11.02. – Wenn Johnny in die Tasten greift : Matjiesfontain

Unser heutiges Ziel lag ziemlich nah, nur ca. 1:45h würden wir von Prince Albert bis Matjiesfontain brauchen Und es war ziemlich klein.

Da es weder auf der Strecke Nennenswertes gab, wo man einen längeren Stopp einlegen konnte, noch der kleine Zielort stundenlange Stadtbesichtigungen erfordern würde, wollten wir uns vor der Weiterreise nochmal in Prince Albert umschauen und auch die „Ostumfahrung“ des Swartbergpasses, also die R407 bis zum Meiringspoort Wasserfall fahren.

Für den guten Start sorgte heute ein absolut fantastisches Frühstück mit Blick auf den Pool und lauter frischen Produkten aus der Karoo – Orangensaft aus Früchten der Umgebung, Joghurt aus der lokalen Dairy, selbst gebackenes Brot und hausgemachtes Granola, Eier von glücklichen Hühnern und Speck vom local butcher.

Das Sanctuary ist wirklich ein Refugium, eine absolute Empfehlung!

Zu Fuß ist man in einer knappen halben Stunden einmal durch Prince Albert und zurück gewandert – falls man nicht immer wieder stehen bleibt und die hübschen Häuser bewundert! Oder auch die tollen Abfalleimer, die alle paar Meter am Straßenrand stehen und durchweg bunt bemalt sind, oft mit historischen Motiven.

Damit ihr auch einen Rundgang durch Prince Alber machen könnt, führt die kleine Diashow einmal durch den Ort. Bemerkenswert sind hier nicht nur die hübschen Kolonialbauten mit ihren gusseisernen spitzenartigen Verzierungen, sondern auch einige stilechte Art Deco Bauten. Und natürlich die Gärten! Und die schattenspendenden Eukalyptusbäume. Und überhaupt ….

Weiter ging es mit dem Auto, zurück, Richtung Oudtshoorn. Wer nicht über den Pass fahren will, hat mit der „Umgehungsstraße“ R 407 eine ebenfalls landschaftlich sehr attraktive Alternative.



Sie führt zunächst durch die karge und nicht sonderlich fruchtbare Karoo. So bald wir etwas in die Berge kommen, ist die Straße wieder gesäumt von den intensiv gelb blühenden Karoo Akazien, einer Mimosenart.


Auch auf asphaltierter Straße ist die Bergwelt ein Erlebnis, selbst wenn es nicht so hoch hinauf geht. Stattdessen überquert man unzählige kleine Brücken – unter denen derzeit aber kaum Wasser durchfließt.

Wir kommen zum Meiringspoort Wasserfall, der allerdings mangels Wasser ein ziemlicher Totalausfall bzw. nur ein tröpfelndes Rinnsal ist. Stattdessen bewundern wir ein paar schicke Oldtimer, die hier gerade auf dem Parkplatz ankommen.

Danach geht’s gemächlich zurück nach Prince Albert.



Hier erholen wir uns auf der Terrasse des Lazy Lizard von den Vormittagsstrapazen bei hausgebackenem Applepie und Limonade. Die hiesigen Limonaden sind – wenn sie selbst hergestellt sind – eine echte Wucht! Und im Lazy Lizard ist fast alles hausgemacht oder kommt von Produzenten aus der Umgebung.

Dann geht’s endlich Richtung Tagesziel.




Es geht rund 160 km mehr oder weniger gerade aus, durch die trocken und mittlerweile mit 36°C auch sehr heiße Karoo. Am späteren Nachmittag kommen wir in Matjiesfontain an, drehen erst mal eine kurze Runde durch den Ort – das heißt konkret, ca. 500m die Straße entlang – bevor wir im einzigen Hotel am Ort, dem Lord Milner Hotel, einchecken.

Matjiesfontein – das ist ein Stück gelebte Geschichte! Einst eigentlich nur ein Bahnhof, 1884 gründete der Eisenbahningenieur James Logan den kleinen Ort und baute wenig später das Hotel. Matjiesfontain mutierte schnell zum gefragten Kurort, denn das trockne warme Klima war ideal für Lungenkranke.

Zahlreiche illustre Gäste stiegen hier ab – von Rudyard Kipling über Lord Churchill und Edgar Wallace bis hin zu diversen Schauspielern und Royals. Heute steht der gesamte Ort unter Denkmalschutz, alles ist picobello in Schuss und top saniert. Von den 300 Einwohnern arbeiten rund 50 im Hotel, manche schon seit ihrer Kindheit.

Einen guten Überblick über die Geschichte des Ortes und die einzelnen Gebäude sowie ein schönes Video gibt es auf der Webseite des Ortes Matjiesfontain.

Man bietet uns zwei Zimmer zur Auswahl an – eines im Haupthaus, eines in einem kleinen Nebengebäude. Da es keine Klimaanlage gibt und das Zimmer im Haupthaus zwar deutlich hübscher, aber auch unglaublich warm ist, entscheiden wir uns für das schattigere Zimmer im Nebenhaus. Wobei das eher eine Suite ist, denn wir haben neben dem Schlafzimmer noch eine Art Wohnzimmer und ein geräumiges Bad – allerdings alles recht dunkel (aber eben deswegen auch nicht so heiß).

Für einen ausgedehnten Stadtbummel durch den 300-Seelen-Ort ist es eindeutig zu heiß, wir suchen den Pool. Der liegt nicht etwas direkt hinter dem Hotel, sondern einen fast 10 minütigen Fußmarsch durch einen leicht verwilderten Park entfernt. Aber als wir von kühlen Drinks am coolen Pool geträumt hatten, hatten wir diese Entfernungen nicht gekannt – weit und breit ist hier niemand, der einem einen Drink bringt, und Schatten gibt es auch kaum, ganz zu schweigen von Handtüchern.

Macht nix – uns war ohnehin eher nach innerer als äußerer Abkühlung, ein Kaltgetränk auf der schattigen Veranda ist auch nicht schlecht.

Dann aber doch ein kleiner Rundgang – am Pub vorbei (das noch nicht auf hat, aber dessen Türen offen stehen …



… weiter zur Post (auch zu)
Eine Art Tankstelle gibt es hier ebenfalls (vor dem geschlossenen Coffeehouse), aber für den Notfall auch Kutschen (oder so was ähnliches).


Selbst die Freimaurer waren schon hier!

Und natürlich gibt es hier auch öffentliche Verkehrsmittel! Zum Beispiel den Bus – der fährt absolut pünktlich nach Fahrplan ….. täglich um 18 Uhr!

Und dann ist da ja auch noch der Bahnhof … Hier kommt zwar nur ziemlich selten ein Zug durch, aber wenn, dann kann es schon mal der „Blue Train“, ein Luxuszug sein. Momentan ist hier aber nichts zu sehen außer Gleisen.



Bei einer weiteren inneren Abkühlung warten wir auf den 18 Uhr Bus, als markige Tromptentöne erklingen und ein stattlicher dunkelhäutiger Herr, adrett gekleidet mit Weste und Bowler, kündigt die demnächst stattfindende beste und kürzeste Stadtrundfahrt der WElt an.

Der Herr ist Jon Theunissen, stellt sich als Johnny vor und ist hauptberuflich Pastor, nebenberuflich begnadeter Entertainer! Der Bus fährt vor, wir steigen ein und es beginnt eine unvergessliche Rundfahrt. Auch wenn das Publikum überschaubar war – Johnny war phänomenal!

Am besten erlebt ihr die spektakuläre Fahrt einfach selbst mit!

Am Ende landeten wir alle zunächst im Hotel, wo uns Johnny einiges zur Geschichte des Hauses erzählte …

… und dann im Pub. Der absolute Höhepunkt des Tage – denn jetzt setzte sich Johny ans Klavier, spielte und sang, mit rauchiger Satchmo-Stimme, und alle sangen mit!



Auch beim anschließenden Drink vor dem Pub sowie am späten Abend, als alle nochmal auf der Terrasse vor dem Hotel versammelt waren, war Johnny dabei, erzählte aus seinem Leben und wollte Geschichten aus anderen Teilen der Welt hören.

Es wurde recht spät an diesem Abend – aber es war schlichtweg toll!

Die heutige Strecke –

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