4./5. Juli : Pitstop in Schleswig

Endlich wieder unterwegs!
Eine staufreie Autobahn brachte uns am Sonntag ziemlich flott bis kurz vor Hamburg, erst dort wurden wir durch den schon fast obligatorischen Elbtunnel-Stau ausgebremst.
Aber danach war es nicht mehr weit bis zu unserem Tagesziel, Schleswig.

Zwei Übernachtungen hatten wir hier eingeplant, denn trotz aller Vorfreude auf Norwegen wollten wir auch noch ein bisschen was von der schönen norddeutschen Küstenlandschaft sehen.

Unser kleines Hotel in Schleswig liegt direkt an der Schlei, vom Balkon aus hat man einen schönen Blick auf – endlich mal wieder!!! – Wasser und Boote!

Auch das Zimmer ist hübsch und frisch renoviert.

Müsste man nicht dauernd seinen Impfnachweis vorlegen, mit der Luca-App einchecken und Masken tragen, wäre es fast wie früher.

Noch ein kurzer Spaziergang durch den weitläufigen Park am Wasser – dann war es Zeit für ein kühles Pils mit Matjes und Bratkartoffeln in der warmen Abendsonne.


Die idyllische Abendstimmung wurde nur dadurch getrübt, dass uns aus heiterem Himmel die Nachricht erreichte, dass unsere schon vor Monaten gebuchte Unterkunft in Kristiansand völlig überraschend wegen angeblicher Überbuchung storniert worden war! Innerhalb von Stunden eine Alternative in der völlig ausgebuchten (und extrem teuren!) Stadt zu finden, war mehr als schwierig – letztlich klappte es wirklich nur mit viel Glück und wir hoffen jetzt einfach mal, dass da nicht wieder was schief geht! Aber die Dame am Telefon klang supernett und irgendwie hat ja bisher auch alles geklappt …

Für den nächsten Tag war eigentlich mieses Regenwetter angesagt – aber Petrus hatte ein Einsehen und verdarb uns unseren ersten Reisetag nur wenig. Ein paar Tropfen am frühen Morgen, ein paar dunkle Wolken ab und zu, am späten Nachmittag noch einen kurzen Guss, das war’s. Zum Trost gab es  aber auch reichlich Sonne heute.

Die Schlei entlang gondelten wir am Vormittag durch kleine Dörfer und eine grüne Sommerlandschaft, zunächst zu einer kleinen Fähre mitten im Nirgendwo.
Brücken gibt es hier nicht sehr viele, stattdessen tuckern immer wieder kleine Autofähren gemächlich über die Schlei. Die auf dem Bild nahmen wir aber noch nicht, stattdessen ging’s erst mal weiter – hierher! Und wem das Haus jetzt bekannt vorkommt, ist garantiert schon etwas älter und hat mindestens einmal die in den 1990ern bis frühen 2000ern so beliebte Fernsehserie „Der Landarzt“ gesehen! Denn das hier ist wirklich das Haus, in dem Christian Quadflieg den treusorgenden Arzt spielte. Heute ist es ein Café, das schon am Vormittag sehr gut besucht war. Die Lage ist ein Traum, ringsum nichts als Natur.

Mangels Kuchenhunger (es war schließlich erst 11 Uhr!) verzichteten wir auf die Einkehr und fuhren weiter Schlei-abwärts bis Arnis. Der winzige Ort ist ein richtiges Bilderbuchdorf, mit buckligem Kopfsteinpflaster und wunderschönen alten Häusern, alle in top-gepflegtem Zustand und mit üppigem Blumenschmuck.
Ein Spaziergang durchs Dorf und an der Schlei entlang war da ein Muss! Beim Schlendern am Wasser, vorbei an Gärten zur Linken und Booten zur Rechten, stellten sich jetzt mehr und mehr Urlaubsgefühle ein.

Schliesslich nahmen wir dann doch die Fähre – zwar hier nur eine Sache von wenigen Minuten, aber immerhin die erste einer noch langen Reihe kommender Fährüberfahrten auf dieser Reise.
Nächster Stopp war Kappeln, kurz dahinter verbindet sich die Schlei mit der Ostsee. Kappeln ist hübsch, war aber sehr voll. In den Straßen und auf den Ausflugsbooten drängten sich die Menschen.




Auch hier gab’s einen Stadtbummel, allerdings zog es uns bald wieder aufs Land. Da die Brücke auf die andere Seite der Schlei gerade mal wieder oben war, bleiben wir einfach auf der Seite, wo wir gerade waren.

Kaffee und Kuchen wären jetzt nicht schlecht, deshalb gings nochmal zurück zum Landarzt. Unterwegs ein kleiner Farbenrausch – riesige Beete mit knallbunter Kapuzinerkresse tauchten plötzlich am Straßenrand auf.

Direkt daneben weideten Esel …

Die Idee mit dem Landarzt-Café hatten allerdings noch unzählige andere, der Parkplatz quoll über! Aber nur 50m weiter gibt’s ein ebenfalls nettes kleines Café bei der Marina, hier sitzt man auf der Terrasse mit Blick auf dümpelnde Boote wunderschön! Der Butterkuchen war ein Gedicht, der Kaffee weckte Tote auf, alles passte.
So langsam zog sich der Himmel jetzt zu, wir wagten dennoch einen letzten Abstecher, nach Eckernförde.

Der Weg dorthin führt über eine Brücke, die es so sicher kein zweites Mal in Deutschland gibt! Hier teilen sich nämlich Autos und Bahn die schmale Fahrbahn und damit alles immer gut geht, wird per Ampel geregelt, wer gerade freie Fahrt hat.

Eckernförde ist eigentlich ein hübscher Ort, nur entlud sich genau dort der einzige Schauer des Tages. Es blieb also eine ganz kurze Stippvisite, noch ein Blick auf den Strand – und auf eines der unzähligen mobilen Testzentren – dann machten wir uns auf den Heimweg.


Je näher wir Schleswig kamen, desto sonniger wurde es. Das malerische weiße Schloß Gottorf , das größte Schloss Schleswig-Holsteins, leuchtete förmlich in der Spätnachmittagssonne. Malerischer geht’s kaum – das Schloss liegt auf einer Insel, umgeben von einem Park, den wir, abgesehen von ein paar Skulpturen, ganz für uns alleine hatten. Zwar ist von der 800-jährigen Geschichte des Schlosses kaum noch was zu ahnen, aber es ist einfach nur schön dort.




Zum Hotel war es danach nur noch ein Katzensprung. Zu faul, um woanders hinzugehen, landeten wir wieder auf der Terrasse am Wasser beim kühlen Bier und prima Essen.

Morgen geht’s dann über zwei Grenzen, einmal nach Dänemark und von Hirtshals aus mit der Fähre nach Norwegen.

Hier unsere Ausflugsstrecke die Schlei entlang:

Ein Kommentar zu “4./5. Juli : Pitstop in Schleswig

  1. Wie schön mit euch wieder auf Reisen zu gehen!
    Du bist schon wieder soooo fleißig mit deinem Blog, Renate.
    Euch eine ganz tolle Zeit und hoffentlich keine weiteren Überraschungen bei den Hotels!
    glG
    Barbara

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