02.03. – Nach Bloemfontain

Bloemfontein – Blumenbrunnen, das klingt richtig schön! Im Jahre 1840 gründete Johannes Nicolaas Brits eine Farm an einer von Blumen gesäumten Quelle und nannte sie „Bloemfontein“. 10 Jahre später war daraus eine Gemeinde geworden, 1854 wurde sie Hauptstadt der Burenrepublik Oranje-Freistaat.

Bloemfontain wird auch Stadt der Blumen genannt, ist Sitz des obersten Berufungsgerichts und Universitätsstadt, soll schöne alte  Gebäude haben – wir waren richtig gespannt auf den Ort, an dem wir heute übernachten wollten!

Die Strecke heute war ziemlich lang, da war es gut, dass wir ein sehr üppiges Frühstück bekamen. Mit Blick auf den Pool und den Garten – schön war’s hier!

Bevor wir aus der Stadt raus fuhren, nahmen wir uns noch ein bisschen Zeit für’s Sightseeing. Hier haben oft die kleinsten Orte riesige Kirchen – Religion spielt hierzulande eine recht große Rolle.

Es gibt auch ein hübsches Rathaus, malerische kleine Sträßchen und schöne alte Häuser im Zentrum.




Alles in allem ist Graaff-Reinet – und natürlich das Valley of Desolation! – auf jeden Fall einen Stopp wert!

Kaum waren wir aus der Stadt raus, leuchtete auf dem Display im Auto ein Warnhinweis auf – der Reifendruck war zu niedrig! Also zurück zur Tankstelle, wo wir eben noch getankt, aber den Druck nicht überprüft hatten. Die Jungs an der Tankstelle checkten sämtliche Reifen, glichen den Druck mit dem ab, was auf dem Aufkleber an der Tür stand, und scheinbar war dann alles okay.

Zwar war die Anzeige zunächst weiterhin da, nach einigen Kilometern verschwand sie aber …




Die Fahrt ging über eine Hochebene, immer wieder tauchten in der Ferne mal spitze Bergkegel, mal Bergketten auf, die aber nicht wirklich auf unserer Route lagen. In Colesberg legten wir einen Kaffee-Stopp ein – wer hierher kommt bzw. diese Strecke fährt, sollte sich einen Halt im Nineteen Eighty Nine Coffee Shop auf keinen Fall entgehen lassen! Hier gibt es nicht nur unglaublich leckeren Kuchen und fantastischen Kaffee, sondern man kann auch prima essen hier! Und der kleine Shop ist eine Fundgrube für alle, die gerne nach ausgefallenen Sachen stöbern.

Frisch gestärkt ging es weiter, immer noch durch eher flaches Gelände, immer wieder mit Hügeln und Bergketten am Horizont und begleitet von Schattenspielen, wo Wolken und Sonne sich abwechselten.




Am Nachmittag erreichten wir Bloemfontain. Unsere Unterkunft hatten wir bewusst so gewählt, dass wir – theoretisch – zu Fuß zum nahegelegenen See gehen konnten, wo es Einkaufspassagen und etliche Restaurants gab. Die Auswahl an Unterkünften war ohnehin nicht gerade groß, die meisten lagen außerhalb, deshalb schraubten wir unsere Ansprüche ziemlich herunter und buchten ein eher einfaches B&B.

Und einfach war es auch – zwar sauber, aber außer zwei Betten mit Nachttischen, einem Schrank und einem kleinen Tischchen gab es nichts weiter in dem kleinen Zimmer. Der kleine Pool schimmerte grünlich-milchig, die Besitzerin entschuldigte sich für den Zustand damit, dass sie genau zu Beginn der Pandemie das Anwesen gekauft hatten und mangels Einnahmen bisher keinerlei Verbesserungen vornehmen konnten.

Gastgeberin Nancy war allerdings sehr nett und freundlich, riet uns aber vehement davon ab, uns innerhalb der Stadt zu Fuß zu bewegen! Deshalb stiegen wir wieder ins Auto und fuhren Richtung Innenstadt. Zumindest die schönen alten Kolonialgebäude wie das Gericht und das Rathaus wollten wir sehen! Unser Navi lotste uns auch zuverlässig in das Viertel, in dem die Highlights angesiedelt waren, nicht weit vom Gericht entfernt fanden wir einen Parkplatz und liefen – allen Warnungen zum Trotz los.

Gleich um die Ecke stand das alte Rathaus „Fourth Radsaal“, ein imposantes Gebäude, das aber nur ganze 10 Jahre als Stadtparlament diente.



Direkt gegenüber befindet sich das eher schlichte oberste Berufungsgericht.

Ein paar Schritte weiter die Straße entlang steht dann das derzeitige Rathaus – ebenfalls ziemlich imposant!



Gleich um die Ecke gab es aber auch top-moderne Verwaltungsgebäude.

Und schließlich standen wir auch noch vor dem Museum für Afrikanische Literatur.

So schön und imposant diese Gebäude auch waren – die Umgebung war alles andere als schön. Zwar sind in diesem Viertel nicht nur diverse Verwaltungs- und Gerichtsgebäude sondern auch Teile der Universität angesiedelt, es ist jedoch alles extrem vernachlässigt und heruntergekommen. Überall lag bergeweise Müll herum und die massive Werbung für Abtreibungen war schon ziemlich befremdlich.

Alles in allem fühlten wir uns hier nicht wirklich wohl – zwar nicht direkt unsicher, aber es war schon komisch, dass wir weit und breit die einzigen Weißen waren.

Da es am Himmel immer finsterer wurde, machten wir uns wieder auf den Heimweg. Es dauerte jetzt auch nicht mehr lange, bis die ersten Tropfen fielen. Damit waren unsere Pläne, im Freien zu essen, erst mal vom Tisch – wir fanden aber einen unglaublich guten Italiener, wo ich das beste Risotto aller Zeiten bekam! Erstaunlich war, dass jeder Tisch belegt war, obwohl es unter der Woche war – wir konnten wirklich nur noch gerade irgendwo rein gequetscht werden!

Wie so oft hierzulande kommt man schnell ins Gespräch mit der Bedienung oder den Tischnachbarn. Als die nette Servicedame merkte, dass wir keine Einheimischen waren, kamen die üblichen Fragen nach dem Woher und Wohin. Und als sie erfuhr, dass unser nächstes Ziel Clarens war, bekam sie – wie übrigens wirklich JEDER!!!, der diesen Namen hörte, einen verklärten Blick und fing an zu schwärmen.

Wenn man all den begeisterten Erzählungen Glauben schenken darf, sind wir morgen in einem der idyllischsten und hübschesten Orte ganz Südafrikas!!! Wir waren jedenfalls mehr als gespannt und freuten uns schon riesig …

Der heutige WEg:

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