19.02. – Hängepartie: Im Tsitsikamma Nationalpark

Keine 10 Pferde würden mich da rüber bringen! Das hatte ich zumindest beim Anblick der Fotos von der Hängebrücke über der Mündung des Stroms River gedacht.

Denn ich bin nicht schwindelfrei und solche wackeligen Einrichtungen in der Luft mag ich gar nicht. Da gab es schon sehr ungute Erlebnisse, als mal eine Horde Jugendlicher drüber rannte und das Ding heftig zu schwingen anfing.

Muss ich nicht unbedingt haben …

Der Tag begann sonnig und weitgehend windstill, also im Grunde hervorragende Voraussetzungen. Schau’n wir mal …

Erneut fuhren wir zum Nationalpark, erneut mussten wir am Eingang (wie übrigens bei SÄMTLICHEN NPs in Südafrika!!!) ein endloses Formular ausfüllen, von Angaben zum Gesundheitszustand bis hin zur Reisepassnummer wurde alles mögliche abgefragt! Mittlerweile hatten wir die Passnummern im Handy notiert, so dass sie immer schnell zur Hand waren, denn die Pässe waren im Koffer.

Nachdem diese Hürde überwunden und der (ziemlich happige!) Eintritt von 272 ZAR pro Person gelöhnt war, fuhren wir ganz nach unten. Heute war deutlich mehr los als gestern, nur mit Mühe fanden wir noch einen Parkplatz. Allerdings schienen viele, vor allem Einheimische, vorwiegend zum Grillen hierher gekommen zu sein.

Auf einem Schaubild konnten wir sehen, wie wir gehen mussten. Das war aber auch schon alles an Beschilderung.

Da das ganze Areal eine einzige Baustelle war (es wird wohl ein weiterer Parkplatz gebaut – die Baustelle ist jedenfalls riesig), wäre ein Wegweiser nicht schlecht gewesen, zumal man nicht einfach der Masse nachlaufen konnte – denn die gab es (zum Glück) nicht!

Zuerst landeten wir bei den Booten, wo gerade eine Gruppe Kajakfahrer eingewiesen wurde.

Links davon liefen am Rande der Baustelle ein paar Leute – das schien der richtige Weg zu sein. Und am Beginn des Weges, der überwiegend aus Plastikbohlen besteht und recht rutschig sein kann, stand dann auch tatsächlich ein Schild.

In der ersten Kurve gleich ein kleiner Fotospot – ein Mini-Wasserfall vor einer Höhle.

Weiter ging es treppauf und treppab, über lange und kurze Boardwalks.



Der Weg führte ein gutes Stück in den Dschungel – hier gibt es sogar ein Klassenzimmer!
Weiter ging’s, immer wieder mit tollen Aussichten.

Nach einer ganzen Weile kam eine Abzweigung – rechts ging es direkt runter zu den Hängebrücken, links konnte man weiter gehen. Hier sollte man den Pfeil ignorieren und einfach weiter gehen.

Auf diesem Weg kommt man nämlich genauso zu den Hängebrücken, hat aber vorher noch einen grandiosen Blick von oben auf beide Brücken! Ist zwar noch mal ein bisschen mehr rauf und runter – lohnt sich aber unbedingt!!!



Letztlich waren wir genau da, wo man auch über den anderen Weg hinkommt – am Beginn der längeren der beiden Hängebrücken. 77m weit überspannt sie in ca. 7 m Höhe die Mündung des Storms River.

Jetzt kam die Gewissensfrage – drüber gehen oder stehen bleiben??? Wobei eigentlich klar war, dass eine Weigerung mir nicht allzuviel nützen würde. Denn falls ich nicht den Umweg mit einiger Kletterei für den Rückweg nehmen wollte, musste ich ohnehin zumindest über die beiden anderen, insgesamt noch längeren Brücken gehen.

Dieter stand schon auf der Brücke, ansonsten war hier nicht viel los. Der Boden war stabil, die Geländer ausreichend hoch – also Augen auf und durch!!!!

Die Brücke schwankt erstaunlich wenig, zumindest, wenn nur wenige Menschen drauf sind und diese sich halbwegs zivilisiert benehmen. Und man kann auch durchaus mal in der Mitte stehen bleiben, das Panorama genießen und ein Stück in den Canyon rein schauen!


Hier wollten wir eigentlich mit einem Boot ein gutes Stück reinfahren – aber mangels Nachfrage wird das derzeit leider nicht angeboten. Von der längeren Brücke aus hat man einen guten Blick auf die beiden kürzeren.

Auf der anderen Seite angelangt, gibt es allenfalls für wirklich sehr fitte, konditionsstarke und abenteuerlustige Leute noch einen weiteren, sehr steilen Weg durch die Felsen hoch zu einem Aussichtspunkt. Wir ließen es – wie die Mehrzahl der wenigen sonstigen Besucher – bleiben und gingen wieder zurück „üwwer die Brück“. Und gleich weiter auf die beiden nächsten Brücken.

Ein Blick zurück – eine wirklich schöne Aussicht!


Wieder festen Boden unter den Füßen ging es zunächst eine ziemlich steile Treppe rauf, die uns enorm ins Schwitzen brachte, denn inzwischen war es recht heiß geworden. Am Wegrand standen einige der Kapkastanien, die ja eigentlich Zitrusbäume sind und die wir in Kirstenbosch gesehen hatten.

Noch ein bisschen Kraxeln und Laufen – dann waren wir wieder am Ausgangspunkt. Insgesamt war es eine zwar durch die ständigen Höhenunterschiede etwas anstrengende, aber wunderschöne kleine Wanderung gewesen!

Mittlerweile hatte der Wind deutlich aufgefrischt und peitschte das Wasser über die Felsen.

Das störte allerdings die Einheimischen kein bisschen, die ungerührt ihre Steaks und sonstige Genüsse auf den Grills brutzelten. Schließlich war Samstag, und da muss ein anständiges Braai einfach sein!


Wir machten uns langsam auf den Heimweg, vorbei an diversen Campingplätzen, die ziemlich gut belegt waren! Auch wenn ausländische Touristen momentan Mangelware sind, die Südafrikaner haben in Corona-Zeiten ihr eigenes Land sozusagen neu entdeckt und sind vor allem an den Wochenenden überall dort, wo es besonders schön ist.

Die Campingplätze waren allesamt sehr gut belegt – und es waren durchaus nicht nur kleine bescheidene Zelte oder Wohnwagen!


Erleichtert wird das dadurch, dass die Locals nur einen Bruchteil, meist nur ein Viertel, dessen bezahlen müssen, was von ausländischen Besuchern verlangt wird – egal, woher diese kommen. Auch Afrikaner aus Nachbarstaaten werden zur Kasse gebeten.

Heute gab es Abendessen bei Marylin – die tolle Musik, die nette Bedienung und die guten Burger verführten uns zum Bleiben. Eigentlich wollten wir ja nur ein Bier trinken …

Der Heimweg führte vorbei an weiteren schönen alten Autos ….

…. zum nostalgischen Hoteleingang.

Noch ein Glas Wein unter einem tollen Sternenhimmel – manchmal ist das Leben einfach nur schön!

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