5./6.02. Stormy Weather – Rings um Gansbaai

Wenn der Wind mit bis zu 140km/h über Land und Meer braust, haben es nicht nur Flugzeuge schwer. Eine Maschine der British Airways wäre beim Landeanflug in Kapstadt um ein Haar umgekippt – da kann man sich gut vorstellen, was auf dem Meer los ist.
Jedenfalls war klar, das bei dem Wellengang jeder Gedanke an einen Bootsausflug utopisch ist!
Dabei hatten wir hier mit der Jagd auf den weißen Hai geliebäugelt – in der Walkers Bay gibt es nämlich die größte Anzahl der „Great Whites“ weltweit!

Morgens, so vom Bett aus, sah es noch richtig manierlich aus …

Aber das war wirklich trügerisch – schon beim Frühstück auf dem Balkon wehte ein ziemlich frischer Wind!

Das Schöne am Self-Catering ist ja, dass einem keiner vorschreibt, wann, wo und was man frühstücken soll! Für unser kulinarisch durchaus anspruchsvolles Frühstück (Nescafé, Joghurt, Schinken, Käse, Eier, Joghurt, Saft, Obst und Ciabatta) mit Blick auf’s Meer ließen wir uns deshalb richtig viel Zeit!

Denn der geplante Bootsausflug fiel windbedingt leider aus, also mussten Alternativen her. Zuerst ein Spaziergang durch die Dünen. Da der Wind von Land kam, wirkte das Meer nicht mal sonderlich unruhig. Er pfiff uns aber heftigst um die Ohren und wirbelte den Sand auf, so dass man schnell ein „paniertes“ Gefühl bekam.


Obwohl klar war, dass heute kein Ausflugsboot rausfahren würde, wollten wir uns die Sache doch mal selbst anschauen. In Kleinbaai, von wo aus die Haitouren und andere Bootsausflüge starten, lag jedoch die gesamt Flotte an Land. Und bei den Sharkdivern wurde uns auch keine Hoffnung für den kommenden Tag gemacht – außerdem erfuhren wir auch noch nebenbei, dass zur Zeit kaum weiße Haie vor Ort sind. Bei den letzten Ausflügen mit den Käfigen, die in die Tiefe herabgelassen werden, habe es keine einzige Sichtung gegeben …

In diesen engen Käfigen können sich Mutige ins Wasser tauchen lassen, wo sie dann ggf. Auge in Auge mit einem Hai kommen können. Für mich wäre das definitiv nichts!

Wir suchten stattdessen einen anderen großen Weißen auf – den Leuchtturm am Danger Point. We viele andere Leuchttürme war auch dieser pandemiebedingt leider für Besucher geschlossen, wir kamen nicht mal auf das Gelände!

Da blieb dann nur der Besuch in einer Pinguin-Auffangstation, dem African Penguin & Seabird Sanctuary, wo verletzte oder kranke Pinguine und Seevögel, aber auch von den Eltern verlassene Jungtiere, aufgepäppelt und später auf Dyer Island wieder in die Freiheit entlassen werden.



Dann geht’s zurück nach De Kelders – hier gibt es im Naturreservat eine Höhle, in der vor zigtausend Jahren wohl Menschen gehaust hatten.

Außerdem ist es natürlich auch umwerfend schön dort. Wir entrichten unseren Eintritt, stellen das Auto ab und laufen los. Über unzählige Treppenstufen geht es über die Klippen runter zum Strand.


Die Höhlen liegen links von uns und die ersten Meter sind auch noch relativ harmlos zu gehen.

Dann kommt uns allerdings eine Gruppe junger Leute mit zwei Guides entgegen und ich kann schon aus der Ferne erkennen, dass sie recht mühsam über die kippeligen Felsen klettern. Im Hinblick auf mein lädiertes Knie entscheide ich mich deshalb gegen Höhle und für Strand, während mein sportlicher Mann ungerührt über Felsen hinweg Richtung Höhle klettert.


Ich schau mir das einfach nur durchs Teleobjektiv der Kamera an!

Später erfahren wir, dass man bei Ebbe bequem über den Sand bis fast an die Höhlen heran kommt … Aber egal, es ist auch ohne Höhlen toll hier – und man sieht auch die Gewalt des Windes, der – von Land kommend – die Wellen fast wieder in den Ozean zurück zu pusten scheint!

Der Tag klingt wieder aus im „Great White House“ bei einem wieder hervorragenden Essen …

und später noch einem Glas Wein auf unserem Balkon, während der Wind die Wolken am roten Himmel zerzaust.

Am folgenden Tag geht’s nach Hermanus, denn auf der Herfahrt haben wir dort nur einen ganz kurzen Stopp eingelegt. Während Gansbaai ein eher rustikaler und nicht sonderlich touristischer Fischerort ist, hat Hermanus eindeutig mehr Flair, wirkt mondäner. Dort gibt es eine riesige Auswahl gehobener Hotels und Gästehäuser sowie guter Restaurants, einige auch in absolut spektakulärer Lage, wie das Bientangs Caves, das teilweise in eine Felsengrotte hineingebaut ist.


Statt dort einzukehren (es war übrigens rappelvoll! ) machen wir einen Klippenspaziergang. Die Kommune hat einen wirklich schönen Weg entlang der Klippen angelegt, der nicht nur durch die spektakuläre Landschaft beeindruckt, sondern auch durch viel Kunst entlang des Weges.


Mal schaut man sich die fantastischen Felsformationen an …


… dann gibt’s wieder ein Kunstwerk …


Dazwischen mal was Blühendes, Vögel oder auch Gräser…

Auch die Bremer Stadtmusikanten haben es bis hierher geschafft!

Am eindrucksvollsten ist jedoch die Natur!





Eine gute Stunde spazieren wir hier entlang, dann geht’s zurück zur Stadt.

Vorbei an letzten Kunstwerken …

Im Ort gibt es eine unglaublich leckere Riesenwaffel – außen knusprig, innen weich, genau wie belgische Waffeln sein müssen! – mit Eis! Noch ein Abschiedsblick über den alten Hafen, dann geht’s zurück nach De Kelders.

Obwohl auch hier unsere Pläne nicht alle realisiert werden konnten, war es doch sehr schön.

Morgen geht’s dann (leider) schon wieder weiter …

Die Strecken von gestern und heute:

 

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