04.02. – Meerwasser statt Regen – De Kelders

Strahlender Sonnenschein strömt morgens durch die Vorhänge! 

Zu gerne hätten wir jetzt noch einen Tag dran gehängt, aber die hiesigen Umbuchungs- und Stornomöglichkeiten sind leider sehr begrenzt. Und außerdem ist das Meer ja auch keine schlechte Alternative.

Vermutlich hätten wir das alles nicht ganz so leicht genommen, wenn wir nicht zum einen ohnehin aus einer Weinregion kommen und zum anderen in Westaustralien auch schon sagenhaft schöne Weingüter besucht hätten.

Also auf zu neuen Zielen! Allerdings mit einem Zwischenstopp in Stellenbosch – diese legendäre Wein- und Universitätsstadt konnten wir nicht einfach so links liegen lassen! Stellenbosch ist reichlich mit Ampeln, Stoppschildern und Fahrbahnschwellen gesegnet – hier entschleunigt man ganz automatisch.

Trotzdem sehen wir zu, dass wir die eher gesichtslose Innenstadt schleunigst hinter uns lassen und ins alte Universitätsviertel kommen.

Hier ist es ruhig – und wunderschön nostalgisch! Aber Parkplätze sind Mangelware, wir sind heilfroh, als wir endlich in der Dorp Street eine Lücke erwischen! Von da aus laufen wir zur Kirche, durch den Garten der theologischen Fakultät, die gerade ihr 100. Jubiläum feiert-.


Bei der Kirche gibt es eine Erklärung für den Parkplatzmangel – hier findet gerade eine hochkarätige Trauerfeier statt, die Kirche ist rappelvoll, getragene Orgelmusik klingt durch die offene Tür…

Ringsum lauter schneeweiße Häuser in traditioneller niederländischer Kap-Architektur.

Auch in den benachbarten Straßen stehen bilderbuchmäßige Häuser, viele davon sind Gästehäuser/B&B’s.

Noch ein Stück die baumbestandene Dorp Street entlang, vorbei an unzähligen Restaurants …

Noch ein Stück weiter, zum 1904 eröffneten und weltweit bekannten Lädchen „Oom Samie Se Winkel“.

Hier landet eine große Tüte diverser Bonbons in meiner Tasche! Nachdem der Proviant gesichert ist (und wir vorher noch zwei tierisch gesunde Smoothies mit allem möglichen Detox-Früchten getrunken haben!) , geht es weiter Richtung Küste.

Und hier merken wir, dass wir bei der Routenplanung einen gewaltigen Fehler gemacht haben: Wir haben nicht daran gedacht (bzw. keine Ahnung gehabt!), dass an einem Freitag Nachmittag ganz Kapstadt raus aus der Stadt und an diverse Küstenorte strebt!

So ab Somerset West wurde es ziemlich zäh, aber es ging noch voran. Danach kam ein Stück Küstenstraße, die es locker mit dem Chapman’s Peak Drive aufnehmen kann!




Der Verkehr wurde allerdings immer dichter und irgendwann ging es nur noch im Schritt-Tempo voran. Bis wir in Betty’s Bay ankamen, vergingen gefühlt einige Stunden, die meiste Zeit standen wir! Die dortige Pinguin Kolonie, die größte in Südafrika, wollten wir eigentlich besuchen – aber bei dem Verkehr ließen wir es lieber bleiben!

Die Straße kurvte jetzt ins Landesinnere – hier hatte es offensichtlich heftige Buschbrände gegeben! Kilometerlang war alles auf der linken Straßenseite schwarz verbrannt, rechts weitgehend intakt.


Dann erreichten wir Hermanus – ein wirklich hübsches Städtchen, sehr malerisch an der Walkers Bay gelegen, mit vielen Restaurants. Wir schauten uns nur kurz um, staunten darüber, dass die Kanonen hier nicht auf den Feind zur See, sondern ins Inland gerichtet waren …

… und stellen fest, dass die bildende Kunst hier einen hohen Stellenwert hat! Ein schöner Platz mit einer Vielzahl von Skulpturen (und wenig Publikum) – zwei Tage später entdeckten wir auch noch einen Skulpturenpfad an den Klippen!).




Auch die weiteren letzten Kilometer waren etwas anstrengend – mehrere schier endlose Baustellen, die nur einspurig befahren werden konnten. Statt Baustellen-Ampeln gibt es hier Hütchenspiele …



Ist der große Hut weg, darf man (im Schritttempo!) losfahren. Das dauerte …. Wir waren letztlich doch leicht entnervt, als wir endlich in unserem Quartier in De Kelders ankamen. Aber dann sofort entspannt und begeistert – ein richtig schönes großes Apartment mit 3 Schlafzimmern, einer gut ausgestatteten Küche inkl. Waschmaschine und, was am allerwichtigsten war – einem großen Balkon mit traumhaftem Meerblick!!!!!
Diesen tollen Blick hatten wir aber auch vom Bett aus – wir waren absolut begeistert vom unserer Unterkunft „Sunset View“. (Die Schlüssel waren übrigens – wie hier öfters üblich – in einem Schlüsseltresor hinterlegt, den Code dafür bekamen wir per WhatsApp am Anreistag morgens gegen 10 Uhr.)

Kurz Auspacken, dann ein Gang an den Klippen entlang und anschließend die Suche nach einem netten Lokal, um den Hunger zu stillen. Gar nicht so einfach, denn das von uns favorierte Toplokal (Thymes …) war zu, die Hafenkneipen machten keinen sonderlich zuverlässigen Eindruck …

Wir waren mehr als froh, als wir schließlich in Kleinbaai fündig wurden. Im „Great White House“ (benannt nach den hier in großer Zahl herumschwimmenden „großen Weißen“, den Haien) gab es nicht nur hervorragendes Essen, umwerfend freundlichen Service und prima Weine, sondern das ganze Lokal ist auch extrem auf Nachhaltigkeit getrimmt und es werden ausschließlich lokale Produkte serviert. Außerdem unterstützt es ein Pinguin-Rettungsprogramm.

Nach einem rundum hervorragenden Essen (inklusive lokalem Brandy zum Dessert) gab es daheim noch ein Gläschen Wein auf dem Balkon mit wunderbarer Abendstimmung.

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