08.02. – Streets with no names …

Unser heutiges Ziel war das De Hoop Nature Reserve.

Nur – dort kamen wir letztlich nie an ….

Schuld waren ein unzuverlässiges Offline-Navi, eine ausgefallene Fähre und noch so ein paar andere Unwägbarkeiten. Aber: Es war trotzdem ein rundum toller Tag!

So schwer es uns fiel, unseren tollen „Kleinen Steinbock“ zu verlassen – wir wollten ja was von der Umgebung sehen! Trotzdem nahmen wir uns reichlich Zeit für ein Frühstück Marke Eigenbau auf der Terrasse mit Meerblick. Dann ging’s zunächst auf fast kerzengerader Straße nach Bredasdop.

Auch hier steht wieder eine imposante Kirche.


Das daneben liegende Shipwreckmuseum war leider zu – also ging’s gleich weiter, zurück an die Küste, nach Arniston. Der kleine Fischerort ist Idylle pur! Sandstrand und türkisfarbenes Meer, umgeben von schneeweißen Häusern.


Ein nobles Hotel dominiert die Bucht, direkt daneben der Fischereihafen mit seinen bunten Fischerbooten und einigen angerosteten Zeugen der Vergangenheit. Arnistons Fischerboote werden nämlich nicht einfach so ins Wasser gelassen, sondern von einem Traktor rein geschoben.




Ein weiteres Must-see ist die kleine Siedlung Kassiesbaai. Dutzende von bestens erhaltenen reetgedeckten Fischerhäuschen bilden eine kleine Siedlung, in der man wunderbar herum wandern kann.




Wir stellen unser Auto auf dem Parkplatz neben den Trimm-dich Geräten und dem ausgedehnten Grillplatz ab und wandern durch die hübsch gepflasterten Sträßchen.

Kaum jemand ist zu sehen – die Kinder sind wohl in der Schule, die Erwachsenen arbeiten …. Einige der Häuschen werden auch als Feriendomizile vermietet.


Noch ein letzter Blick auf’s Meer (das hier übrigens deutlich wärmer ist als in der Gegend um Kapstadt, bis zu 22 Grad!) …

… dann geht’s weiter.
Skipskop hatten wir als nächstes Ziel angepeilt, von da aus sollte es durch das De Hoop Reservat nach Malgas gehen. Weil es in der Pampa meist kein Internet gibt, hatten wir bei „HERE“ offline Karten gespeichert, die wollten wir nun (erstmalig!!! – bisher haben wir immer online navigiert!) nutzen. Also Ziel eingegeben – und gleich waren wir leicht erstaunt, denn da wurde eine Straße empfohlen, die es bei Google Maps gar nicht gab.

Aber was soll’s – die müssen es ja schließlich wissen … Also bogen wir wenige Kilometer landeinwärts nach rechts ab, auf eine zunächst durchaus normal erscheinende unbefestigte Straße.

Nach einer Weile verschlechterte sich der Zustand allerdings merklich.

Aber da wir immer wieder an Farmen vorbei kamen, machten wir uns keine großen Gedanken. Schließlich waren es aber nur noch zwei kaum erkennbare Fahrspuren im Gras…

Und irgendwann standen wir vor einem Zaun mit einem einem hermetisch verschlossenen Tor, das wohl auch schon ewig nicht mehr geöffnet worden war, es war weitgehend zugewachsen. Also die gesamt Strecke wieder zurück und bei erster sich bietender Gelegenheit wieder Google Maps online aktiviert!

Die orderten uns zurück auf die Straße, zurück nach Bredasdorp. Skipskop hatten wir als Ziel mittlerweile gestrichen, jetzt peilten wir Malgas an. Da hierzulande Orte oft verschiedene Schreibweisen haben, dachten wir uns nicht viel dabei, als mal Malgas, mal Malagas auf den Schildern auftauchte und fuhren einfach mal die Straße entlang. Von Malgas aus wollten wir dann ins Reservat.

Unterwegs gab’s einiges zu sehen – Reiher hockten auf den Büschen am Wegrand und auf den Rücken der Schafe.

Irgendwie erinnerten sie uns mit ihrer aufrechten Haltung, der gespannten Aufmerksamkeit und ihren ruckartigen Kopfbewegungen an Erdmännchen!


Kurz danach wurden die Vögel größer – eine riesige Straußenherde versammelte sich am Zaun, um endlich mal was anderes zu sehen als Artgenossen!

Obwohl die Vögel ja als extrem dumm gelten (ihr Gehirn ist kleiner als ihr Auge!) sehen sie doch ziemlich wach und neugierig aus.


Weiter ging’s -bis es nicht mehr weiter ging! Den Abzweig in das Reservat hatten wir irgendwie verpasst und landeten statt in Malgas in Malagas. Da wollten wir eigentlich auch noch  hin – allerdings erst später, denn Dieter wollte unbedingt die angeblich handbetriebene Fähre erleben!

Die kleine Fähre, mit der wir eigentlich übersetzen wollten, fuhr allerdings nicht … Naja, nach unseren bisherigen heutigen Erfahrungen wunderte uns das nicht mehr wirklich! Und nach Handbetrieb sah das hier auch nicht wirklich aus …


Dass in dem daneben stehenden Toilettenhäuschen die Wasserspülung nicht funktionierte, war mittlerweile auch nichts neues – die funktioniert nämlich oft sogar in Gästehäusern nur sehr bedingt! Das heißt, wenn einmal gespült wird, muss man so um die 30 Minuten warten, bis der Kasten wieder voll ist. Wasser sparen ist hier die Devise!!!

Wir brauchten jetzt aber erst mal selbst Wasser oder irgendwas anderes flüssiges. Fündig wurden wir im Malgas Hotel, ein paar 100m weiter nach links. Auf schattiger Terrasse mit Blick auf den Breede River servierte man uns Cola mit Eis!

Allerdings nicht einfach so – zunächst musste ein Formular ausgefüllt werden, wo bis hin zu Passnummer und dem aktuellen Befinden alles mögliche abgefragt und von mir mit viel Fantasie und wenig zutreffenden Angaben ausgefüllt wurde. Danach wurde Fieber gemessen, die Hände desinfiziert- erst dann durften wir auf die Terrasse. Wo außer uns – wie im gesamten Hotel – keine Menschenseele war!!!

Im Laufe der weiteren Reise stellten wir noch einige Male fest, dass es umso absurdere Verhaltensregelungen gibt, je abgelegener irgendwas ist!


Immerhin erfuhren wir von der Wirtin, dass die Fähre schon seit einiger Zeit nicht mehr läuft, weil Ersatzteile fehlen. Und wann die kommen, weiß kein Mensch! Covid eben ….

Wir trugen es mit Fassung und fuhren weiter, noch ein Stück am Breede River entlang, allerdings verläuft die Straße hoch oberhalb des Flusses. 

Schauten noch kurz in einer Anlage vorbei, wo wir beinahe ein Häuschen gebucht hätten.



Tides liegt idyllisch in einer weitläufigen Anlage am Breede River, aber wir waren dann doch heilfroh, dass wir uns für das Meer entschieden hatten. Zu abgeschieden, und das auf den Internetfotos so idyllisch wirkende Boathouse war bei näherer Betrachtung doch recht basic und hatte eindeutig schon bessere Tage gesehen.

Einen letzten Versuch unternahmen wir noch, in das De Hoop Reservat zu kommen, aber da wir mittlerweile eindeutig auf der falschen Fährte waren und es auch immer später wurde, gaben wir schließlich auf und fuhren zurück.

In unsere Idylle am Meer, zu einem (leider absolut miserablen!) Abendessen im Lokal am Hafen und danach zu einem entspannten Tagesausklang mit Wein auf der Terrasse.

2 Kommentare zu “08.02. – Streets with no names …

  1. Ein bisschen Abenteuer ist doch spannend zu erleben und auch zu lesen 🙂

    Tides sieht etwas trist aus, Ihr habt mit der Unterkunft am Meer die bessere Wahl getroffen.

    Und ich finde immer mehr Gefallen an Südafrika!

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