15.02. – Von Burgen und Köpfen: Noetzie und die Knysna Heads

Ein erster Blick am Morgen vom Balkon aus – ziemlich bewölkt. Ein zweiter auf die Wetter App – heute Nachmittag soll es regnen!

Statt gemütlich auszuschlafen, machten wir uns deshalb zügig auf zum Frühstück – einer mehr als üppigen Angelegenheit! Matthias ist gelernter Konditor, hat u.a. bei Sprüngli in der Schweiz gearbeitet und kann es auch heute noch nicht lassen, seine Gäste mit süßen Kreationen zu begeistern.

Gestern Abend gab es hausgemachte Pralinen als Betthupferl, heute Morgen liegen kleine Hefezöpfe und diverse andere süße Bäckereien auf dem Büffet. Allzu lange schwelgen wir allerdings nicht in den tollen Genüssen – denn zwar war inzwischen die Sonne raus gekommen, aber der Wind frischte bereits wieder merklich auf, und am Horizont ballten sich die Wolken.

Unser heutiges erstes Ziel war Noetzie, eine skurrile Siedlung direkt am Meer, an einem absoluten Traumstrand. Noetzi, das wie eine schweizerische Schokoladenspezialität klingt, bedeutet „dunkles Wasser“ und ist ein Wort aus der Khoi-San Sprache.

Die Straße endet an einer Schranke, von da aus geht es einen steilen Weg und über 100 Treppenstufen runter zum Strand. Die Sicht ist nicht gut – zum einen, weil die Sonne sich rar macht, zum anderen, weil der Wind den feinen Sand und die Gischt zu einer Art Nebel verwirbelt, der über Strand und Meer hängt.

Aber je weiter wir nach unten kommen, desto mehr kommt die Sonne raus und schließlich stehen wir begeistert  auf einem tollen Strand, der zum Spazierengehen förmlich einlädt!


Allerdings hängt weiterhin ein Sand/Gischt Nebel in der Luft.

Am Hang stehen eine Handvoll feudaler Burgen – anders kann man diese Häuser aus groben Sandsteinblöcken nicht nennen. Die ersten Burgen entstanden 1931 mehr aus Zufall – verwendet wurden die Steine, die am Strand lagen, und weil das Ergebnis nach mittelalterlichen Festungen aussah, wurden noch ein paar Zinnen und Türmchen angebracht und fertig war die erste Burg!

Einige weitere folgten, dazwischen gibt es auch ein paar Neubauten.


Wir wandern den Strand vor und zurück, klettern über Felsen, schauen den Möwen und den südafrikanischen Austernfischern zu, die im Sand nach Futter stochern.

Schließlich stehen wir an dem Fluss, der hier ins Meer mündet und dem Strand seinen Namen gab. Pflanzenteile haben das Wasser fast schwarz gefärbt.


Dann geht’s mühsam und schweißtreibend – inzwischen hat es 28°C! – wieder den Hang hinauf zum Auto. Mehr Meer wollen wir jetzt sehen – die Knysna Heads sind dafür kein schlechter Aussichtspunkt. Hier mündet die Lagune ins Meer, das Wasser zwängt sich rein und raus durch eine relativ schmale Öffnung in der felsigen Küste, wie man auf diesem Plakat sehen kann.

Am Parkplatz wieder der obligatorische selbst ernannte Parkwächter, der uns mit großer Geste einen der vielen leeren Plätze zuweist. Und uns auch gleich noch den – gar nicht verfehlbaren – Weg zum Aussichtspunkt weist. Leider hat sich der Himmel gerade mal wieder zugezogen, der Wind verwirbelt auch hier die Gischt und die Sicht ist ziemlich mau.

Zumindest die Fernsicht – bis zum Boden, wo ein kleiner Vogel sitzt, ist sie gut!

Direkt gegenüber sind Höhlen zu sehen, außerdem ein wunderbarer Weg, der immer an der Küste entlang zu den Höhlen führt. Wir wollen mal sehen, ob wir morgen dort entlang gehen können.


Heue wird es wohl nichts mehr mit größeren Unternehmungen, auch die Fotos werden nicht besser – wir wollen in den nächsten Tagen lieber bei schönerem Wetter nochmal herkommen.

Dem Parkwächter drücke ich 10 Rand in die Hand – aber er will gar kein Geld, sondern bittet stattdessen um eine Flasche Wasser. Da wir genug dabei haben, bekommt er eine und freut sich wie ein Schneekönig!

Statt Aussicht aufs Meer lockt uns jetzt die Aussicht auf einen Kaffee oder einen kleinen Imbiss zum East Head Café – dort haben wir allerdings nicht den Hauch einer Chance! Es ist Mittagszeit, Lunchtime – und ganz Knysna scheint dort heute essen zu wollen!

Nur mit Mühe finden wir überhaupt einen Parkplatz, schauen uns das kleine weiße Signalfeuer an, wo wenige Meter entfernt ein Wrack im Wasser liegt.

Jetzt wird es aber dringend Zeit für eine kleine Stärkung. Fündig werden wir auf Thesen Islands, einer künstlich angelegten kleinen Siedlung mitten in der Lagune. Durchzogen von Kanälen gibt es dort hochpreisige Wohnungen und Häuser, ein oder zwei Hotels, etliche Restaurants, schicke Geschäfte und das „île de païn“   . Hier muss man einfach mindestens einmal hin, wenn man in Knysna ist! Denn hier wird auf extrem hohem – schweizerischem – Niveau gebacken und gekocht, jedes Kuchenstück ist ein kleines Kunstwerk und jede Kalorie wert! Auch das knusprige Brot, das wir zum Frühstück hatten, stammt von hier.

Auch hier ist es voll, wir finden aber ein schattiges Plätzchen unter einem Baum im Hof und schwelgen wenig später in Gugelhupf und Orangentörtchen nebst hausgemachter Ingwerlimonade!

Da sich das Wetter mittlerweile gebessert hat, machen wir noch einen Trip auf’s Western Head – wir wollen versuchen, den Fußpfad am Wasser zu finden. Das klappt allerdings nicht – der ist wirklich nur per Boot oder mit einem Allradfahrzeug erreichbar.

Stattdessen geht’s eben nochmal an den Strand – nach Brenton on Sea. Der Brenton Strand erstreckt sich kilometerweit die Küste entlang, feinster Sand, klares – aber mit 19 Grad recht kaltes – Wasser und tolle Felsen.


Sehr viel los ist nicht hier, die Saison ist schon fast vorüber und der auch hier heftige Wind hält selbst Mutige davon ab, weiter als bis zu den Knien ins Wasser zu gehen.

Auch wir verzichten auf ein Bad, klettern stattdessen in den Felsen herum, die merkwürdig brüchig und irgendwie wie Blätterteig aussehen.


Sedgefield ist nicht weit weg – auch hier findet man wieder moasikverzierte Bänke.


Nachdem wir ziemlich durchgepustet wurden und sandbedeckt sind, geht’s wieder Richtung Candlewood Lodge und noch für eine halbe Stunde an den Pool. Dann beginnt es allerdings in der Ferne heftig zu donnern, bald fallen auch schon die ersten Tropfen und wir verziehen uns auf unser Zimmer, während draußen ein heftiges Gewitter tobt.

Der Regen lässt auch am Abend nicht nach. Wir entschließen uns, zum Essen ins Sirocco auf Thesen Islands zu gehen, denn dort kann man in der Nähe parken (falls man einen Platz findet  – wir hatten extremes Glück!!!). Mit Schirmen bewaffnet stürmen wir durch die Sintflut ins Lokal, bekommen auch ohne Reservierung einen schönen Platz und genießen dann erneut hervorragende Küche und fantastischen Wein, der einen auch mit dem noch so schlechtesten Wetter versöhnt! (Und wenn man eine Flasche bestellt und sie nicht austrinkt, nimmt man den Rest einfach mit …)


Später erwarten uns schokoladige, saftige Minimuffins und ein paar Tipps für den morgigen Tag …

Die heutige Runde:

Ein Kommentar zu “15.02. – Von Burgen und Köpfen: Noetzie und die Knysna Heads

  1. Muffins als Betthupferl – ihr werdet wirklich verwöhnt in eurer Unterkunft! 😉

    Und eure Reise gleicht immer mehr einem absoluten Gourmet-Trip! Ich muß fast befürchten, falls ich nächsten Winter auf euren Spuren nach SA fahre, kugelrund zurückzukommen…

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