4. August – In und um Oslo

Irgendwann mal hatte ich mir vorgenommen, jede Reise hier im Blog erst vollständig abzuschließen, bevor die nächste beginnt. Und jetzt leicht beschämt festgestellt, dass die Norwegenreise allerdings noch gar nicht richtig beendet ist!
Und das, wo die nächste Reise schon in wenigen Tagen beginnt!

Also – das geht gar nicht!

Deshalb hier noch ein paar letzte Eindrücke von Oslo und unserer wirklich tollen Heimreise. Und was die nächste Reise angeht – da gibt’s dann in Kürze was wirklich GANZ NEUES!!!

So toll die Aussicht von unserem Hotelzimmer war – morgens zum Frühstück zu kommen, war keine ganz einfache Aufgabe! Nur 2 Aufzüge, in die – pandemiebedingt – nur jeweils 2 Personen reindurften … Das dauert! Die Treppe war keine echte Option, dazu wohnten wir zu weit oben.

Trotz Schichtplan gab es Staus – aber das Angebot in den Thon Hotels ist trotz Pandemie wirklich sehr gut!

Danach leider wieder endloses Warten am Aufzug… Aber da wir heute Oslo nochmal richtig genießen wollten, mussten noch Kameras geholt werden. Und weil der Himmel leicht fragwürdig wirkte, auch Regenjacken. Noch ein Blick vom Balkon – da lag bereits unsere Fähre, die uns morgen Nachmittag nach Kopenhagen bringen würde!

Heute hatten wir aber noch einen vollen Tag, den wir auch  nutzen wollten. Also wieder runter und raus – zuerst in die Karl Johans gate, die im Morgenlicht förmlich strahlte! Auch der Blumenschmuck ist wirklich überwältigend.


Auf dem Weg zum Schloss stießen wir auf einige Testzentren – obwohl die Inzidenzen hier minimal sind, ist man doch vorsichtig.

Ums Schloss gab es eine Baustelle, was allerdings die Elektroroller-Fahrer nicht daran hinderte, hier mit einem Affenzahn runter zu brausen. Vor dem Schloss eine erstaunliche Leere – wo vor 3 Jahren noch unzählige asiatische Touristen für Selfies posierten, waren heute praktisch nur Norweger unterwegs.

Am Himmel schien sich was zusammen zu brauen, wir überlegten, ob wir unseren Tagesplan ändern sollten, hofften dann aber einfach, dass es schon irgendwie trocken bleiben würde. 
Und zunächst blieb es das auch, wir konnten die Schönheit des Schlossparks nochmal ganz in Ruhe genießen. Konnten durch den Regenbogen gehen …

Die teils skurrilen, teils anrührenden Skulpturen betrachten …

Konnten die Ruhe unter den alten Bäumen, die Teiche und Blüten genießen … Schon toll, dass das Königshaus den Park  also eigentlich ihren eigenen Garten – kostenfrei für alle zugänglich gemacht hat!



Vom Wasser in den Teichen ging’s dann runter ans große Wasser, zum Hafen. Auch wieder vorbei an Kunst, aber auch an Kalorien! Denn die Buden rings um Aker Brygge bieten selbst derzeit noch eine gute Auswahl an internationaler Küche.

Hier die Promenade entlang zu schlendern ist einfach toll – wie ein Mini-Urlaub! Man kann einen Kaffee oder ein Eis mit Blick aufs Wasser genießen oder auch einfach noch mehr Kunst bestaunen. Vor allem die Vogelmenschen in unzähligen Varianten faszinieren mich auch dieses Jahr wieder! Aber weil wir alles hier schon letztes Jahr sehr ausgiebig genossen haben, bleibt es bei einem Eis auf einer Bank. Mit Blick auf die Uhr – die uns daran erinnert, dass wir ja noch was vor haben!

Wir wollen noch rauf auf den Berg, zum Frognerseteren, und von dort zur Schanze am Holmenkollen laufen. Dazu müssen wir wieder zurück Richtung Schloss, dort in die S-Bahn einsteigen (mit unserem Ruterbillet auf dem Handy kein Problem) und zunächst bis zum Bahnhof Majorstuen fahren. Dort steigen wir um in eine andere Bahn, die uns gemächlich den Berg hinauf transportiert.

Oben angekommen ein Blick zum Himmel – sieht nicht wirklich sonderlich vertrauenserweckend aus! Aber das wunderbare Lokal Frognerseteren mit seinen Leckereien ist zum Glück nur ein paar Gehminuten entfernt.

Dort finden wir einen Platz auf der Terrasse unter einem Schirm, der groß genug ist, um auch ein paar Regentropfen abzuhalten.

Es sind zwar deutlich weniger Gäste da als vor 3 Jahren – aber das Angebot ist nach wie vor üppig! Ich gehöre ja eher zur süßen Fraktion, deshalb ließ ich Rekersalate, Lachs-Sandwiches etc. links liegen

Stattdessen landete der legendäre gedeckte Apfelkuchen nebst üppigem Sahnedeckel auf dem Teller.
So viele Kalorien sollten eigentlich zügig durch einen Fußmarsch Richtung Holmenkollen wieder abgearbeitet werden. Leider fielen schon die ersten Tropfen, bevor der Kuchen komplett vertilgt war.

Zwar legte der Regen bald wieder eine Pause ein – die wirkte aber nicht so vertrauenserweckend, dass wir den Fußmarsch in Angriff nehmen wollten. Immerhin waren es rund 2 km bis zum Holmenkollen, nur teilweise geht es dabei durch den Wald, der größte Teil der Strecke verläuft völlig ungeschützt.

Als es dann auch noch anfing zu donnern, entschieden wir uns, einfach wieder mit der S-Bahn zurück in die Stadt zu fahren.

Schon auf dem Weg zur Haltestelle gab es erneut ein paar Tropfen. Aber irgendwie hatte das Wetter, die dunklen Wolken, der Regen, der deutlich sichtbar über der Stadt herunter ging, auch was eindrucksvolles.

Und direkt an der Haltestelle sogar was mystisches – da leuchteten gold- und silberfarbene filigrane Skulpturen vor einem düstern Himmel.

Kaum in der Bahn, ging es dann auch richtig los – aber schon eine Haltestelle weiter war der Spuk vorbei und wir entschieden uns, doch auszusteigen und zur Holmenkollen Schanze zu laufen.

Es sind nur ein paar hundert Meter von der S-Bahn Station zur Schanze und wir wählten zunächst mal einen Zugang von der Seite.


Das Ding ist riesig und mich würden keine 100 Pferde da runter bringen! Wir umrundeten die Schanze langsam, auch von vorne ist sie wirklich eindrucksvoll.

Plötzlich sahen wir rechts eine Bewegung in der Luft – auch hier gibt es Ziplining! Da rast jemand an einem Kabel fast direkt auf uns zu!

Nicht nur einer schwebte da am Draht – es herrschte reger Luftverkehr!
Der Rückweg zur S-Bahn Station führt an einer Skulptur vorbei, die an die Olymischen Winterspiele 1994 erinnert.

Auch der Blick auf die Stadt und den Fjord ist wunderbar – schön auch, dass sich die Wolken allmählich zu verziehen schienen.

Wieder unten angelangt war allerdings schnell klar, dass es hier sehr heftig geregnet hatte!

Allerdings freute das die Osloer ganz gewaltig, denn sie hatten schon seit Wochen keinen einzigen Tropfen mehr abbekommen! Sämtliche Brunnen in der Stadt sind deshalb stillgelegt, auch der große Brunnen direkt am Bahnhof und das große Wasserbecken vor der Oper sind leer.

Eigentlich wollten wir nochmal auf dem Dach der Oper herumkraxeln – aber das war heute Nachmittag aus Sicherheitsgründen gesperrt – der heftige Regen hatte die Steinplatten extrem rutschig gemacht. Deshalb ging es mal zu einem Besuch in die Deichmann Bibliothek.

Den Namen Deichmann verbinden Deutsche meist mit Schuhen, hier steht er für eine der schönsten Bibliotheken der Welt. Der Fabrikbesitzer Carl Deichmann hatte 1780 seine Bibliothek der Stadt Christiania (der frühere Name Oslos) vermacht mit der Auflage, dass sie allen Einwohnern kostenlos zugänglich sein sollte. Anfang des 19. Jh. war sie die führende Bibliothek Skandinaviens, seit 2020 ist sie in einem schlichtweg wundervollen Gebäude direkt neben der Oper untergebracht.

Schon der erste Eindruck ist überwältigend. Kein Muff, sondern lichtdurchflutet, mit Kunst an Decken und in Ecken, Gemütlichkeit und Weitläufigkeit – ich hätte hier Tage verbringen können! Und selbst an in einer Zeit wie dieser recht gut besucht – wobei manche wohl nur wegen der grandiosen Aussicht auf die Oper hierher kamen!

Für uns wurde es so langsam Zeit, wieder Richtung Innenstadt zu gehen, kurz am Hotel vorbei, um die Regenjacken dort zu lassen.

Dann in der Abendsonne vorbei am Parlament in die Karl Johans gate zu einem letzten Abendessen.

Und dann mit einem Glas Rotwein einfach vom Balkon aus die Abendstimmung genießen ….

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