Warum in die Ferne schweifen …?

Mit Reiseerinnerungen ist es so eine Sache.

Einerseits freut man sich, wenn man Videos und Bilder anschaut oder in Worte gefasste Erinnerungen liest, weil man so viel Schönes, Spannendes, Interessantes erlebt und gesehen hat.

Andererseits kommt dann gleich wieder die Sehnsucht, das Fernweh! Man möchte wieder los, Neues sehen, Altes nochmal erleben.

Man will wieder in die Ferne schweifen …

Denn das Gute, das so nah ist – und das es zweifellos gibt! – ist eben immer da. Ist vertraut. Längst bekannt. Tausendmal gesehen, erlebt, besucht. Während die Ferne mit dem salzigen Duft des Meeres lockt, dem weiten Blick hinab von Bergen, mit tropischen Inseln, exotischem Essen und vielem mehr.

Im Moment geht das aber alles nicht. Ein Virus verdammt uns zum daheim bleiben, hindert uns am Pläne schmieden. Da nutzen wir die Zeit eben, um in Erinnerungen zu schwelgen. Und weil die ganz besonders plastisch sind, wenn sie nicht in statischen Bildern, sondern in bewegten rüber kommen, gibt es hier eine Video-Zusammenfassung unserer letzten Reise nach Norwegen im August 2020.

Kleiner Hinweis vorab: Zur Verbesserung der Wiedergabequalität auf PCs und Laptops nach dem Start des Videos unten rechts auf das kleine Rädchen klicken und Auflösung höher einstellen. Und wer oben links auf den kleinen Leuchtturm klickt, kommt zur Playlist mit allen unseren Reisevideos.

Norwegen war monatelang dicht, Touristen durften nicht ins Land. Erst ab 15. Juli kam die Lockerung für Reisende aus Deutschland. Das nutzten wir so schnell wie möglich, fuhren am 6. August zunächst nach Flensburg, wo wir einen wunderbaren Sommerabend verbrachten.


Am 7. August ging’s dann von Hirtshals aus übers Meer, nach Kristiansand, einem wirklich schönen Ort, um in Norwegen anzukommen.

Nicht nur das Örtchen ist sehenswert – ganz besonders lohnend ist eine Fahrt mit dem Boot durch die Schären!

Immer an der Küste lang ging es drei Tage später von Kristiansand nach Stavanger. Die Strecke ist wirklich atemberaubend schön – eigentlich sollte man sich viel mehr Zeit dafür lassen, aber auch so bekommt ihr einen guten Eindruck.

Stavanger war trotz diverser coronabedingter Einschränkungen wunderbar entspannt – und das tolle Wetter rief förmlich nach einer Bootsfahrt auf dem Lysefjord! Statt hinauf zu klettern, konnten wir auf der Fahrt den berühmten Preikestolen von unten bestaunen – in unserem Alter die garantiert bessere Alternative!

Schon am nächsten Tag gab es weitere Highlights – es ging zur Hardangervidda mit den spektakulären Wasserfällen Langfossen, Latefossen und Voringsfossen.

Eine wunderschöne Route erwartete uns auch am Tag danach – wir fuhren nach Bergen, vorbei am Steindalsfossen. In Bergen wurde es wettermäßig zwar etwas durchwachsen, aber die bunten Häuser am Hafen (Tyske Bryggen), das Freilichtmuseum Gamle Bergen und die Stabkirche Fantoft waren auch bei trübem Wetter eindrucksvoll. Nach zwei richtig schönen und sehr entspannten Tagen in Bergen fuhren wir weiter, zunächst zum Tvindefossen und nach Gudvangen.

Weiter ging’s nach Aurlandsvangen und von dort zum grandiosen Aussichtspunkt Stegastein. Hier machten wir allerdings einen Fehler – statt die aussichtsreiche Strecke über den Berg zu wählen, fuhren wir dummerweise zurück und durch den – immerhin längsten – Straßentunnel der Welt! 24,5km unterirdisch!!

Nach dem Tunnel gab’s einen Abstecher nach Kaupanger mit seiner Stabkirche, danach ging es zügig nach Balestrand am Sognefjord, dem norwegischen Lieblingsziel von Kaiser Wilhelm II, der dort im prächtigen Kviknes Hotel residierte.

Am Tag darauf wurde es eisig-heiß. Wir wanderten zu einem Gletscher, den Nigardsbreen, Teil des gigantischen Gletschers Jostedalsbreen, des größtes Gletschermassivs auf dem europäischen Festland, dessen Eismassen – würde er komplett schmelzen – ausreichen würden, um ganz Norwegen 100 Jahre lang mit Wasser zu versorgen!

Eisig war das Eis, heiß waren die Lufttemperaturen, 24°C!!! Danach ging es durch wundervolle Landschaften nach Skei.

Ein Gletscher kommt hierzulande selten allein! Von Skei aus gab es die Qual der Wahl – Brikdalsbreen oder Kjenndalsbreen ? Wir wollen beides – auch wenn das bedeutete, auf längere Wanderungen zu verzichten. Es geht vorbei am verträumten spiegelglatten Gletschersee Oldevatnet in dem sich die Berge spiegeln, bis zum – normalerweise mit Reisebussen überfüllten, heute aber völlig leeren, Parkplatz am Brikdalsbreen.


Hier ist es uns zu schattig, weiter geht’s, ein schmales Sträßchen entlang des idyllischen Lovatnets, mit grandiosem Panoramablick, bis zum Kjendalsbreen. Dort eine kleine Wanderung, Kaffee und Kuchen vor toller Kulisse, und dann weiter nach Hjelle, ins zauberhafte Hjelle Hotel.

Am Tag danach kamen wir in einen der bekanntesten Orte Norwegens – Geiranger. Der gleichnamige Fjord ist Weltnaturerbe, und normalerweise liegen mindestens ein oder zwei riesige qualmende Kreuzfahrtschiffe vor dem winzigen Örtchen. Dieses Jahr war da nichts, nur Ruhe.

Auch hoch über Geiranger war es ruhig. Unsere Fahrt ging am blaugrünen See Djupvatnet entlang auf den 1476 m hohen Berggipfel Dalsnibba oberhalb von Geiranger mit phantastischer Aussicht. Auch hier weder Gedränge noch Selfiesticks, man konnte das unglaubliche Panorama ungestört genießen.

Auch am folgenden Tag ging es wieder hoch hinaus bzw. hinunter – von Geiranger aus fuhren wir nach Valldal und nahmen von dort aus die Trollstigen in Angriff. Unzählige Kurven und Wahnsinns-Blicke!

Raus aus den Bergen, runter ans Meer ging es am nächsten Tag – zuerst nach Ålesund, wo uns zunähcst strömender Regen erwartete, der aber einem traumhaften Sonnenuntergang wich, am folgenden Tag über 7 Brücken entlang der Atlantikstraße nach Kristiansund.


Von der Klippfischstadt Kristiansund fuhren wir weiter zur Rosenstadt Molde.

Zwei Tage bleiben wir in Molde, dann ging es zum nördlichsten Punkt unserer Reise, nach Trondheim.

Das Ende der Reise nahte jetzt schnell – raus aus der Stadt und rein in die Berge: Von Trondheim ging es in den Jotunheimen NP, zum Sognefjell und nach Lemonsjøen.


Nach nur einer Nacht im gemütlichen Lemonsjø Fjellstue & Hyttegren kamen wir am nächsten Tag zur letzten Station unserer Reise, nach Oslo.

Tja – und dort endete unsere diesjährige Norwegen-Reise.

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