20.02. – Monkey Business – Auf dem Weg nach Jeffreys Bay

Ziemlich düster war es am Morgen, nachts hatte es ein Gewitter gegeben und die letzten Wolken hingen noch etwas unschlüssig herum und in den Bergen. Immerhin war es warm, Frühstück gab es also wieder im Freien!

Heute war ein Reisetag, da ist das Wetter nicht sooo wichtig, obwohl es natürlich schöner ist, durch eine sonnenbeschienene Landschaft zu fahren.

Ein letzter Rundblick über unser Hotel-Dörfchen – ein wirklich gelungenes Ensemble!




Weil unser nächstes Ziel, Jeffreys Bay, ja wirklich nur ein Katzensprung von ca. 150 km war, gab es heute nicht nur Umwege, sondern wir fuhren sogar ein ganzes Stück zurück! Auf dem Weg hierher hatten wir uns vorgestern nämlich dermaßen verzettelt und Zeit gelassen, dass eines unserer „Must Dos“ auf der Strecke geblieben war – Monkeyland! Die Einrichtung, kurz hinter Plettenberg, bietet Primaten eine geschützte, sichere Heimat in weitestgehender Freiheit, die früher oft unter erbärmlichen Umständen gelebt hatten. Teils wurden sie als Haustiere gehalten, teils waren es Jungtiere, deren Mütter getötet worden waren.

Hinzu kamen Tiere aus Zirkussen, Labortiere, aber auch Tiere aus Zoos, die sie nicht mehr unterbringen konnten. Heute leben hier 9 verschiedene Affenarten, insgesamt über 500 Tiere, auf einem großen urwaldähnlichen Areal, ohne Käfige und Zäune.

Als wir ankamen, war der Parkplatz nur sehr mäßig gefüllt, eifrige Einweiser lotsten uns zu einem schattigen Platz – dann stellte sich aber heraus, dass das die Plätze für diejenigen waren, die ihr Auto während des Besuches waschen lassen wollten. Nun konnte unser Auto nach den Gravel Roads der letzten Tage eine Wäsche durchaus vertragen, also schlugen wir ein. 100 Rand sollte die Wäsche kosten, rund 6 €, ein angemessener Preis.

Nicht sehr viel teurer war dann auch der Eintritt zum Monkeyland, denn hier bekamen wir Seniorenrabatt! Und nicht nur das – als die nette Dame an der Kasse merkte, dass wir Deutsche waren, meinte sie, eine Führung auf Deutsch würde in wenigen Minuten starten. Da schlossen wir uns doch gerne an, zumal außer uns nur noch ein Ehepaar aus der Schweiz daran teilnahm.

Aus verständlichen Gründen darf man hier nicht auf eigene Faust, sondern nur mit einem Guide herum wandern. Unserer hieß Paul, stammte ursprünglich aus Oudtshoorn, sprach hervorragend Deutsch und war in den nächsten rund 70 Minuten eine unerschöpfliche Quelle des Wissens über die Tiere im Sanctuary.

Kaum waren wir drin, stolperten wir schon fast über einen recht großen Klammeraffen, der seelenruhig auf einem Dach saß und irgendwas futterte.

Ein paar Schritte weiter in den Wald hinein hockte eine Gruppe Kattas, die mit ihren schwarz-weiß geringelten Schwänzen ein bisschen an Katzen erinnern. Vielleicht heißen sie ja deshalb so ähnlich? Eigentlich leben sie in Madagaskar, werden aber in Südafrika oft als Haustiere gehalten und diejenigen, die hier eine Zuflucht gefunden haben, können sich glücklich schätzen.

Die Kattas haben offenbar keine Probleme mit anderen Artgenossen – mittendrin saßen plötzlich ein paar grüne Meerkatzen. Sie werden oft für medizinische Experimente gefangen und benutzt, hier droht ihnen keine Gefahr mehr.


Die jüngsten sind einfach nur süß!

Auch dann, wenn sie sich gerade mächtig in der Wolle haben! Ein paar Sekunden später rasten sie dann aber schon wieder gemeinsam übermütig durch die Bäume.

Die kleinen Totenkopfäffchen sind ebenfalls echte Hingucker!

Wir wandern ganz gemütlich durch den Wald, Paul erzählt uns Geschichten zu den einzelnen Affengruppen, die sich durch uns in keiner Weise stören lassen, so lange wir ihnen nicht zu nahe kommen. Ein paar Kapuzineraffen sitzen herum – Paul meint, man könne die Weibchen leicht an ihrer Frisur erkennen „Wie bei Tina Turner ….“ 

Der Nachwuchs muss an der Frisur noch ein bisschen arbeiten …

Hoch oben in den Baumwipfeln können wir eine sehr seltene Lemurenart erkennen – ein schwarzweißer Vari, aus der Ferne sieht er fast aus wie ein Panda mit Schwanz.

Auch auf anderen Bäumen ist einiges los, Mutter und Kind sind auf dem Weg nach oben.


Am Boden ist auch einiges los, mehrere Affen nutzen die Wasserstellen. Streit scheint es hierbei nicht zu geben.

Wir überqueren einen hübschen Seerosenteich und kommen zur längsten Hängebrücke Afrikas.

128m lang ist sie – und wir müssen drüber, sonst geht es nicht weiter. Wir gehen in Höhe der Baumwipfel, bis zu 30 m über dem Boden …


Jetzt sind wir quasi auf Augenhöhe mit den schwarzweißen Varis!



Der Weg endet wieder an der Rezeption, wo es neben einem Souvenirgeschäft auch ein kleines Café gibt. Es war wirklich absolut toll, so viele Affen zu erleben in einer Umgebung, in der sie sich weitgehend frei bewegen können – eine absolute Empfehlung für alle, die hier vorbei kommen!

Unser Auto glänzte wie neu, als wir zum Parkplatz kamen – zwar nur von außen, doch als wir die Türen öffneten, kamen die Jungs gleich nochmal an und wischten auch die Innenseiten der Türrahmen blitzblank. Das gab natürlich noch ein extra Trinkgeld und die beiden waren absolut zufrieden und grinsten über das ganze Gesicht!

Weiter ging’s zum „Big Tree“, der ebenfalls Teil des Nationalparks ist. Auch hier wieder ein Riesenformular, Reisepassnummer, Temperaturmessung, Angaben zum Gesundheitszustand, Eintrittsgeld bezahlen … Und das alles, wegen 10 Minuten Fußmarsch zu einem Baum, der zwar zugegebenermaßen sehr groß ist, aber trotzdem ….

Naja, jetzt hatten wir ihn wenigstens gesehen …

Aber von nun an gab es keine Umwege mehr, wir fuhren zügig weiter bis Jeffreys Bay zu unserer Unterkunft Beach House . Wieder einmal hatten wir eine prima Wahl getroffen! Ein tolles Apartment, direkt am Strand, Blick auf Sand und Wasser, nach zwei Seiten hin total verglast mit Schiebetüren, die man komplett öffnen konnte!

Hier könnten wir es durchaus länger als 2 Nächte aushalten – leider haben wir mal wieder nur eine Lücke erwischt, danach ist das Apartment schon wieder vergeben … Egal – wir genießen jetzt erst mal das, was wir haben!

Und wir freuen uns schon auf ein gutes Abendessen, evtl. mit Blick auf’s Meer und natürlich mit gutem Wein! Nur – heute ist Sonntag! Und Tanja, unsere quirlige Gastgeberin, macht uns wenig Hoffnung – alle Restaurants sind Sonntag Abend zu!!! Es gibt nur eine einzige Ausnahmen – Ninas. Die große Kneipe neben der Tankstelle – die hat auf und Tanja schwärmt auch gleich von dem guten Essen und der tollen Stimmung dort. Sie sei dort auch heute Abend, versichert sie uns „Good food, good mood!!!“ – na dann ….

Ninas ist nur ein paar wenige Minuten zu Fuß entfernt, wir machen uns früh auf, denn wir sind hungrig. Obwohl es erst 18 Uhr ist, ist es richtig voll da, und die Stimmung scheint wirklich super zu sein, falls Lautstärke ein zuverlässiger Gradmesser ist! Aber es ist toll entspannt, alle sind richtig gut drauf, das Essen ist wesentlich besser als befürchtet, die Weinkarte erstaunlich lang und die Preise überwältigend niedrig!

Da bleibt dann nur noch – einfach genießen und später noch ein Gläschen auf der Terrasse im Mondschein ….

Ein Kommentar zu “20.02. – Monkey Business – Auf dem Weg nach Jeffreys Bay

  1. Was für ein herrlicher Tag! Die Affen hätten auch mich verzaubert – wie schön, daß sie ihr Leben nun unter angenehmen Verhältnissen verbringen können…

    Und eure Unterkunft ist wieder mal zum Träumen, ihr habt wirklich ein Händchen dafür 🙂

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