29.01. – Tolle Aussichten: Rings um Kapstadt

Gestern Abend war es recht kühl und windig, als wir am Hafen saßen, waren wir froh, unsere Fleecejacken dabei zu haben!

Das hatte sich heute morgen allerdings schlagartig geändert, schon beim Frühstück herrschten T-Shirt Temperaturen! Und das, obwohl (was wir morgens noch nicht wussten) die Temperaturen in Newlands, dem Stadtteil, in dem wir momentan wohnen, oft bis zu 10°C niedriger sind als in der Innenstadt.

Vorsichtshalber wurden deshalb noch Jacken ins Auto gelegt.

Die blieben dann allerdings auch den ganzen Tag dort – denn schon bei unserem ersten Ziel, dem Signal Hill, hatten wir um die 30°C! Obwohl Google Maps hartnäckig darauf bestand, dass wir weit unterhalb des Gipfels parken sollten, fuhren wir ganz nach oben. Dort war eine Menge Betrieb und auch ein Parkplatz, allerdings reichlich voll, sogar die Straße entlang standen Fahrzeuge. Aber die findigen Einweiser-Jungs finden irgendwie immer ein Plätzchen und freuen sich über 20 ZAR, die wir ihnen dafür in die Hand drücken.

Der Blick von oben auf die Stadt wird getrübt von Rauchschwaden, auch die Bergkette am Horizont ist von Wolken/Dunst verschleiert.
Dafür war der Blick zur anderen Seite absolut klar – der Tafelberg lag völlig unverschleiert in der Morgensonne!

Auch Richtung Hafen und Waterfront war die Sicht klar – das Kapstadt Stadion, das für die Fußball-WM 2010 erbaut wurde, ist ein unübersehbarer Blickfang.

Wenn der Blick mal nicht in die Ferne schweifte, blieb er zunächst an einem Maler hängen, der völlig ungerührt von dem Trubel ringsum an seiner Staffelei saß und malte. Die Bilder waren richtig schön – wären sie nicht so groß, hätte ich gerne eines gekauft und mitgenommen.


Ein paar Schritte weiter war mächtig Betrieb – hier wurden Tandem-Flüge mit Gleitschirmen angeboten. Wir schauten eine Weile zu und waren uns einig: Das ist zumindest hier nichts für uns! Die Tandems starteten nahezu im Sekundentakt, kaum hatte einer abgehoben, lief schon das nächsten Paar los – ein echtes Wunder, dass hier nichts passierte!


Damit alles glatt ging, wurden die Tandems jeweils noch von Hilfskräften angeschoben/gehoben/gezogen ….

Und nach maximal 5 Minuten war der Spaß bereits wieder vorbei und das Tandem landete unten an der Küste.

Noch was zu trinken – ein kleiner Van mit Getränken stand da und wurde stark frequentiert – dann freute sich unser Einweiser, dass er dem nächsten Kunden gestenreich klar machen konnte, dass hier gleich was frei werden würde!

Auf dem Weg nach unten kamen wir am Startpunkt für den Aufstieg zum Lions Head vorbei. Wenn wir 20, 30 Jahre jünger wären, würden wir da natürlich locker mithalten! So ging’s halt mit dem Auto weiter…

Unser nächstes Ziel war das Two Ocean Aquarium. Nicht, weil wir Fische sehen wollten, sondern weil das der Startpunkt für die Hop-on Busse war, die unermüdlich Runden durch die Stadt und die nähere Umgebung fahren. Zwar kann man auch an allen anderen Haltestellen einsteigen – aber direkt gegenüber vom Aquarium ist ein riesiges und sehr billiges Parkhaus (15 ZAR für bis zu 4 Stunden), wo sogar für kleines Geld eine Wagenwäsche angeboten wird. Dort wurde unser Auto abgestellt.

Tickets gab es an einem kleinen Kiosk und nur Minuten später saßen wir oben im Freien des Doppeldeckers. War auch mal schön, nicht selbst fahren zu müssen, sondern einfach nur schauen zu können.

Der Bus kurvte zunächst durch die Innenstadt und durch die Shoppingmeile Long Street.


Anschließend keuchte er den Berg rauf bis zur Talstation der Tafelberg-Bergbahn. Die gewinnt ganz sicher keinen Architekturpreis – ich finde sie richtig hässlich!

Aber man hat von hier oben einen schönen Blick auf die Stadt (sofern sie nicht gerade mal wieder im Dunst verschwimmt) und auf den Lions Head.


Es ging weiter – runter vom Berg und an die Küste! Das nächste Ziel war Camps Bay. Ein quirliger Küstenort mit Traumstrand auf der einen und einer Kneipe neben der anderen auf der anderen Straßenseite.



Es war Wochenende – entsprechend voll war es. Der Bus quälte sich im Schritttempo die Straße entlang und wir hatten Zeit, uns umzuschauen.

Auch in der Rückschau macht der Strand einen guten Eindruck! Vor allem die 12 Apostel, die quasi Wache stehen, haben was – Feng Shui vom Besten: Vorne Wasser, hinten Berg, besser geht’s nicht!

Der Bus gondelt weiter, durch Clifton und nach Sea Point. Kleine Flohmärkte und reichlich bildende Kunst am Straßenrand.

Hausdächer der millionenteuren Immobilien werden hier als Parkdecks genutzt, alles sieht sehr hochpreisig aus und ist extrem gesichert. Kameras überall, Zäune, Mauern, Stacheldraht.

Aber der Strand gehört allen und wird auch eifrig genutzt. Zum Baden oder auch mal für Aerobic.


Vorbei am gedrungenen quadratischen Leuchtturm Mouille Point (der übrigens von einem deutschen Steinmetz entworfen worden war!) bog die Straße dann nach Osten ab und wir kamen allmählich wieder in den Stadtbereich.

Am Aquarium war die fast 2-stündige Busfahrt zu Ende, jetzt ging es zu Fuß weiter. Die Victoria&Alfred Waterfront ist eine dermaßen tolle Ecke, dass man einfach immer wieder hin muss. Es gibt unendlich viel zu sehen und zu entdecken! Über 450 kleine und größere Shops, die alles bieten – Designer Klamotten, Antiquitäten, afrikanische Handwerkskunst und kleine Marktstände. Hinzu kommen fast 100 Restaurants, Cafés, Pubs, außerdem diverse Essen- und Getränkestände.

Unser Weg führte uns zunächst durch das Watershed, einem lichtdurchfluteten alten Lagerhaus, in dem sich fast ausschließlich Angebote aus Südafrika finden – Kleidung und Schuhe, Schmuck und Wohntextilien, Stoffe, Kunsthandwerk und vieles mehr! Eine echte Fundgrube, in der ich am liebsten stundenlang gestöbert hätte.

Unmittelbar dahinter kommt das Paradies für Foodies – der Victoria&Alfred Foodmarket!

Davor liegt der Nobel Square mit den Standbildern der 4 südafrikafrikanischen Nobelpreisträger – Chief Albert Luthuli, Erzbischof Desmond Tutu und die Präsidenten Nelson Mandela und FW de Klerk. So richtig sehen konnten wir sie allerdings nicht, denn davor spielte eine Band fetzige Musik.


Wir schlenderten weiter, auf der Suche nach einem aussichtsreichen Plätzchen für einen Kaffee. Fündig wurden wir im Obergeschoss eines der unzähligen Lokale. Allerdings entschied ich mich gegen einen Kaffee und für ein Granita aus Limette, Kiwi, Minze – sehr lecker! Dazu gab’s knuspriges Gebäck mit Vanilleeis (das vorsichtshalber gleich in einem Glas serviert wurde, denn bei der Hitze wäre es in Nullkommanix übers Brettchen gelaufen.

Von unserem luftigen Sitzplatz aus schauten wir auf das „Nelson Mandela Gateway“ Gebäude, von dem aus die Boote nach Robben Island starten.

Noch eine Runde durch das Gewirr an Stegen und Gassen – da war noch die Adoptionsstation. Hier wurden jedoch keine Kinder, sondern Straßenhunde zur Adoption angeboten.

So langsam wurden wir etwas schlapp, zurück zum Parkhaus kamen wir nochmal an den Nobelpreisträgern vorbei, die Musiker machten gerade eine Pause.

Noch ein Blick auf den nach wie vor völlig wolkenfreien Tafelberg – dann ging’s nach Hause an den Pool.

Und ein bisschen später mal nicht erneut zur Waterfront, sondern zu einem angesagten Italiener hoch über der Stadt.

Die heutige Kombination aus Auto- und Busfahrt:

5 Kommentare zu “29.01. – Tolle Aussichten: Rings um Kapstadt

  1. Hallo liebe Renate,
    es ist ein toller Reisebericht und wunderschöne Fotos. Dank dir dafür! Ich war bisher zweimal in Kapstadt und liebe diese Stadt, hoffentlich komme ich bald wieder hin. Ich mag die Waterfront auch sehr gerne, beim ersten Mal haben wir dort auch gewohnt. Aber besonders hat es mir Camps Bay angetan, dort würde ich gerne beim nächsten Mal wohnen. Ich wünsche euch weiterhin eine schöne Reise und werde euch ab jetzt begleiten. Liebe Grüße Renate

    • Mir fallen gerade noch zwei Sachen ein:
      1. Wir haben damals Bilder gekauft und sie wurden gerollt verpackt. Zu Hause haben wir sie dann aufziehen lassen.
      2. Mein Traum war eigentlich beim nächsten Mal ein Tandemsprung in Kapstadt. Aber das hört sich ja nicht allzu vielversprechend aus.
      Ich werde ein anderes Mal weiter auf deiner Seite stöbern und mir weitere Reisen anschauen. Jetzt ist leider meine Mittagspause zu Ende.

      • Zu spät für die Bilder…wir sind mittlerweile schon weiter und werden auch nicht nochmal nach Kapstadt zurück kommen, da wir von Johannesburg zurück fliegen. Aber vielleicht hilfreich für andere!

  2. Wir empfanden die Waterfront ja als recht enttäuschend. Voller , meist europäischer, Rentner , die den ganzen Tag in den Cafés sitzen, um bei angenehmen Temperaturen Geld ausgeben und dafür europäischen Standard bekommen. Noch schlimmer die Cafés in Camps Bay: Hier die Station der überwiegend europäischen Angeber, die gegen Mittag mit dicken Autos vorfahren , Küsschen links, Küsschen rechts, dann der Austausch über die neuesten Restaurants, verbunden mit reichlich Alkohol. Wir hatten da Zeit totzuschlagen und konnten unfreiwillig lauschen.
    Wenn ihr (sicher) nochmal in Richtung Waterfront kommt: Sehr gut hat mir das Zeitz Mocaa-Museum gefallen. Moderne Kunst, tolles Gebäude. Ich habe da Stunden zugebracht.

    • Leider hat das MOCAA bereits um 17 Uhr zu gemacht – und wir waren immer ziemlich lang unterwegs bei dem tollen Wetter. Aber du hast sicher recht – es wäre unbedingt einen Besuch wert gewesen! Du weißt ja – die Qual der Wahl …
      Europäische Rentner (außer uns 😉 ) sind uns an der Waterfront nicht aufgefallen – da waren vor allem Einheimische unterwegs, sehr viele Familien mit Kindern, unglaublich viel Jungvolk. Touristen gibt es offenbar momentan nur sehr wenige.

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