Auf Agatha Christies Spuren – Burgh Island

Die winzige Gezeiteninsel in der Bigbury Bay – bei Ebbe zu Fuß erreichbar, bei Flut vom Meer umspült – hat eine ziemlich bewegte Vergangenheit! Schon vor 1000 Jahren war sie besiedelt, heute stehen dort ein unglaublich hochpreisiges und unglaublich elegantes Hotel im Art Deco Stil sowie eines der ältesten Pubs Englands, aus dem Jahr 1336.

Hotel und Insel zogen in der Vergangenheit illustre Gäste aus der High Society an – Noël Coward, Edward VIII. nebst Wallis Simpson, Lord Mountbatton sowie unzählige Künstlerinnen und Künstler logierten hier. Auch Agatha Christie war regelmäßig zu Gast und ließ sich von den Örtlichkeiten zu etlichen Romanen inspirieren.

Der Roman „10 kleine Negerlein“ (der später politisch korrekt umbenannt wurde und unter dem Titel „Und dann gab’s keines mehr …“verkauft wird, spielt genau hier, im Burgh Island Hotel,,in einer düsteren, regnerisch-stürmischen Woche.

Heute war es weder düster, noch regnerisch, sondern eher bayrisch weiß-blau. Nach Burgh Island kommt man entweder „normal“ auf der A379 und der B3392, oder malerisch, auf einer Tidal Road, die nur bei Ebbe passierbar ist. Klar – wenn man zu einer Gezeiten-Insel fährt, nimmt man natürlich auch die Gezeiten-Straße, zumindest, wenn die Gezeiten es hergeben!

Wir hatten heute Glück und bogen im Kreisverkehr direkt nach der Brücke über den River Avon (davon gibt’s übrigens unzählige in England!) links ab. Die Straße ist schmal, immer ein bisschen schlammig und je nach Gezeitenlage auch recht feucht. Und sie ist unglaublich malerisch und einfach nur schön!



Am Ende geht’s steil in die Höhe, durch schattige Wäldchen.
Anschließend wieder runter ans Meer, Burgh Island ist schon von weitem zu sehen.
Unten angekommen wird das Auto auf dem (gebührenpflichtigen!) Parkplatz abgestellt und wir stiefeln los. Bzw. es stiefelt nur Dieter – ich ziehe meine Schuhe in dem Moment aus, wo ich Sand unter den Füßen habe!

Über weichen Sand läuft sich’s prima bis zum Pub, vorbei an dem See-Traktor, der momentan nicht gebraucht wird. Die illustren Hotelgäste werden bei Ebbe im PKW der Oberklasse transportiert.

Wir steigen rauf auf den Hügel, genießen die Aussicht und das tolle Wetter, kraxeln über Felsen, wandern über Wiesen. im glasklaren und tiefblauen Meer. Es gibt einen tollen Rundweg auf der Insel, der öffentlich zugänglich ist – keine Selbstverständlichkeit bei einer Insel im Privat-Besitz! Unter uns rudern Kajakfahrer und paddeln SUPs, die Briten genießen den Sommer!





Der Blick zurück Richtung Festland zeigt uns, dass die Sandverbindung zunehmend schmaler wird! Allzu lange kann man hier nicht herum trödeln, denn wenn das Wasser erst mal wieder rein läuft, ist der Weg schnell abgeschnitten.

Bis wir wieder unten angelangt sind, hat das Wasser den Sand schon zu großen Teilen überspült. Jetzt heißt es, Hosen hochkrempeln und durch waten!


Es gibt zwar noch den Traktor – aber der steht momentan noch auf der anderen Seite und macht keine Anstalten, loszufahren.
Erst, als wir schon eine Weile wieder am Festland sind, tuckert er gemächlich los …

Auch wir tuckern los – wieder die Tidal Road entlang, wo sich der Avon schon langsam wieder füllt und ein Angler bereits sein Glück versucht.


Wir steuern Hope Cove mit den beiden Örtchen Inner und Outer Hope an. Eine winzige Kapelle steht oben auf einer Klippe über der Bucht.

Vom Küstenpfad aus hat man einen tollen Blick auf die kleine Bucht von Outer Hope.


Malerische Cottages säumen die Straße.


Mittlerweile ist es später Nachmittag geworden, der Himmel hat sich zugezogen. Deshalb gibt es heute leider kein Open Air Abendessen, sondern stattdessen eine sehr gute Mahlzeit im Church House Inn in Stokenham – zartrosa Entenbrust für Dieter, Fish’n Chips in einer Edelvariante für mich.

Tja – und morgen geht’s weiter – nach Cornwall!

Die heutige Strecke:

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