Gartenidylle und idyllisches Wohnen – Trelissick Garden und ein kleines B&B

Regentropfen, die an mein Fenster klopfen ….

Tatsächlich – am Morgen regnete es in Strömen! Der Himmel hatte heute in changierendes Kleid zwischen perl- und mausgrau angelegt, es war recht düster. 

Izzy hatte deshalb extra ein „good mood special“ zum Frühstück kreiert – fluffige Pancakes mit Beeren und Sahne, gefolgt von Eggs Benedict und Blueberry Muffins, aber das war letztlich nur ein schwacher Trost.

Denn nicht nur spielte das Wetter heute in Moll, wir mussten auch weiter ziehen.

Cornwall hat ja noch mehr zu bieten als reizvolle Fischerdörfer und Natur! Heute sollte es bis ans Ende der Grafschaft gehen, nach St. Ives bzw. in ein winziges Dörfchen in der Nähe. Unterkünfte in St. Ives sind in der Hochsaison fast unbezahlbar, wir hatten uns deshalb was nettes bei Airbnb in Nancledra gesucht. Der Ort ist so winzig, dass er nicht mal eine Kirche hat – dabei haben in GB schon Ortschaften, die bei uns gerade mal als Dorf durchgehen würden, richtig große Kathedralen! Aber es gibt immerhin ein Pub (auch wenn unsere Gastgeberin uns später dringend davon abriet, dort zu essen …)

Wie auch immer, zunächst mussten wir zusehen, dass wir uns und unser Gepäck halbwegs trocken ins Auto bekamen. Nachdem das geschafft war, diskutierten wir über die Strecke. Zum Regen war mittlerweile auch noch Nebel gekommen – nicht gerade optimale Voraussetzungen für kleine Küstensträßchen! Unsere Enttäuschung war groß – wir hatten uns so sehr auf ein Wiedersehen mit Orten wie St. Mawes gefreut, von einem Cream Tea auf der Terrasse des Harbour Hotels geträumt, auf einen Spaziergang zur Burg gehofft. Oder mal kurz in Falmouth vorbei schauen …

Was jetzt wie ein Luxus-Problem klingt, hatte allerdings Gründe: Von Mevagissey bis Nancledra sind es nicht mal 80 km, einchecken in unserem nächsten Domizil war aber erst ab 15 Uhr möglich. Zwischen Abfahrt aus Mevagissey um 10 Uhr und Einchecken lagen also volle 5 Stunden, die irgendwie gefüllt werden wollten.

Ein bisschen trotzig wählten wir trotz des miesen Wetters eine malerische Route. Und nahmen statt der großen Straße „obenrum“ die über Orte, die kaum auf der Landkarte verzeichnet sind, wie Ruan Lanihorne, und danach die winzige King Harry Ferry. Die brachte uns quasi vor die Tür des Trelissick Garden. Wir sind Mitglieder im National Trust (of Scotland!), damit können wir kostenfrei alle Gärten und sonstige Einrichtungen des National Trusts besuchen. Trelissick Garden gehört dazu und ist außerdem so was von malerisch, dass ein Besuch schon lange mal wieder fällig war! Der Garten bietet weniger bunte Blumen, sondern eher Landschaftsarchitektur, Bäume und Gehölze, außerdem eine begnadete Lage direkt zwischen Fluss und Bucht.

Trotz des schlechten Wetters herrschte enormer Andrang, auf den Parkplätzen wurde der Verkehr von Ehrenamtlichen organisiert, die uns begeistert einen guten Platz zuwiesen – ausländische Nummernschilder hatte man hier schon ewig nicht mehr gesehen! Direkt am Eingang ein Turm, bei dem ich immer an Rapunzel denken muss …

Kaum waren wir im Garten, ging wieder ein Schauer runter. Im ehemaligen Herrenhaus ist ein nettes Café eingerichtet, dort kann man Kaffee/Tee und Scones (oder Flapjacks, Muffins, Toasts und Pies) in ausgesprochen edlem Ambiente genießen! Entweder im lichtdurchfluteten Wintergarten oder stilvoll im Dining Room – beides sehr elegant!




Ein heißer Tee bzw. Kaffee, dann wurde der Garten in Angriff genommen, denn der Regen hatte nachgelassen. Schon von der Terrasse aus hat man einen weiten Blick über den Estuary.

Die Anlage ist riesig und wunderschön – wäre nicht das Wetter gewesen, hätten wir hier stundenlang herum wandern können!



So zwang uns der wieder heftig einsetzende Regen zurück ins Auto und zur Weiterfahrt. Wir hatten immer noch reichlich Zeit vor uns, umrundeten deshalb die gesamte Landsend Halbinsel, alles leider ohne Sicht, bei Nebel und Regen. Mittlerweile hatten wir von unserer neuen Gastgeberin Alison aber die Mitteilung erhalten, dass wir gerne früher ankommen können. Deshalb ging es ab Zennor schnurstracks nach Nancledra. Das Örtchen ist winzig, aber ziemlich verzweigt – nach mehrfachem falschen Abbiegen in diverse Sackgassen hatten wir unsere Unterkunft dann doch gefunden. Für deutsche Zungen klingt der Name etwas seltsam – No 12 Furze Croft, und wir wussten auch nicht so recht, was uns erwartet, waren aber von der ersten Sekunde an begeistert!

Alison ist die geborene Gastgeberin, war selbst lange in der Hotellerie tätig, das kleine Apartment ist deshalb mit allem ausgestattet, was Gäste brauchen/wollen/mögen, um sich wohl zu fühlen. Unser Kontakt beschränkte sich (leider, coronabedingt) auf Alison oben an der Treppe und wir unten, trotzdem fühlten wir uns absolut willkommen. Skandinavisch schlicht, aber gemütlich, hell (und vor allem, warm!!!), mit kleiner Küche – einfach nur schön!



In der Küche gab es eine derartige Fülle an Leckereien, dass wir uns den verregneten Nachmittag gleich mal versüßen konnten.

Frühstück gab es übrigens auch: Jeden Abend stellte Alison frisch gebackene Croissants und Brötchen in die Küche, außerdem einen Obstsalat und Joghurt in den Kühlschrank. Brot, Butter, Marmelade etc. ist ohnehin vorhanden. Uns fehlte jetzt nur noch eine gute Adresse, nicht allzu weit weg, für’s Abendessen. Auch da wusste Alison Rat – das örtliche Pub schied aus „They can’t even do chips properly ….“, der Favorit in der Nähe hatte wegen eines Wasserschadens geschlossen – aber da war ja noch das Halsetown Inn!

Halsetown ist eine Art Retorten-Dorf, gegründet 1831 von dem Zinnminen-Besitzer James Halse, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, Parlamentsabgeordneter zu werden. Damit das auch klappte, baute er ein Dorf, siedelte dort seine Minenarbeiter nebst Familien an und dessen Bewohner wählten ihn dann im Dezember 1832 ins Parlament. Und natürlich bekam das Dorf auch ein Pub – das Halsetown Inn.

Eine echt idyllische kleine Kneipe …

Mit kühlem Bier, gutem Essen – und teils außergewöhnlichen Stammgästen …

Übrigens war auch die Musikauswahl leicht exzentrisch – „Skandal um Rosie“ von der Spider Murphy Gang lief unter anderem im Hintergrund ….

Die heutige Regenroute:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: