What a difference a day makes …

Wow, mal was ganz Unerwartetes -- die Sonne schien schon am frühen Morgen!!! Die Wolken am Himmel waren von der eher malerischen, blau-weißen Art, die sich auf Fotos gut machen.

Und die ganze Welt -- einschließlich unseres eigentlich sehr hübschen Motels -- sah plötzlich anders aus.

Das schrie förmlich nach: Möglichst schnell raus in die Natur!!!

Bei Sonne wirkte die Motelanlage wirklich nett -- sogar unser kleines Häuschen! In dem wir übrigens überraschend gut geschlafen hatten, den kuschligen Heizdecken sei dank!

Zwar waren die Temperaturen noch nicht wirklich sommerlich, aber das störte uns nicht. Wir wollten ja nicht baden, sondern erst mal ins Landesinnere, zu den St. Columba Falls.  Der Weg dorthin führt zunächst durch hügeliges bewaldetes Gelände -- offenbar ein Dorado für Motorradfahrer, die die vielen Kurven lieben! Jedenfalls waren davon heute reichlich welche unterwegs!

Zum Glück war deren Ziel nicht der Wasserfall, sondern ein Pub, das Pub in the Paddock, das auf dem Weg liegt. Es ist eines der ältesten Pubs Tasmaniens und liegt idyllisch mitten in den Wiesen. Uns war es für einen Frühschoppen oder Lunch noch zu früh, wir fuhren weiter durch eine malerische Landschaft mit Allgäu-Ambiente. Kühe, kleine Farmen, saftige Wiesen, Wälder …


An den Apfelbäumen werden die Äpfel gerade rot, Pflaumen reifen derzeit und überall gibt es noch Kirschen! Die Fälle liegen ziemlich versteckt im Wald, von der Straße aus kann man sie aber schon recht gut sehen. Verglichen mit den Bildern im Internet sind sie im Moment allerdings etwas dürftig -- es hat wochenlang nur sehr wenig geregnet.

Trotzdem muss man natürlich runter, zum Fuß der Fälle. Wobei die schon schnell zur Nebensache wurden, denn hier ist eindeutig der Weg das Ziel! Denn der ist Idylle pur -- es geht stetig leicht bergab durch einen üppigen Regenwald mit teils riesigen alten Baumfarnen und Eukalypten sowie diversen anderen Arten.



Kleine Bäche werden überquert, manche Stellen sind durch Zäune gesichert, weil es ziemlich steil den Hang runter geht. Aber obwohl wir leise waren und wirklich intensiv Ausschau gehalten haben -- einen Platypus (Schnabeltier) haben wir nicht zu Gesicht bekommen, obwohl sie hier siedeln.


Es ist dämmrig hier -- und sehr ruhig. Zum Glück sind auch nur wenige Leute da.

Erst am Fuß der Wasserfälle ist etwas mehr Betrieb -- ein paar Jugendliche, die mit Selfies beschäftig sind, Wanderer mit Hochgebirgsausrüstung (aber die gehen ja vielleicht den Track weiter, der noch zu den Halls Falls führt) und ansonsten noch einige wenige Naturinteressierte.

Die Sonne knallt mitttlerweile direkt auf das Wasser, das über die Felsen runter schießt -- keine guten Voraussetzungen für brauchbare Fotos!



Der Rückweg geht bergauf -- und erstmalig seit längerer Zeit komme ich ins Schwitzen! Denn mittlerweile brennt die Sonne ganz schön!

Nach Wasser und Wald ist jetzt Wasser und Strand -- oder besser, Felsen -- angesagt! Unterwegs gibt’s an Land und im Wasser immer wieder was zu sehen.

In Binalong gehen wir zu den selben Orten wie gestern -- und erleben eine völlig veränderte Aussicht! Tiefblau schimmert das Meer, schneeweiß die Strände der Bay of Fires in der Ferne, das Wasser ist glasklar.




Zwar sind wir weit entfernt von der Tropenstimmung beim letzten Besuch vor 5 Jahren, wo bei über 30 Grad und kompletter Windstille wirklich Südseefeeling aufkam -- aber es ist auch bei 23 Grad und leichtem Wind einfach umwerfend schön hier!




Einfach auf einem Felsen sitzen und dem Meer zuschauen, wie es sich -- heute ganz sachte -- bewegt. Oder auf den Felsen herum klettern und immer wieder neue Perspektiven entdecken. Oder den kreischenden Möwen zuhören. Oder einfach nur die klare Luft und die Sonne genießen!

Oder weiter fahren. Nochmal zu den Gardens … Auch die sehen heute ziemlich anders aus!

Hier endet die Straße, weiter geht es nur zu Fuß, durch hohe Dünen und über Felsen runter zum Strand.


Ohne dass einem der Sand um die Ohren fliegt und die Finger klamm werden, kann man heute das „kleine Ende der Welt“ ungestört genießen -- obwohl es auf den Felsen nach wie vor recht windig ist. Heute hat man auch mal Muße für einen Blick zum Boden, wo im Puderzuckersand doch erstaunlich viel wächst!


Muße, um die knorrigen kleinen Bäume zu bewundern, die dem Wind beharrlich trotzen.


Muße, um den irrwitzigen Kontrast zwischen schneeweißem Sand, tiefblauem Meer und roten Felsen zu bestaunen. Und über die Felsen zu laufen, den rauen Granit spüren, die Aussicht genießen, sich einfach nur wohl fühlen!

Das alles genießen wir so lange wie möglich -- aber irgendwann müssen wir dann doch zurück. Vorbei an der fast endlos langen weißen Stränden der Bay of Fires geht’s heimwärts.


Weil’s so schön war, gibt’s die Bay of Fires hier auch noch im Video:

Und selbst direkt vor unserer Haustür gibt’s noch was zu sehen -- die kleine Bucht vor dem Motel ist Heimat von Enten, Möwen und etlichen anderen Wasservögeln, die sich jetzt langsam für die Nacht einrichten.

Während die Sonne sank, versenkte ich einen kleinen Wäscheberg in der (kostenlosen!) Gästelaundry und nachdem die Waschmaschine beschäftigt war, fuhren wir wieder zum Hafen, um uns was zu Essen zu holen. Denn eine echte Alternative hatten wir auch heute nicht gefunden -- aber das stört uns nicht, denn der Fisch ist prima!

Die heutige Strecke:

Ein Kommentar zu “What a difference a day makes …

  1. Der Weg durch den Wald zu den Wasserfällen – einfach herrlich, ich kann mir kaum etwas Schöneres vorstellen… 
    Aber auch die Strände, das Meer, die Buchten mit den farbigen Felsen sind ungemein malerisch, wirklich alles wunderschön.
     Vielen Dank, daß du uns an dieser zauberhaften Landschaft teilhaben läßt! 

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