31.01. – Vom Winde umweht …. Kap-Umrundung

Da sitzt man gemütlich beim Frühstück am Pool, das Thermometer zeigt schon am Morgen 28 Grad an, kein Lüftchen rührt sich. Ich entscheide mich deshalb mal für was wirklich Leichtes, ein dünnes Kleid mit Spaghettiträgern.

Wir wollen heute an die Küste und zum Kap der Guten Hoffnung, da ist ein bisschen Strandflair sicher nicht ganz verkehrt. 

Tja – eigentlich sollte ich ja mittlerweile kapiert haben, dass das Wetter in Newsland nicht unbedingt das ist, das in Kapstadts Innenstadt herrscht. Oder an der Küste ….

Glücklicherweise ist noch eine Tasche im Kofferraum, in der auch eine Hose und ein T-Shirt herum dümpeln. Und glücklicherweise liegen auch noch Jacken auf dem Rücksitz! Denn beides wird schon sehr bald sehr dringend benötigt werden!!!!

Dabei geht’s erst mal ganz harmlos los. Wir fahren Richtung Muizenberg, der bunten Strandhäuschen wegen. Die Straße (4-spurig!) hat einen üppig blühenden Mittelstreifen aus vielfarbigen Oleanderbüschen. Die Temperaturen sind mittlerweile auf 31 Grad gestiegen.

In Muizenberg trifft uns dann jedoch fast der Schlag bzw. der Wind – der ist dermaßen heftig, dass wir fast die Autotüren nicht aufbekommen! Die Temperaturen sind auch schlagartig merklich abgesackt und mittlerweile nur noch bei knapp 20 Grad, so dass ich schleunigst Kleid gegen Hose und T-Shirt tausche!

Trotzdem müssen wir mal nachschauen, ob die Häuschen wirklich so ein Highlight sind, wie es in den Reiseführern etc. immer dargestellt wird.

Leider sind wir schnell ernüchtert – die bunten Häuschen befinden sich alle in einem weit fortgeschrittenen Zustand des Zerfalls, sind bestenfalls schäbig, keinesfalls romantisch. An einigen kleben Zettel, auf denen um Spenden geworben wird, um die Restaurierung zu bezahlen.

Wesentlich besser und freundlicher sieht es ein paar Kilometer weiter, am St. James Beach, aus. Wenn man beim Bahnhof parkt, kann man durch die Unterführung zum Strand gehen und erlebt dort eine echte Idylle! Ein hübscher kleiner Strand, sehr familiär, mit einem „Tidal Pool“, einem geschützten Schwimmbecken. Daneben jede Menge kleinere Rockpools, in denen Familien herum plantschen. Dort ist es auch deutlich windgeschützter und wärmer als in Muizenberg.




Das Schönste sind aber die herrlich bunten Strandkabinen, die hier offenbar rege genutzt und instand gehalten werden!


Es geht weiter zur Kalk Bay, Dieter will in den Hafen! Boote in rauen Mengen gibt es hier natürlich auch – aber die echte Attraktion sind (zumindest für mich) die zahlreichen Pelzrobben, die da entweder faul herumliegen und schlafen, im Wasser Akrobatik betreiben oder die Fischer, die in einem geschützten kleinen Häuschen Fische Schuppen und ausnehmen, um den Abfall anbetteln.



Der frische Fisch wird vor Ort verkauft, Kunst kann man hier ebenfalls erstehen.

Wir kehren in dem sehr hübschen Hafenlokal „Live Bait“, wo fangfrischer Fisch vom Feinsten serviert wird und man durch die gewaltige Fensterfront fast mitten im Meer zu sitzen scheint.

Leider sind wir noch nicht hungrig, das Frühstück ist noch nicht lange genug vorbei, deshalb bleibt es bei einem Drink. Nächster Stopp ist Simon’s Town. Da wir morgen hier übernachten wollen, belassen wir es bei einem kurzen Besuch an einer kleinen Bucht, unmittelbar neben dem Boulders Beach, an dem eine große Pinguin Kolonie haust.

Allerdings haben die Pinguine sich auch hier angesiedelt! Auf den Felsen rings um die Bucht stehen, sitzen, liegen, watscheln sie herum und lassen sich von den Badegästen nicht im geringsten stören.


Wir sind hin und weg – wollen uns das aber erst morgen ausgiebig anschauen! Nach einem letzten Blick auf die malerischen Felsen fahren wir weiter.

Wenig später sind wir am Eingang des Nationalparks und entrichten die saftige Eintrittsgebühr von 360ZAR (=ca. 20€) pro Person, Einheimische zahlen hier lediglich 90 ZAR. Wichtig zu wissen ist, dass man hier AUSSCHLIESSLICH! mit Kreditkarte zahlen kann, Bargeld wird nicht genommen!

Das Wetter wandelt sich wieder rasant. Eben noch blauer Himmel, landen wir schon bald im Nebel.


Der löst sich jedoch wieder auf, bleibt lediglich noch an den Bergspitzen hängen.


Und ist wenig später ganz weg. Die Temperaturen steigen und fallen, mal 19 Grad, mal 24 …

Unser erster Stopp gilt dem Leuchtturm, der hoch oben auf einer Klippe thront. Schon vom Parkplatz aus hat man einen Wahnsinnsblick auf die Küste.

Da der Aufstieg bis zum Turm etwas lang ist und wir nicht mehr die Jüngsten sind, nehmen wir den „Flying Dutchman“ – so heißt die kleine Bergbahn. Die bringt uns in wenigen Minuten rauf.

Auch da sind noch etliche Stufen zu überwinden, aber die tollen Aussichten nach allen Seiten entschädigen für die  Anstrengung. Allerdings gehe ich letztlich doch nicht ganz rauf, mein lädiertes Knie beschwert sich dermaßen, dass ich auf halber Höhe aufgeben muss. Dieter lässt es sich jedoch nicht nehmen und steigt bis nach oben.

Inzwischen schaue ich mir die Umgebung an – soweit das geht! Denn hier bläst der Wind dermaßen heftig, dass man wirklich Angst haben muss, von den Klippen zu fliegen und ich meine Kappe permanent mit einer Hand festhalten muss. Kappe abnehmen ist auch keine Option, denn dann fliegen die Haare ins Gesicht und vor’s Objektiv.

Genau dieser heftige Wind ist es, der das Kap so berüchtigt macht. Sturm und Felsen, die nur knapp unter der Wasseroberfläche liegen, wurden schon manchem Schiff zum Verhängnis – 23 Wracks liegen rings um das Kap. Das Kap wurde von seinem portugiesischen Entdecker deshalb ursprünglich auch „Kap der Stürme“ (Cabo das Tormentas) benannt und erst später umgetauft.

Über zahlreich kleine Terrassen kann man hier immer wieder neue Aussichten bewundern. Allerdings wird es momentan wieder ziemlich diesig – möglicherweise ist auch die Gischt daran schuld, die der heftige Wind empor trägt.


Im unteren Bild sieht man vorne auf der Felsspitze den alten Leuchtturm.

Bei den rauen Winden können hier nur zähe und niedrige Pflanzen gedeihen – deren Blüten leuchten dafür umso heller.

Obwohl hier permanent auf Schildern vor Pavianen gewarnt wird, sehen wir nur einen einzigen, der uns unvermittelt fast vors Auto springt und gleich wieder weg ist.

Wir fahren jetzt runter an die raue Küste, die bei Surfern offenbar sehr beliebt ist.




Aber auch tierisch ist hier einiges los!



Schließlich stehen wir vor dem Schild, das die südwestlichste Ecke des Kontinents markiert.

Außer uns ist kaum jemand da … Man könnte hier stundenlang bleiben, Wanderungen machen oder einfach nur die Aussicht genießen. Wir müssen jedoch weiter, raus aus dem Nationalpark und quer über die Kap-Halbinsel wieder zur Küste.

Der Misty Beach macht seinem Namen alle Ehre – der Wind versprüht die hauchfeine Gischt zu Nebel, der sich über den Strand legt.

Ein echtes Surferparadies, kilometerweit steht am Straßenrand ein Auto hinter dem anderen und die Luft ist voll von Segeln.


Vor uns liegt jetzt ein weiteres Highlight des Tages – der Chapman’s Peak Drive – eine der schönsten Küstenstrecken der Welt!




An seinem Ende liegt Hout Bay, ein kleiner Hafenort. Auf der Straße zum Hafen ist die halbe Fahrbahn von Sand bedeckt – auch das eine Folge der heftigen Winde.

Der Hafen ist recht groß, wir wollen morgen noch mal etwas ausführlicher herkommen. Kurz überlegen wir, ob es heute Fish’n Chips geben soll, entscheiden uns dann jedoch gegen diese (alkoholfreie!) Variante, denn ein Bier oder ein Glas Wein sollte es schon zum Essen geben.



Es wird langsam spät, wir peilen die letzte Station an, Camps Bay.

Parken an der Straße ist hoffnungslos, aber es gibt ein günstig gelegenes Parkhaus und direkt darüber ein Lokal, in dem wir sogar noch einen Tisch auf der Terrasse bekommen. Mit Blick auf’s Meer genießen wir ein gutes Essen – Dieter muss sich leider mit einem Bier begnügen, während ich – passend zur Farbe des Himmels – einen trockenen fruchtigen Rosé genießen kann!





Das war’s dann für heute – wieder ein toller Tag!!!!

Ein Kommentar zu “31.01. – Vom Winde umweht …. Kap-Umrundung

  1. Wunderschöne Eindrücke von einer wirklich spektakulären Küste!
    Am besten gefielen mir übrigens die Pinguine – die sind so niedlich, damit kann nichts konkurrieren 😉 Unglaublich, daß man dort unten so nahe an sie rankommen kann!

    Die bunten Badehäuschen sind wirklich malerisch, eine gute Idee, die so knallbunt anzumalen…

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