Sunshine Coast und Everglades

Das mit dem Sunshine stimmt derzeit nur sehr bedingt – das wurde uns schnell klar, nachdem wir in Brisbane angekommen waren.

Aber zunächst waren wir einfach nur froh, dass nicht nur wir, sondern auch unsere Koffer angekommen waren! Es dauert zwar etwas länger, bis sie auf dem Band erschienen, weil dort gleich drei Maschinen von Jetstar ihr Gepäck bekamen – aber am Ende waren wir alle wieder glücklich vereint!

Mit Gepäck ging’s zum Schalter von Alamo, um den Mietwagen abzuholen. Nur – da war keiner! Stattdessen ein Schild mit ziemlich komplexen Anweisungen, wie man zu seinem Mietwagen kommt.

Dazu muss man aber erst mal wissen, a) was ein Travellator ist und b) wo und was die Sky Bridge ist. Beides wurde auf die altmodische Weise in Erfahrung gebracht – man fragt jemand, der sich auskennt! Letzlich rollten wir mit einem erheblich größeren Auto als gebucht, einem riesigen SUV – wieder mal ein Upgrade – der allerdings schon reichlich Schrammen und Beulen hatte, vomParkplatz.

Kaum hatten wir Brisbane verlassen und fuhren Richtung Sunshine Coast, verkrümelte sich der Sunshine. Bis wir in Noosa waren, wo wir die kommenden 3 Tage bleiben, war es düster und die ersten Tropfen fielen.  In unserer Unterkunft At The Sound gab es gleich wieder ein Upgrade: statt des gebuchten Garden Apartments im Erdgeschoss gab es eines im 1. Stock – unten war wegen der starken Regenfälle der letzten Tage Wasser rein gelaufen.

Uns war das egal, wir freuten uns über das helle und geräumige Apartment und tranken erst mal Kaffee.

Ein Plausch mit Marge, unserer Wirtin, brachte uns bei der ohnehin geplanten Everglade-Bootstour für morgen gleich einen Rabatt von 10$ pro Person, als sie direkt beim Veranstalter anrief. Morgen – so behauptete unsere Wetter-App – sollte es so ab Mittag zwar nicht sonnig, aber zumindest trocken sein! Das glaubten wir jetzt einfach mal und buchten die Nachmittagstour.

Weil es anhaltend regnete, blieb uns heute nicht viel mehr als ein Einkaufstripp zu Coles – wir hatten ja von Tasmanien nichts mitgebracht und müssen uns auch in Queensland wieder selbst versorgen – und später ein eher kurzer Spaziergang zu einem der vielen Seitenarme des Noosa River.

Am nächsten Tag wurden wir kurz nach 13 Uhr abgeholt und per Bus ca. 40 Minuten lang bis zu einem Ecocamp am Lake Cootharaba gefahren. Mit uns im Bus noch 7 weitere Personen – mehr nahmen an diesem trüben Tag nicht an der Tour teil.

Durch einen gespenstischen Wald, wo die Bäume teils direkt im Wasser standen, wanderten wir zur Anlegestelle.


Im Gras unter einem Baum schlief eine Schlange, die sich auch dann kaum stören ließ, als unser Guide sie mit einer Hand hoch hob.

Es war eine Python, also eine ungiftige Würgeschange, die aber ggf. auch kräftig zubeißen kann. Eine unserer Mitfahrerinnen meinte lachend, dass in jedem zweiten Haus in Queensland eine Python wohnt, die Ungeziefer und Mäuse fern hält und deshalb geduldet wird. Also – mein Fall wäre das eher nicht …

Der riesige Lake Coothabara, rund 10 km lang und 5 km breit, ist der größte Süßwassersee Queenslands und Tor zu den Everglades. Obwohl fast nirgends tiefer als 1,5 m ist, benahm er sich heute wie ein großes Meer und zeigte kräftige Wellen mit Schaumkronen.

Weil das Wasser im Uferbereich so flach ist, musste das Boot erst mal ins tiefere Wasser geschoben werden.


Dann tuckerten wir recht langsam über den See – der Wind war wirklich heftig. Nach ca. 20 Minuten war die andere Seite erreicht und wir glitten in einen der unzähligen Wasserläufe. Fast schlagartig hörte der Wind auf.

So hatten wir uns die Fahrt vorgestellt:

Aber heute sah es eher so aus:

Trotzdem war es unglaublich schön, durch die schmalen Flussarme zu gleiten. Damit man sich nicht verfährt, gibt es an Kreuzungen Wegweiser.

Dave, unser Bootsfahrer, stellte immer mal wieder den -ohnehin sehr leisen – Motor ab und wir glitten einfach nur lautlos dahin, ringsum nur Zikaden, ab und zu Schreie von Vögeln.

Zwischendurch weitet sich der Fluss mal zu einem kleinen See.


Dann wurde es wieder eng.



Gute zwei Stunden glitten wir durch eine atemberaubend schöne Landschaft.

Zwischendurch wurde dann die „Bar“ eröffnet – es gab australischen (sehr guten, trockenen!) Sekt und Kuchen für alle. Weil Flaschen für 30 Gäste geladen waren, wir aber nur 9 waren, floss der Schaumwein in Strömen!

Immer wieder fuhren wir an völlig verkohlten Bäumen vorbei – dave erzählte, dass Jugendliche ein Campfeuer nicht richtig ausgemacht hatten, was – trotz des vielen Wassers ringsum – zu einem verheerenden Buschbrand geführt hatte. Die Bekämpfung war schwierig, weil man hier ja nur mit dem Boot hin kommt.


Als wir wenig später an einem Campground an Land gingen und ein Stück durch den Busch liefen, konnten wir hautnah sehen (und riechen!), was das Feuer hier angerichtet hatte.

Aber man sah auch, dass die Natur sich bereits wieder erholte, überall spossen bereis wieder kleine Bäume!

Der Weg zurück über den See war eine ziemlich windige Angelegenheit. Im Camp (das auch eine eigene Brauerei und ein sehr gutes Restaurant hat) wurden wir noch mit zwei riesigen Tapas-Platten mit Käse, Oliven, Schinken, Chorizo und anderen Köstlichkeiten verwöhnt und es entspannen sich noch nette Gespräche, bevor wir wieder in den Bus verfrachtet uund heim gefahren wurden.

Alles in allem – trotz fehlender Sonne ein richtig toller Ausflug!

Hier waren wir heute:

Ein Kommentar zu “Sunshine Coast und Everglades

  1. Eine wunderschöne Tour auf dem Fluß – nur schade, daß das Wetter nicht so recht mitgespielt hat…

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