Küste mit Geschichte – Von Cornwall nach Nord Devon

Wieder mal fiel der Abschied schwer, wären wir am liebsten noch geblieben in unserem gemütlichen Apartment mit der fantastischen kulinarischen Versorgung durch Alison.

Nichts wirklich Neues – aber doch auch ein Zeichen dafür, dass unsere ausgesuchten Unterkünfte (fast) immer wirklich toll sind! Es lohnt sich echt, vorher ein bisschen Zeit zu investieren, zu suchen und dann frühzeitig das zu buchen, was einem gefällt. In den allermeisten Fällen kann man mittlerweile ja noch recht kurzfristig stornieren, geht also kein unüberschaubares Risiko ein.

Zwei Schoko-Croissants wurden noch als Proviant eingepackt, die Wasserflaschen gefüllt, der Schlüssel auf die Kommode im Flur gelegt, Alison auf der Treppe noch zugewunken – dann ging’s los.

Immer an der Wand bzw. an der Küste lang. Wir wählten kleine Straßen, wo nichts los war. Kurzer Fotostopp oberhalb vom Porthtowan Beach.

Dann ein längerer Halt in der Nähe von St. Agnes, bei den Ruinen der Zinnminen von Wheel Coates.

Schon im 17. Jh. wurde hier nach Zinn geschürft, die noch vorhandenen Ruinen stammen allerdings erst aus dem späten 19. Jh. Bis zu 185m tief und weit ins Meer hinein reichten die Schächte.





Man kann hier wunderschöne Küstenwanderungen machen, das tiefblaue Meer auf der einen, das mit buntem Heidekraut gesprenkelte Land auf der anderen Seite. Heute beließen wir es allerdings bei einem eher kurzen Spaziergang.



Nächster Stopp waren die Bedruthan Steps, eine eindrucksvolle Felsformation am Strand unter hohen Klippen. Der Legende nach soll hier ein Riese die Felsen als Treppe benutzt haben – schwer vorstellbar, denn sie sind alle ziemlich spitz!



Schließlich kamen wir am Ziel, in Ilfracombe, an. Unsere heutige Unterkunft, das Epchris House, liegt oberhalb der Stadt am Hang und eigentlich sollte man in knapp 10 Minuten runter zum Hafen laufen können. Eigentlich … denn wegen eines abgebrannten Hauses war die gesamte Straße komplett gesperrt, wir mussten einen riesigen Umweg fahren, um überhaupt hin zu kommen. Leider war der Weg nicht nur für Autos tabu, auch für Fußgänger war kein Durchkommen nach unten, so dass aus dem gemütlichen Spaziergang runter zum Hafen leider nichts wurde, sondern das Auto her musste.

Unser Zimmer war sehr hübsch und geräumig, mit Blick über den weitläufigen Garten runter zur Stadt.

Lange hielten wir es da aber nicht aus, stiegen wohl oder übel wieder ins Auto und fuhren die verwinkelten -Straßen runter Richtung Hafen.

Ilfracombe ist nicht nur sehr hübsch, sondern auch total entspannt. Alles geht hier recht gemächlich voran … Viel Verkehr gibt es nicht, und wenn, läuft es quasi im Schritttempo …


Wir schlendern in der Abendsonne (eigentlich eher später Nachmittag) um den Hafen herum, staunen über die hiesige Kunst, die uns stark an ähnliche Kunstwerke von Peter Lenk in Konstanz und anderen Bodenseeorten erinnert.

Die spektakuläre Skulptur „Verity“aus Edelstahl und Bronze, eine „moderne Allegorie von Wahrheit und Gerechtigkeit“ des Künstlers Damian Hirst zeigt Justitia, die auf einem Berg Gesetzestexten steht, in der linken Hand ein Schwert, in der rechten eine Waage. Dargestellt ist sie als Schwangere, auf deren rechten Seite quasi die Haut abgeschält ist und Muskeln sowie der Fötus sichtbar werden. Leider hab ich das erst im nachhinein gelesen, die Fotos sind alle von der linken Seite aus entstanden – aber man kann erkennen, dass am linken Bein quasi die Haut abgeschält ist und die Muskeln sichtbar werden.

Die mehr als 20 m hohe Statue war lange Zeit die höchste Großbritanniens, erst vor ein paar Jahren wurde sie von den Pferdestatuen „The Kelpies“ beim Falkirk Wheel in Schottland übertroffen, die es auf 30m bringen.

Kultur macht durstig – und hungrig waren wir auch, denn heute gab es tagsüber nur die eingepackten Schokocroissants – nicht gerade üppig. Wir wollten (nicht nur, aber auch pandemiebedingt) im Freien essen. Fündig wurden wir bei einer Kette, dem Wetherspoon, das wir in den letzten Jahren in GB wirklich zu schätzen gelernt hatten! Sehr zivile Preise und gutes Essen, natürlich keine Gourmetküche, aber solider Pubfood.

Von der Dachterrasse aus hatte man einen tollen Blick.

Das Essen (ein wirklich üppiger cremiger Chowder und gute Fish’n Chips) war gut, das Bier kalt, ringsum war entspannte Wochenendstimmung – wäre da nicht wenig später ein plötzlicher Regenschauer gekommen, hätten wir hier sicher noch stundenlang gesessen.

Die heutige Strecke:

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