Halbzeit!!!

Seit genau 40 Tagen sind wir mittlerweile unterwegs, und genau weitere 40 Tage liegen noch vor uns! Und jeder Tag war bisher wirklich toll – hoffentlich bleibt das weiter so!

Zwar hatten wir jetzt auf Tasmanien nicht immer das ganz große Glück mit dem Wetter, aber so richtig schlecht war es bisher eigentlich nie.

Irgendwie war zumindest die Hälfte des Tages immer ganz akzeptabel!

So war’s auch heute wieder – die erste Tageshälfte fiel reichlich wässrig aus! Es war nicht ganz einfach, morgens im Regen das Gepäck im Auto zu verstauen, ohne dass alles – uns eingeschlossen – nass war.

Trotz des miesen Wetters machten wir einen kleinen Seitenschlenker durch die Berge und fuhren über den Elephant Pass, denn die heutige Strecke bis St. Helens war wirklich sehr kurz.
Die Straße schraubt sich dort in unzähligen Serpentinen immer höher – viel sehen konnten wir allerdings leider nicht! Denn kaum waren wir ein paar Kilometer den Berg rauf gefahren, ging es fast im Blindflug weiter – es wurde immer nebliger! Schade, denn die Strecke ist eigentlich sehr schön!


Viel zu früh zum Einchecken kamen wir in St. Helens an, das war aber überhaupt kein Problem! Ein bisschen problematischer fand ich die Ausstattung unseres Apartments – zum Schlafzimmer ging es eine sehr schmale und steile Treppe hoch und im Wohn- und Küchenbereich standen gleich zwei Zusatzbetten, die ein bisschen Klinikatmosphäre verbreiteten! Das war aus den Bildern der Website so wirklich nicht ersichtlich gewesen.

Aber wir haben uns bisher noch an jede Unterkunft gewöhnt – und so viel hält man sich darin ja nicht auf. Außerdem funktionierte die Heizung und das Bett hatte beheizbare Unterbetten – bei heute nur 14°C war beides hochwillkommen!

Ein Kaffee zum Aufwärmen, ein prüfender Blick nach draußen – es klarte auf! Zwar machte sich die Sonne weiterhin rar, für ein bisschen Sightseeing reichte es aber allemal. Zuerst ein kurzer Gang durch’s Städtchen, das wirklich sehr übersichtlich ist, aber einen netten Hafen hat. Dann zuerst ein Stückchen nach Süden, auf eine sehr langgezogenen Halbinsel, zum St. Helens Point.

Über eine erstaunlich gute Gravelroad ging es leicht hügelaufwärts, immer wieder hatte man tolle Blicke auf den tobenden Ozean. Denn es stürmte auch heute wieder ganz gewaltig!



Am Ende der Straße war ein kleiner Slipway und man konnte von dort aus durch den Busch um die Spitze des Kaps herum wandern, auf einem Track mit dem netten Namen „Beerbarrel Beach Track“. Den ganzen Track liefen wir nicht, aber doch ein Stück – und plötzlich waren wir im Windschatten und das Wasser war fast ruhig.

Am Weg blühte es noch überalle, aber es gab auch schon die ersten Hagebutten und viele Beeren.

Kaum liefen wir wieder zurück, packte uns der Wind erneut und auch das Meer schäumte wieder.



Nächstes Ziel war Binalong. Hier waren wir vor 5 Jahren bei strahlender Sonne und seidenglattem Meer.  Binalong ist eigentlich nur eine langezogenen Kolonie von Häusern, überwiegend Ferienhäuser, ein paar Restaurants und einem kleinen Slipway. Die Ecke ist von unglaublicher Schönheit, man überblickt die gesamte Bay of Fires und die mit roten Flechten bedeckten Felsen geben vor allem bei Sonne ein sehr malerisches Bild.

Heute war es auch irgendwie malerisch – aber auf völlig andere, ziemlich dramatische Art! Wellen peitschten auf die Steine, Gischt sprühte.




Selbst in eher geschützten Buchten kochte die See.


Am Slipway konnten wir uns mal informieren, was es hier so an Fischen gibt. Etliche davon hattten wir in den letzten Tagen schon auf dem Teller, andere kannten wir aus Großbritannien, aber einige waren uns doch neu.

Trotz Sturm und Gischt kletterten wir wieder auf den Felsen rum – ein Fotograf baute dort gerade sein Stativ auf, um die riesigen Wellen festzuhalten.


Wenn man jedoch nur ein kleines Stück um die Ecke wanderte, zeigte sich ein völlig anderes, idyllisches Bild.


So spannend es hier war – jetzt wollten wir doch noch bis ans Ende der Bay of Fires fahren, zu The Gardens. Denn wer weiß, wie das Wetter morgen wird – auf die Wetter App ist da zur Zeit wirklich wenig Verlass! Nach wie vor hängt ein Wolkenwirbel über uns fest.

Bei den Gardens endet die Straße – zum eigentlich nicht weit entfernten Eddystone Point Lighthouse in der Ansons Bay muss man einen riesigen Umweg fahren – oder eine Bootstour machen. Genau das hatten wir eigentlich für morgen vor – aber bei dem Wind fährt zur Zeit keiner raus, der nicht unbedingt muss!

Also nur zu den Gardens…. Das sind keine Gärten, es ist einfach nur wunderschöne Natur – obwohl Lady Jane Franklin diese entlegene Ecke 1835 angesichts der hier blühenden Wildblumen so benannt hat.

Die wurden heute allerdings ziemlich vom Winde verweht und waren kein Foto wert. Vielleicht morgen … Stattdessen gab es witzige winzige Schweine in einer fast schottisch anmutenden Umgebung!

Ein Stück die Küste entlang laufen – zunächst mit dem Wind im Rücken, aber mit reichlich Sand in der Luft! – zu gigantischen Felsen, dick mit roten Flechten bewachsen. Zu kleinen Flecken Puderzuckersand, zu dramatischen Aussichten auf das tobende Meer.




Zurück gab’s reichlich Sand zwischen die Zähne, in die Augen und sogar zwischen die Zehen – trotz Sneaker und Socken!

Ziemlich durchgefroren aber auch ziemlich glücklich gondelten wir nach Hause. Leider ist die Gastronomie in St. Helens mehr als dürftig, die meisten Urlauber hier sind offenbar Selbstversorger und grillen lieber als essen zu gehen. Deshalb holten wir uns am Hafen ein großes Stück gegrillten tasmanischen Lachs und Pommes, peppten das im Apartment noch mit Tomaten und Gurken auf, dazu ein kühles Bier – besser wäre es im Restaurant garantiert auch nicht gewesen!

Die heutige Strecke:

2 Kommentare zu “Halbzeit!!!

  1. Tolle Bilder vom aufgewühlten Meer und der malerischen Landschaft drumherum – ich beneide euch um diesen Tag, an dem ihr die Gewalt der Elemente erleben durftet!

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