Dschungeltour …

Boah – aufwachen in einem komplett dunklen Raum ohne Fenster – das mag ich gar nicht! Über das Fenster im Wohnzimmer kam ein bisschen dämmriges Licht rein, das schaffte es aber nicht bis um die Ecke zum Bett. 

Hier wollte ich nicht noch zwei Nächte bleiben – irgendwie musste was geschehen.

Und auch mit dem Auto musste was geschehen. 

Gestern Abend hatten wir es auf der Straße abgestellt, weil das hoteleigene Parkhaus voll war und wir dort keinen Platz mehr reservieren konnten. Am Straßenrand wurden jedoch ab 8:30 stündlich 2,50$ Parkgebühren fällig, so dass ich morgens erst mal schnell im Regen über die Straße flitzte und den Parkautomaten fütterte.

Danach war dann endlich die Rezeption besetzt und ich machte mich auf einen längeren Kampf mit der Rezeptionsdame gefasst. Aber sie meinte nur lächelnd „Let me see what I can do!“ und hatte in Nullkommanix ein anderes Apartment ausgeguckt! Für’s Auto gab’s auch eine Lösung – ein Parkhaus, nur knapp 5 Minuten zu Fuß für 15$/Tag.

Während wir das Auto ins Parkhaus fuhren, wurde alles für unseren Umzug vorbereitet und wir konnten sofort in ein Apartment im 5. Stock umziehen. Das hatte zwar prinzipiell die gleiche Anordnung wie das vorherige, aber durch die höhere Lage und Blick Richtung Hafen kam deutlich mehr Licht rein. Leider sahen wir dadurch auch, dass es mittlerweile heftiger regnete – also war erst mal Stubenarrest angesagt.

Gegen Mittag ließ es dann aber nach und wir brachen auf. Zwar nicht zu dem, was Dieter heute eigentlich vor hatte – nämlich eine Bootsfahrt um Bruny Island – aber auf’s Land. Es ging in den Mount Field Nationalpark.

Raus aus der Stadt, immer am Derwent River entlang. Durch eine unglaublich malerische Landschaft, wo viel Obst, aber auch Getreide angebaut wird.

Zu unserer Überraschung sahen wir sogar große Flächen, auf denen Hopfen wuchs – in Bushy Park im Derwent Valley liegen (neben weiteren Feldern in Victoria) die größten Hopfenanbaugebiete Australiens! Eigentlich kein Wunder – die Aussies sind passionierte Biertrinker und lieben Craft Biere, die vor Ort gebraut werden!

Die Orte werden immer kleiner, und obwohl wir die Bahngleise mehrfach überqueren, scheinen hier schon lange keine Züge mehr zu verkehren.

Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir den Nationalpark, sind zwar zunächst etwas zögernd angesichts des recht hohen Eintrittspreises von 24$ pro Fahrzeug, entschließen uns dann aber doch, zu bezahlen. Alle Nationalparks auf Tasmanien kosten 24$ Eintritt – es gibt noch eine Karte für alle NPs für 60$, die rechnet sich jedoch erst ab dem 3. NP-Besuch.

Wir wollen hier in erster Linie die beiden Wasserfälle besuchen, und schon nach den ersten Schritten Richtung Russell Falls sind wir restlos begeistert! Nicht nur, weil sich die Sonne immer häufiger blicken lässt oder weil es einfach umwerfend intensiv nach Eukalyptus duftet – nein, direkt neben dem Weg suchen zwei ganz kleine Kängurus, Pademelons, seelenruhig nach Futter!

Der Weg durch den Urwald ist pure Magie – gigantische Bäume – Swamp Gums – ragen hoch in den Himmel.

Baumfarne filtern das Licht in dekorativen Mustern, Flechten und Moose überziehen gefallene Stämme mit flaumigen Pelzen in diversen Grün-Schattierungen



Es riecht mittlerweile intensiv nach Zitrone – später erfahre ich, dass es eine Eukalyptusart gibt – Lemon Myrtle – die diesen Duft verströmt. Leider wiússte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, welche Baumart das war und schnupperte einfach begeistert vor mich hin …

Der Weg windet sich stetig an einem kleinen Bach entlang, immer wieder liegen gewaltige Baumstämme herum, die langsam zerfallen. Selbst gefallen wirken die riesigen Stämme aber noch eindrucksvoll!


Schließlich erreichen wir unser erstes Ziel – die Russell Falls.


Über 50 m rinnt das Wasser in mehreren Kaskaden über eine Felswand. Da es wochenlang nicht geregnet hat, ist es nicht allzuviel Wasser – eindrucksvoll ist der Fall aber trotzdem. Leider steht die Sonne jetzt sehr ungünstig direkt oberhalb der Fälle, so dass Fotos schwierig sind.

Hinter dem Fall geht ein Weg ab zum Horseshoe Fall. Nachdem wir jetzt schon mal da sind, wandern wir weiter – es wird allerdings eine ziemliche Kletterei über ca. 230 Stufen! Vile der Felstreppen sind glitschig, mancherorts kommt kaum Sonne durch das Blätterdach.

Oben angelangt stehen wir zunächst an dem Felsvorsprung, über den das Wasser der Russell Fälle hinunter ins Tal rinnt.

Kaum zu glauben, dass das bisschen Wasser so eine hübsche Wirkung entfaltet, wenn es hinunter fällt! Den kleinen Bach entlang geht’s weiter.

Auch der Horseshoe Fall führt nicht allzuviel Wasser, ist aber ein wirklich hübscher Anblick.

Dann geht’s zurück – wieder über unzählige Stufen, was meinem Knie gar nicht gefällt – und anschließend gemütlich am Bach entlang zum Parkplatz.
Es war ein wundervoller Spaziergang in einer unglaublichen Natur – dafür hat sich der Eintrittsreis mehr als gelohnt!

Mittlerweile scheint nicht nur die Sonne von einem fast makellos blauen Himmel, es ist auch 26 Grad warm geworden! Deshalb wird in Hobart nur schnell das Auto abgestellt, dann geht’s gleich zu Fuß weiter zum Hafen. Und dafür liegt unser Hotel wirklich genial – ein paar Schritte durch einen Park mit schönen alten Bäumen …


… und schon ist man am Hafen! Zunächst am Brooke Streeet Pier, wo man oben im Glass House gut (und  teuer!) speisen kann. Unten gibt es diverse günstigere Lokale.

Vorbeiam nächsten Pier schlendern wir Richtung Elizabeth Pier.

Wer wirklich günstig essen möchte, wird an einer der kleinen schwimmenden Imbissbuden fündig.

Oder man kauft sich gleich einen frischen Hummer direkt vom Boot!

Im Hafen ist einiges los, unzählige Fischerboote liegen vor Anker.



Bei Mures ist noch Platz auf der sonnigen Terrrasse.Mit Blick auf Wasser und Boote essen wir gegrillte Ocean Trout mit den leider unvermeidlichen Chips, aber auch mit einem knackigen Salat.

Danach noch ein Bummel in der Abendsonne …

… und dann langsam zurück ins Hotel zu einem Gläschen Rotwein und ein, zwei TimTams …

Also – richtig schön war’s heute wieder!

Ein Kommentar zu “Dschungeltour …

  1. Am Hafen von Hobarth würde es mir auch gefallen. Und erst der Spaziergang im Nationalpark – einfach traumhaft! Ich schwärme ja von solchen Wäldern und Wasserfällen… Wenn ich nicht wüßte, daß du auf Tasmanien bist, hätten die Fotos auch in Patagonien gemacht sein können. Genau solche Landschaften haben wir dort unten auch erlebt und genossen!

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