02.02. – Ins Wasser gefallen: Im Wineland

Im warmen Sonnenschein von Weingut zu Weingut zu fahren. Natürlich mit der Wine Tram oder dem Bus, um ohne schlechtes Gewissen in diversen Weinproben schwelgen zu können.

Wein mit Schokolade. Oder mit Käse und Oliven. Oder ….

Das war der Plan. So hatten wir’s uns ausgedacht, ausgemalt, erträumt …

Tja – und dann kam das Wetter dazwischen! Vorher und nachher wochenlang nichts als Sonne – aber ausgerechnet an den beiden Tagen, als wir im Wineland waren, spielte Petrus verrückt und schickte Regen. Sintflutartigen Regen! Dermaßen viel Wasser von oben, dass man kaUm vor die Tür konnte!

Das schlechte Wetter kam nicht völlig unerwartet, wir konnten jedoch leider nicht mit einer Verlängerung unseres Aufenthalts im Wineland reagieren, weil ausgerechnet die Unterkünfte danach nicht umbuchbar, weil ausgebucht waren. Und die waren so schön, dass wir sie nicht opfern wollten.

Schon die Fahrt von Simon’s Town an der Küste ins Landesinnere war reichlich trüb. Hinzu kam noch ein dermaßen scharfer Wind, dass streckenweise ein Teil der Fahrbahn gesperrt war, weil der Sturm so viel Sand auf die Fahrbahn geweht hatte; dass diese nicht mehr befahrbar war.

Wir fahren bis Somerset West, eine größere Stadt, die sich endlos hinzuziehen scheint. Auf der linken Seite tauchen erst vereinzelt, dann zunehmend mehr ärmliche Hütten, Baracken auf, die sich am Ende den ganzen Hügel hochziehen. Hier wohnen diejenigen, die im sonnigen Südafrika auf der Schattenseite leben müssen.

Hier gibt es eines der schönsten Weingüter dieser Ecke, Vergelegen, in den Hottentots Holland Mountains.

320 Jahre alt ist das riesige Anwesen, das einst Sitz des holländischen Gouverneurs war. Über eine Million Weinstöcke wurden gepflanzt, Gärten angelegt – heute ist es ein echtes Paradies!


In diesem Haus residierte einst der Gouverneur, es ist innen noch komplett so möbliert, wie es in den frühen 1700ern war.

Wir sind überwältigt von der Schönheit der Anlage, die nicht nur eine ganze Reihe verschieden thematisierter Gärten bietet, sondern auch uralte Kampfer Bäume beheimatet.

Ihre gewaltigen Stämme erinnern fast an Elefantenbeine! Um die Bilderflut einigermaßen zu kanalisieren, kommen die festgehaltenen Eindrücke hier als Slideshow:

Leider hielt das etwas wackelige Wetter nicht lange, bald fielen die ersten Regentropfen. Trotzdem war es ein echter Genuss (der natürlich auch ein Glas Wein beinhaltete – zumindest für mich, Dieter blieb als Fahrer abstinent!), und wir hofften nach wie vor auf mehr davon in den nächsten Tagen!

Weiter ging es über den Sir Lowry’s und den Franschhoek Pass – beides tolle und aussichtsreiche Strecken, wenn es nicht gerade immer mal wieder regnet, die Wolken tief hängen und der Wind pfeift.

Schließlich kamen wir in Franschhoek an, einem unglaublich malerischen kleinen Ort. Hier haben wir ein geräumiges Zimmer im Val d’Or Estate, einem ehemaligen Weingut, das heute aber nur noch Gäste in mehreren großzügigen Zimmern und self-catering Apartments beherbergt.

Da es schon wieder sehr nach Regen aussieht, machen wir uns früh auf in den Ort und finden in einem sehr hübschen Restaurant noch ein Plätzchen unter einem riesigen Sonnenschirm. So beschützt genießen wir eine der besten Mahlzeiten unserer Reise, begleitet von hervorragendem Wein und abgeschlossen mit einem lokalen Brandy zum Dessert.

Und sehen dann zu, dass wir schleunigst heim kommen – denn jetzt setzte der große Regen ein! Die gesamte Nacht regnete es unaufhörlich, am Morgen dann eine kurze Pause, so dass wir zumindest trockenen Fußes zum Frühstück kamen, dann ging es aber wieder los. Regen, heftiger Wind, Nebel …. da ging absolut GAR NICHTS! Wir unternahmen zwar einen Versuch – aber nicht mal die Wine Tram oder die Busse fuhren, sondern standen traurig auf dem Sammelplatz.

Zeit also, mal Dinge zu sortieren, Fotos hoch zu laden, Blog zu schreiben …. Nur leider war das mit dem Internet auch so eine Sache, auch das schien irgendwie ins Wasser gefallen zu sein. Aber man kann ja auch mal einfach faul sein und lesen, Kaffee trinken, Plätzchen futtern.

So gegen 16 Uhr klarte es dann endlich etwas auf, sogar die Sonne kam raus.

Wir brachen sofort auf – aber die Weingüter in der Umgebung schließen alle bereits um 17 Uhr und heute war sicher ohnehin nirgendwo viel los, denn es gab ja auch keine Tramtouren.


So blieb nur eine Stippvisite in Boschendal, das ziemlich herunter gekommen wirkte, und in La Motte, das eher mondän ist, aber bei weitem nicht so schön und vor allem nicht so weitläufig wie Vergelegen.



Wieder gingen wir früh zum Essen, wieder ins selbe Lokal – dieses Mal bekamen wir einen Tisch unterm Vordach, von dem aus man alles prima beobachten konnte.
Und wieder war das Essen wunderbar – und außerdem kann man sich hier auch den miesesten Tag noch schön trinken!

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