Sommersonntag in Ilfracombe

Man kann auch mal faul sein. Vor allem, wenn Sonntag ist.

Und ganz besonders, wenn man keine festen Frühstückszeiten beachten muss, nicht in einen Speisesaal muss, sondern einfach ausschlafen kann. Dann den gefüllten Frühstückskorb, der vor die Tür gestellt wurde, reinholen und ganz gemütlich im Zimmer mit Blick zum Garten frühstücken.

Klingt nicht schlecht , oder?

Da wir uns immer noch in einer Pandemie befinden, haben sich die britischen Gastgeber einiges einfallen lassen, um den Kontakt von Personal und Gästen sowie den der Gäste untereinander zu minimieren. Während die einen gestaffelte Frühstückszeiten anbieten, wird hier auf die Picknick-Variante gesetzt. Abends füllt man ein Formular mit seinen Wünschen aus, gibt an, ab wann man frühstücken möchte und pünktlich zur gewünschten Zeit steht ein Picknickkorb vor der Tür.

Der enthält dann alles, was man sich aus der Karte ausgesucht hat – heute war das Saft, Obstsalat mit Joghurt und hausgemachtem Granola, knackige Brötchen (ja! sowas gibt es hier tatsächlich!) und Croissants, weiche Eier, Lachs, Butter, Marmelade, Käse usw. Kaffee oder Tee ist sowieso auf dem Zimmer.

So trödelt man in den Vormittag hinein, bis einen die Sonne dann doch raus und runter zum Hafen lockt. Dort ist heute schwer was los – eine Oldtimer Show! Die Briten sind verrückt nach alten Autos, immer wieder haben wir auf unseren Reisen solche Präsentationen erlebt. Diese hier soll die alten Stücke nicht nur zeigen, man versucht auch, das eine oder andere zu verkaufen.

Damit auch denen, die mit den Oldies nicht so viel anfangen können, nicht langweilig wird, gibt es auch noch Morris Dancer, die sich in der ziemlich steifen Brise warm tanzen. Bei diesen alten Tänzen tragen die Tänzer Schellen an den Beinen und entweder Stöcke oder Tücher in der Hand. Die Choreographie ist durchaus anspruchsvoll!

Kaum machen die Männer eine Pause, kommen die Damen. In farbenfrohe historische Gewänder gehüllt hüpfen und springen die größtenteils nicht mehr ganz jungen Damen zur schmissigen Musik der kleinen Band.


Die Musikertruppe hat größtenteils Instrumente, die ich noch nie im Leben gesehen habe! Immerhin weiß ich jetzt, dass das eine KEIN schlichtes Akkordeon, sondern ein Melodeon ist. Aber was das krumme Ding ganz links sein soll, bleibt ein Rätsel. Der Musiker nannte mir zwar den Namen seines Instruments – nur konnte ich damit nicht viel anfangen …

Als Musiker und Tänzerinnen eine Pause einlegen, umrunden wir den kleinen Berg, der eigentlich nur ein großer Felsen ist.


So richtig unternehmungslustig sind wir heute nicht, wir gondeln etwas ziellos durch die wunderschöne Landschaft Norddevons. Überall in den kleinen Ort, landen schließlich in Croyde Bay, wo es von Besuchern nur so wimmelte! Parken war (wie überall heute) schwierig, wir verzogen uns in stille Gässchen .

Zu viel mehr als einem ausgedehnten Cream Tea in einem winzigen blumenüberwucherten Vorgarten reichte unsere Energie heute leider nicht mehr – aber man muss ja nicht jeden Tag total voll packen.

Hier ist der Tag nochmal im Video:

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