13.02. – Mossel Bay

Die Sonne legte heute immer wieder eine Pause ein – und das an einem Sonntag! Wo doch ganz Mosselbay darauf brannte, entweder auf’s Surfbrett zu steigen oder sich an den Strand zu legen!

Die Surfer lassen sich zwar auch von wenig Sonne nicht abhalten, aber am Strand war es nicht sonderlich voll. Womöglich auch, weil die meisten irgendwo beim Mittagessen saßen, denn bis wir heute auf die Hufe kamen, war es schon etwas später geworden …

Unser erster Weg führte zum Strand. Nicht unbedingt die Kategorie „Traumstrand“, aber weitläufig und sauber.

Und natürlich mit einem schicken Strandlokal, in dem die Einheimischen ihrer Lieblingsbeschäftigung – Essen! – nachgehen konnten.


Was andere allerdings nicht davon abhielt, direkt am Strand zu grillen. Denn ein „Braai“, also Fleisch vom Holzkohlengrill, steht ganz oben auf der Liste der Lieblingsgerichte der Südafrikaner!

Uns war weder nach Strand (zu windig) noch nach Essen (noch satt vom Frühstück), stattdessen wollten wir zum Leuchtturm. Der liegt an einem sehr felsigen Küstenabschnitt, wo der Wind um die Ecken pfeift und Surfer ihr Paradies finden.

Hoch auf den Klippen thront der Leuchtturm, ein Fußweg am Klippenrand führt hinauf. Dachten wir … und machten uns auf den Weg. Wurden aber gleich ausgebremst, als wir einen Mann sahen, der eine Tüte mit Karottenstückchen auf eine Wiese warf. Bevor ich ihn noch fragen konnte, was das soll, kamen sie schon angewuselt – klein, pummelig, irgendwas zwischen Murmeltier und Meerschweinchen, erinnerten vage an australische Wombats.

Der Mann erklärte uns, das seien Dassies, die wegen der extremen Trockenheit kaum noch Futter finden und deshalb von der Gemeinde gefüttert werden. Da die ehrenamtlichen Helfer aber Sonntags nicht erscheinen, hat er es übernommen, die witzigen Tieren eine Sonntagsmahlzeit zu bringen.

Trotz ihrer Pummeligkeit sind die Tiere wieselflink, in einem Affenzahn rennen sie fast senkrecht die steile Felswand herunter, in der sie leben.

Mit bloßem Auge sind sie kaum erkennbar, man braucht schon ein Tele, um sie zu entdecken.


Aber sie bleiben ja nicht oben, sondern kommen eines nach dem anderen herunter zu den Karotten, wuseln völlig ohne Scheu direkt vor uns herum, schauen neugierig in die Kamera und lassen sich kein bisschen aus der Ruhe bringen.

Da der Mann die englische Bezeichnung nicht kannte, hab ich später nachgeschaut – Dassies sind Klippschliefer, eine Tierart, die es ausschließlich in Afrika gibt.

Wir machen uns auf den Weg zum Leuchtturm. Ein schmaler Pfad windet sich den Hang hinauf, vorbei an einer Höhle.

Hier gibt es Infos über die ehemaligen Bewohner, die hier Schutz fanden, und einen guten Blick auf die felsige Küste.
Der Weg führt jetzt über Felsbrocken immer weiter hinauf – ist allerdings gut gesichert!




Nur ausgerechnet an einer Passage, wo man kaum zwei Füße nebeneinander setzen kann, gibt es kein Geländer – eine echte Mutprobe für mich!

Wenn man zurück schaut, erkennt man den Zickzackpfad gut (und ich wundere mich ein bisschen, dass ich da überhaupt rauf gekommen bin!)

Dann wird es ebener und die Blicke auf die Küste erinnern uns an die Küstenpfade in Devon und Cornwall.

Was allerdings leider nicht funktioniert, war der Besuch beim Leuchtturm. Der ist von diesem Weg aus nämlich gar nicht erreichbar!!! Trotzdem war es eine wunderbare kleine Wanderung, auch wenn uns nichts anderes übrig blieb, als den selben Weg wieder zurück zu gehen. Zwar hätten wir auf dem Küstenpfad noch 13 km weiter wandern können, aber das Auto stand ja am Fuß der Klippe und da mussten wir schließlich wieder hin.

Ein letztes Mal begegneten wir einem Dassie, das es sich auf einem Betonvorsprung gemütlich gemacht hatte.

Dann musste was zu Trinken her, möglichst begleitet von Kuchen! Weil rings um den Leuchtturm der Wind scharf pfiff, fuhren wir zum Strand zurück und wurden dort in einem kleinen Lokal fündig. Chocolate Mud Pie mit Eis geht immer – dazu ein Cappuccino und einfach den Sonntag genießen!

Dass die Einheimischen schon am Nachmittag eher Bier und Cocktails statt Kaffee tranken, war an der ausgelassenen Stimmung und dem Geräuschpegel deutlich zu spüren und zu hören! Im Hintergrund versuchten sich ein paar mäßig begabte Sänger an Karaoke, was regelmäßige Begeisterungsstürme auslöste.

Nachdem wir gestern Abend nur mit sehr viel Glück noch einen Tisch im Kingfisher bekommen hatten, hatten wir unseren (vergeblichen) Leuchtturmbesuch auch dazu genutzt, dort für heute einen Fenstertisch zu reservieren. Den bekamen wir auch und konnten ein weiteres Mal die wirklich hervorragende Küche dort genießen – dieses Mal mit Blick über die Terrasse zum Meer.

Zum Abschluss noch ein südafrikanischer Brandy (wieder mal, zum Erstaunen der Bedienung, ohne Eis!), dann ging ein weiterer toller Tag zu Ende.

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