25. Juli : Winds of Change – In der Sonne nach Brønnøysund!

Sie wusste noch, wie’s geht – die Sonne! Strahlend hell stand sie schon am frühen Morgen am Himmel, als hätte sie die letzten zwei Wochen nichts anderes getan!

Die kräftigen Winde der vergangenen Tage hatten die Regenwolken offenbar weg gepustet. Und auch wenn das den Spannungsbogen natürlich ganz erheblich abflacht, verrate ich es jetzt schon – es sollte den gesamten Rest der Reise sonnig bleiben!

Naja – irgendwie hatten wir das ja auch schon ein bisschen verdient …

Vor lauter Begeisterung standen wir schon früh auf, das Frühstück war heute eher Nebensache (und fand ohnehin im Selbstverpflegungs-Modus statt), denn die erste Fähre, mit der wir weiter mussten und die wir nehmen wollten, ging um 9:20. Dachten wir – hatten aber übersehen, dass heute Sonntag war. … Und da ging die erste Fähre erst um 10:35!

Nachdem wir nun aber schon mal da waren, wurde das Auto vorsorglich schon mal in die Reihe gestellt (da standen schon einige andere) und wir spazierten in der Morgensonne rund um den Hafen herum.


Es ist unglaublich, wie blauer Himmel und strahlende Sonne eine Landschaft verändern – und unsere Stimmung natürlich ebenso!




Kurz vor unserer Abfahrt ein weiteres, völlig unerwartetes kleines Highlight: In der Ferne tutete es und langsam schob sich ein Hurtigruten Schiff ins Blickfeld und legte am kleinen Kai von Nesna an. Da wir seit unserer ersten Norwegenreise 2018 (und erst recht seit unserer Fahrt mit dem Hurtigruten Schiff „Richard With“ von Trondheim nach Bodø) totale Hurtigruten-Fans sind, begeistert uns jedes der schlanken schwarz-rot-weißen Schiffe immer wieder aufs Neue.


Wenig später fuhr unsere Fähre los, vorbei an der „Nordkapp“, die ebenfalls gerade ablegte und uns folgte.


Nicht für lange – die Nordkap hatte eine andere Route als wir. 20 Minuten dauert es von Nesna nach Levang, jede Minute war ein Genuss!

Mal durch eine sonnendurchflutete Landschaft zu fahren, war ein Genuss! Die eindrucksvolle Helgelandsbrücke war zwar nur einen Fotostopp wert.

Deutlich mehr Zeit nahmen wir uns in Alstahaug. Hier steht nämlich seit dem 12. Jh. nicht nur eine der ganz wenigen Steinkirchen Nordnorwegens – die auch noch einen ganz ungewöhnlichen Kirchturm hat – sondern sie ist auch untrennbar verbunden mit einem der ganz großen norwegischen Lyriker und Theologen des 17. Jh., der gleichzeitig hier Pfarrer war – Petter Dass.

Da heute Sonntag war, fand in der Kirche ein Gottesdienst statt. Wir konnten noch ein wunderbares Orgelkonzert durch die geöffnete Tür hören, bevor zahlreiche in Tracht gekleidete Menschen heraus strömten.

Unmittelbar neben der Kirche befindet sich das ultramoderne Petter Dass Museum, eine Symphonie aus Glas, Holz und lokalem Stein.
Angesichts des tollen Wetters kletterten wir jedoch lieber die schmale Treppe zwischen Museum und Felswand  rauf zu einem Gedenkstein für Petter Dass und genossen von oben den Blick über eine atemberaubend schöne Landschaft.



Leider hatten wir nicht ewig Zeit, denn heute lagen noch zwei weitere Fähren vor uns und die Sonntags-Fahrpläne sind oft ziemlich ausgedünnt. Deshalb ging’s weiter nach Tjøtta. 

Hier mussten wir die Fähre um 13:05 erwischen – sonst würde unser heutiger Zeitplan schwer ins Wanken geraten, denn die nächste ging erst um 15:30.

Okay, das klappte schon mal! 50 total entspannte und aussichtsreiche Minuten waren wir von Tjøtta nach Forvik unterwegs.




Die nächste Fähre von Andalsvåg nach Horn sollte laut Google Maps in nur 17 Minuten erreichbar sein und um 14:45 ablegen – also reichlich Zeit, um eine wunderschöne kleine weiße Kirche ausgiebig zu begutachten.

Ein kurzer erneuter Blick auf den Fahrplan – und der Schreck fuhr mir in die Glieder! Mal nicht richtig hingeguckt – ich hatte die Strecke für die umgekehrte Route angeschaut! Unsere Fähre ging hingegen bereits um 14:20, also in gut 15 Minuten! Erstmalig missachteten wir alle Geschwindigkeitsbegrenzungen und fuhren auf der – vollkommen leeren – Straße in Windeseile Richtung Fähre. Und kamen als allerletzte wirklich gerade noch ganz knapp drauf!


Also Leute – bitte VOR DER REISE schon mal die Fahrpläne der Fähren genau studieren und auch auf die Wochentage achten!!!! Unser Adrenalinspiegel kam nur langsam wieder runter, aber auch eine nur 20minütige Fährenüberfahrt hilft dabei ganz enorm.
Bis zu unserem heutigen Tagesziel, Brønnøysund, dauerte es nicht mehr lange und noch bevor wir richtig da waren, waren wir völlig hin und weg! Um zu unserer Unterkunft zu kommen, mussten wir die elegante und hoch aufragende Brønnøysundbrücke überqueren und schon ein flüchtiger Blick nahm uns fast den Atem. Kaum über die Brücke, hielten wir an und liefen zurück – denn diese Aussicht ist wirklich spektakulär!

Wir konnten uns kaum satt sehen am türkis-schimmernden Wasser, das absolut glasklar war. Zur anderen Seite hin glitzernde Lichter auf der Oberfläche und kleine Inseln im Dunst in der Ferne.


Am Kai im Hintergrund konnten wir das Hurtigruten Schiff ausmachen, dem wir heute morgen schon begegnet waren. Um 17:30 würde es weiter fahren, unter der Brücke durch – das wollten wir uns später nicht entgehen lassen! Aber zunächst mussten wir unsere Unterkunft suchen.

Die fanden wir wenig später – und das Norsk Havbruksenter zählt zu den absoluten Unterkunft-Highlights unserer Reise! Hier gibt es ein Aquakulturzentrum für nachhaltige Fischzucht, ein Restaurant und Unterkünfte in kleinen Fischerhäuschen, den Rorbuern. Wir hatten so ein Rorbuer-Häuschen gebucht, auf einem Steg direkt am Wasser – das allein war schon toll! Sogar einen kleinen Badesteg mit Leiter gab es, man konnte also auch schwimmen gehen, wenn man die doch reichlich kühlen Wassertemperaturen nicht scheute.
Und theoretisch hätten wir uns direkt aus den Zuchtanlagen einen Lachs rausfischen können …

Aber die Innenausstattung – alles nagelneu – war einfach umwerfend!

Erst mal eine genüssliche Tasse Kaffee auf dem Steg … Nur – da kamen urplötzlich Nebelschwaden an, die immer dicker wurden und nach wenigen Minuten alles in weiße Watte hüllten!

Zur anderen Seite hin blieb es allerdings weitgehend klar.

So richtig konnten wir uns da keinen Reim drauf machen. Aber egal – um kurz nach 17 Uhr brachen wir wieder auf. Zuerst Richtung Brücke, um die Nordkapp auf ihrer Fahrt zu sehen. Auch hier war eine Art Nebel- oder Wolkenring zu sehen.


Dann legte die Nordkapp ab und näherte sich der Brücke.

Fuhr unter uns durch und entschwand langsam in der Ferne …

Auch wir entschwanden – Richtung Berg. Denn hier gibt es den berühmten Berg mit dem Loch, den Torghatten. Zwar hatten wir nicht vor, ihn zu besteigen, aber man sollte das Loch ja auch von unten sehen können. Denn es ist immerhin 35 m hoch und rund 160 m lang …

Am Parkplatz war weit und breit nichts von einem Loch zu sehen – aber man kann ja mal googlen, von wo aus man eine Chance auf Sichtung hat!

Und siehe da – es gibt einen Rundweg um den Fuß des Berges und da sollte man doch wohl hoffentlich irgendwo einen Blick erhaschen können! Wir marschierten los, zunächst über einen Campingplatz, wo reichlich Betrieb war, dann durch eine stille Landschaft.


Zur Rechten konnten wir immer wieder Leute sehen, die sich äußerst vorsichtig im Geröll einen Weg nach unten suchten. Für mich sah das nach tollen Möglichkeiten aus, sich den Knöchel zu verstauchen – aber manchen schien es sogar Spaß zu machen! Unser ebener entspannter Weg war aber auch nicht schlecht!

Schließlich kamen wir an einer Wiese vorbei und hier musste irgendwo der Platz sein, wo man das Loch sehen konnte!

Noch ein bisschen hin und her gelaufen – und dann konnten wir es sehen!!! Zuerst ganz klein, da musste das Tele ran!

Es waren einige Leute dort oben
Eine Weile genossen wir einfach nur die Landschaft, die Aussicht, die Ruhe, dann ging’s gemütlich zurück.

Unterwegs zog es sich immer mehr zu, der Nebel war jetzt wirklich überall und zurück in unserem Fischerhäuschen war nix mehr mit Aussicht!

Da für morgen aber schon wieder Sonne angesagt war, war uns das jetzt mal egal – sah ja sogar irgendwie schön aus! Und mit einem kühlen Bier und einem leckeren Mahl ging ein wunderschöner und ziemlich ereignisreicher Tag prima zu Ende!

Die heutige Strecke:

Ein Kommentar zu “25. Juli : Winds of Change – In der Sonne nach Brønnøysund!

  1. So stimmungsvoll die anderen Bilder auch waren: Wie schön, dass es ab jetzt nur noch Sonne (und ein wenig Nebel) gibt!
    Aber besser, erst schlechtes und dann gutes Wetter als umgekehrt 🙂

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