12.02. – Von der Wüste an die Küste

Okay – Wüste ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber sehr trocken und sandig ist es schon in der Karoo! Und Matjiesfontain hat ja auch ein bisschen was von einer Oase, einem kleinen Fleck, der Erfrischung und Schatten bietet.

Wir verlassen unsere Oase am Morgen nicht, ohne wenigstens einige der Sehenswürdigkeiten des Ortes nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn die Stadtrundfahrt gestern hatte uns gezeigt, dass Matjesfontain mehr war als die „Hauptstraße“ mit Hotel usw.

So klein der Ort auch sein mag – er hat sage und schreibe DREI! Museen! Eines davon, das Transport Museum, liegt fast genau neben dem Hotel und ist ein MUSS für alle, die schöne alte Autos lieben!

Bevor wir uns die Prachtstücke näher anschauen, fällt mir ein Foto auf. Die britische Königsfamilie war auch schon hier!!! King George VI. mit seiner Frau und den Töchtern Elizabeth und Margaret sehen durchaus so aus, als würde es ihnen hier gefallen.

Dann kommen die funkelnden Automobile, die alle soviel schöner aussehen, als das, was heute auf den Straßen rollt …


Direkt nebenan stehen noch eine Dampflok und zwei Waggons.



Gegenüber vom Museum stehen weitere ältere Fahrzeuge – zum Beispiel der örtliche Leichenwagen.

…. oder die Feuerwehr.
Für die beiden anderen Museen haben wir heute Vormittag keine Zeit mehr (gestern Nachmittag waren sie leider schon zu), aber wer hierher kommt, sollte sich entweder das Railway Museum oder das Marie Rawdon Museum, in dem unzählige Ausstellungsstücke das Leben hierzulande in der viktorianischen Zeit aufleben lassen, nicht entgehen lassen.

Eine weitere Sehenswürdigkeiten sind das Gerichtsgebäude – man kann sich allerdings kaum vorstellen, dass hier schwere Verbrechen abgeurteilt wurden.


Sehr schick ist die Hochzeitskapelle – in der tatsächlich geheiratet werden kann!

Dahinter ist die Welt bzw. das Dorf zu Ende.

Auch unser Besuch hier endet – wir machen uns auf den Weg nach Süden. Der führt zunächst über asphaltierte Straßen durch die wilde Landschaft der Great Karoo.




Ab Laingsburg ist Schluss mit dem Straßenkomfort, wir biegen ab auf die R323, es wird staubig, aber landschaftlich immer dramatischer.

Allgegenwärtig ist auch hier wieder die Karoo Akazie, die gelbblühend die Straßenränder säumt.

Wir folgen der Straße bis zum Seweweekspoort Pass (Siebenwochen_Pass) – warum der wohl so heißt??? Den  gleichnamigen Fluss haben wir übrigens auf den letzten 17 km insgesamt 23 Mal überquert! Und mangels Wasser nie was davon gemerkt!


Ein „Poort“ ist eine Schlucht, eine Pforte durch das Gebirge – die Straße schlängelt sich jetzt durch steile Felsschluchten und wir bewundern einmal mehr die Straßenbaukunst von Thomas Baine.





So langsam kommen wir wieder nach unten, diese merkwürdigen Aloen wachsen eher in niedrigeren Regionen.

Als wir wieder in der Zivilisation, also auf asphaltierter Straße sind, machen wir einen Mini-Schlenker nach Amalienstein und zur dortigen Kirche. Der Mini-Ort wurde von Berliner Missionaren gegründet, die von der Baronin Amalie von Stein finanziell unterstützt wurden und die Gemeinde nach ihr benannten.

Viel gibt es hier nicht zu sehen, es gibt auch keine Möglichkeit, einzukehren – die finden wir aber wieder in Ladismith! Wo wir vor ein paar Tagen eine leckere Pizza bekommen haben, gibt es heute was Kaltes zu trinken.

Dann gehen wir die nächsten Passstraßen an! Kurz nach Ladismith biegt die R327 nach Süden ab, rund 120 km ungeteerte Piste – Sand, Schotter, Lehm – liegen vor uns.

Zunächst ist es noch recht flach …


Dann geht’s rauf und runter, vorbei an einsamen Höfen und immer wieder überraschend grünen Oasen.


Wir scheinen die einzigen zu sein, die hier entlang fahren – ab und zu überlegen wir, was wir wohl machen, falls wir eine Panne haben! Denn das Handynetz ist hier so gut wie nicht vorhanden!




Nach guten 2 Stunden landen wir wieder auf Asphalt, jetzt ist es nicht mehr weit bis zu unserem Ziel – Mosselbay!

Hier haben wir ein wirklich hübsches Zimmer am Hang über der Stadt, mit einem gigantischen Bad und Blick über die Stadt bis zum Meer, im Aqua Marina Guesthouse. Sogar von der Badewanne aus blickt man aufs Meer!

Trotz toller Aussicht halten wir es hier oben nicht lange aus – wir wollen näher ans Wasser! Der Hafen bietet nicht viel, aber unterhalb des Leuchtturms ist richtig viel los! Der Campingplatz  ist sehr gut gefüllt, überall wird gegrillt, es duftet nach Holzkohle und Steaks.

Ein kleiner Naturpool bietet einen sicheren Ort für kleine und große Schwimmer (oder eher Plantscher, denn er ist recht flach) ..

Der Strand ist malerisch, aber sehr steinig.




Hier sieht man, wohin der spärliche Sand gewandert ist …

Wir genießen den hereinbrechenden Abend, ergattern mit viel Glück einen netten Tisch im Kingfisher Restaurant und schwelgen in frischem Fisch und gutem Wein.

Danach noch ein Verdauungsspaziergang zur blauen Stunde auf der Strandpromenade …

Und später geht der Tag mit einem weiteren Glas Wein auf der Terrasse des Guesthouses langsam zu Ende … Schön war’s wieder!!!!

Die heutige Route:

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