss man ca. 3,50$ pro Liter Sprit zahlen – das ist bei einem Normalpreis von ca. 1,30$ schon recht heftig!

Aber auch das bekamen wir hin – und konnten das Auto kurz vor 10 Uhr abgeben und rüber zum Terminal 1 laufen.

Das war sowas von gähnend leer, dass wir kurz Zweifel hatten, ob wir hier richtig sind!

Schalter zum Einchecken sucht man hier vergebens – aber das Gepäck musste ja noch aufgegeben werden! Bag-drop Schalter gibt es haufenweise – aber auch die sind ohne Personal!

Glücklicherweise wird einem hier geholfen – denn die Touchscreens sind alles andere als selbst-erklärend! Eine mütterliche Dame kümmerte sich darum, dass wir unsere Gepäckbanderolen bekamen und half uns dann auch noch, die Koffer auf’s Band zu stellen. Und das war gut so – denn einige der Bänder funktionierten nicht! Wir wären sicher komplett an dieser Technik gescheitert, denn die Mitarbeiterin musste quasi mit einem Masterswitch eingreifen, damit es wieder voran ging.

Danach ging’s zur Sicherheitskontrolle. Auch hier nix los …

Wie üblich legten wir brav elektronische Geräte und Flüssigkeiten in die Wannen, als mich die Kontrolldame fragte, ob ich einen Schirm im Handgepäck habe. ein Schirm?????? Wir hatten ja schon viele Absonderlichkeiten erlebt bei den Kontrollen – aber ein Schirm??? Mein kleiner Knirps musste ausgepackt werden, wurde aufgespannt, geschüttelt, umgedreht – dann war die Lady endlich überzeugt, dass wir damit weder die Flugbegleiterinnen massakrieren noch irgendwas darin schmuggeln konnten.

Am Gate das selbe – kaum jemand da …

Erst gaaaanz langsam füllten sich die Sitzreihen, die Aussies kommen eher auf den letzten Drücker zum Flieger. Der wartete bereits am Rüssel.

Wir starteten sehr pünktlich und weil der Flug ca. 4 Stunden dauert, hatten wir ein paar Dollar extra in Sitze mit mehr (viel!!!!) Beinfreiheit investiert. Da in unserer Dreierrehe auch der Mittelsitz frei blieb (ich hatte Fenster und Gang reserviert!), war der Flug sehr entspannt. Allerdings wollte man uns offenbar temperaturmäßig schon mal auf Tasmanien einstimmen – es war lausig kalt im Flieger!

Es ging einmal quer über ganz Australien – viel sehen konnte man jedoch leider nicht, bald schon waren dicke Wolken da. Beim Anflug auf Tasmanien verkündete der Kapitän das Wetter für Hobart – Regen und 19 Grad!

Der Flughafen von Hobart ist winzig, Gangways gibt es hier nicht, man steigt über eine Treppe aus dem Flieger und marschiert zu Fuß Richtung Halle. Dort peilten wir sofort den Schalter von Alamo an, um den Mietwagen abzuholen. Leider war ein anderes Paar schneller und der Alamo-Mitarbeiter ein echter Entertainer-Typ, der jeden Kunden erst mal in ein ausführliches Gespräch verwickelte.

Aber letztlich hielten wir dann doch die Autoschlüssel in der Hand, das Gepäck war mittlerweile auch da – und ich fiel fast in Ohnmacht, als ich das Riesentrumm von Auto sah, dass wir als Upgrade bekommen hatten! Ein Mitsubishi Pajero, der so hochbeinig ist, dass ich mich nur mit Hilfe eines Griffs ins Auto hieven kann.

Als alles verstaut war und wir losfuhren, begann es zu regnen und das blieb auch so, bis wir in Hobart waren. Das Einchecken im Mantra war eine echte Herausforderung! Die Rezeption war nicht mehr besetzt – Feiertag! – die Sprechanlage neben der Tür hatte einen Wackelkontakt, schließlich gab ich der Dame am anderen Ende meine australische Handynummer und sie rief mich an, um uns zu erklären, wie wir in den Schlüsselsafe rein und zu unserem Schlüssel kamen.

Dann der nächste Schock – das Apartment war zwar riesengroß und piccobello – aber das einzige!!! Fenster ging direkt auf eine Mauer raus – die war allerhöchstens einenknappaen Meter entfernt. Somit war es stockdunkel im ganzen Apartment. zudem lag der Schlafbereich abgeschirmt hinter einer Wand – dahin gelangte kein Lichtstrahl!

Dieses Problem verschoben wir jedoch erst mal auf morgen und fuhren gleich wieder los, an den Hafen, denn es war mittlerweile fast 20 Uhr und wir waren hungrig. Zwar hätten wir dorthin auch bequem zu Fuß gehen können – aber es regnete mittlerweile wieder heftiger.

Bei Mures am Elizabeth Pier beruhigten sich unsere Gemüter dann sehr schnell – frisch gezapftes Bier, ein heißer Chowder für mich, Dieter nahm die Tagessuppe, eine deftige Lauch-Kartoffelsuppe.

Um alles andere kümmern wir uns morgen!

2 Kommentare zu “Orts – und Wetterwechsel

  1. Ich verschlinge ja jeden Bericht und freue mich, dass
    dann doch noch die Welt wieder in Ordnung war 😉
    (Wir werden zwei Taschenlampen mitnehmen!)

  2. Ihr Lieben,
    Schön Euer Bericht über diese tolle Reise, macht immer viel Freude ihn zu lesen und die schönen Bilder zu betrachten.
    Ich muss jeweils schmunzeln, wie viele parallelen unsere Erfahrungen beim Reisen aufweisen. Das Check In in Perth (bei uns wars in Halifax) oder die Wohnung, wir hatten in Prince Elisabeth Island eine Wohnung mit nur Oberlicht, ein Horror und so gibt es immer mal wieder lustige Anekdoten die sich unseren ähneln.
    Ich wünsche Euch weiterhin eine tolle unbeschwerte Reise und Danke für’s mitnehmen.
    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Iris

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