Architektur und Natur – Rings um Salisbury

Also – Sommer sieht anders aus! Es hieß gestern zwar auf allen Kanälen „Here comes summer!“ – aber der britische Sommer scheint sich doch um etliche Nuancen vom kontinental-europäischen zu unterscheiden.

Morgentemperaturen um die 16 Grad, dicke graue Wolken ….da müssen die Briten noch ein bisschen dran arbeiten. Was aber keinen der Locals daran hinderte, beim Frühstück im Spaghettiträgertop, mit kurzen Hosen, in Flipflops oder was sonst so hier als Sommerbekleidung angesagt ist, zu erscheinen.

Ich war mit meinem Pulli ein echter Fremdkörper ….

Uns hinderte das natürlich nicht an einem Stadtbummel, der zuerst Richtung Kathedrale führte. Durch malerische Gassen, dann durch ein Tor, gelangt man auf den Vorplatz der Kathedrale.

Und dann steht man vor der weltweit berühmten Salisbury Cathedral.


Von außen mächtig und eindrucksvoll, geht man hinein, wird es eher filigran.

Da gerade ein Gottesdienst stattfindet, kann man nicht ins Innere, aber im Café gibt es immerhin ein Tässchen Tee zum Aufwärmen. Denn noch immer ist es alles andere als sommerlich …

Wir schlendern noch ein bisschen durch die Stadt und finden ein nettes Lokal, in dem wir heute Abend essen wollen. Wieder direkt am Fluss, an einem Wehr, umgeben von alten Gebäuden, in die aber mit kleinen Boutiquen und Kunsthandwerkläden neues Leben eingezogen ist.

Direkt gegenüber liegt das Wetherspoon, in dem wir gestern gegessen hatten.

Am Flüsschen entlang wandern wir zurück zum Parkplatz. Der kleine Weg ist idyllisch, blühende Wasserpflanzen treiben in der Strömung, kleine Brücken queren den Wasserlauf, an einigen hängen Liebesschlösser.

Am Parkplatz angekommen, laufen wir einfach weiter. Direkt hinter dem Parkplatzliegt ein großer Park und dahinter liegt eine von kleinen Wasseradern durchzogene Auenlandschaft, die „Water Meadows“.

Wir sind hin und weg von dieser Idylle – praktisch mitten in der Stadt! Gehen den Weg an einem Bach entlang,
Immer begleitet von Blicken auf die Kathedrale in der Ferne. William Turner und John Constable haben hier irgendwo gesessen und ihre berühmten Kathedralenbilder „from the meadows“ gemalt.



An einer Weggabelung drehen wir um, denn mittlerweile nieselt es etwas.

In unserem gemütlichen Zimmer gibt es Kaffee und Plätzchen und so allmählich besinnt sich das Wetter auf die Jahreszeit und wir ziehen nochmal los. Dieses Mal nur bis ins nächste Dorf, nach Wilton. Unser Ziel ist Wilton House , Wohnsitz des 18. Earl und der Countess of Pembroke. Auf dem weitläufigen Grundstück befand sich seit dem 9. Jh. ein Nonnenkloster, das von Heinrich VIII. zerstört wurde. 1544 ging es als Geschenk des Königs an Sir William Herbert, dessen Nachfahren leben nun schon seit fast 500 Jahren hier.

Ein imposantes Eingangstor, dass sich allerdings nicht für Besucher öffnet. Die müssen um die Ecke, zum Seiteneingang, wo Eintritt gezahlt werden muss.


Es ist wirklich traumhaft schön hier, alles top gepflegt und man sieht und spürt überall, dass das nicht nur ein Baudenkmal, sondern das Heim einer (noch recht jungen) Familie ist.


Der alte Earl war Autoliebhaber und Sammler – wir werfen einen kurzen Blick auf die funkelnden Oldtimer. Selbst für den Nachwuchs war gesorgt ….

Nachdem die Sonne inzwischen immer wieder raus kommt, ist es eine echte Freude, durch den Park zu gehen. Vorbei an Lavendelreihen kommen wir zum Herrenhaus. Momentan ist es nur von hinten zu sehen, die Vorderseite ist eingerüstet – aber auch so sieht es ziemlich eindrucksvoll aus. Hier möchte ich keine Fenster putzen!



Ein kleines Tor führt in den weitläufigen Park, der von einem kleinen Fluss durchflossen wird.


Romantik pur! Kein Wunder, dass das hier auch eine beliebte Hochzeitslokation ist. Man sieht förmlich Brautpaare auf der alten Steinbrücke posieren.

Die sich später für weitere Fotos vor den imposanten alten Bäumen oder mit den Schwänen in Szene setzen.

Es ist kaum was los hier, nur einige wenige Besucherinnen teilen sich den Park mit uns. Wir kommen zu einem verwunschenen Wassergarten. Japanisch anmutende kleine Brücken über Teichen und Wasserläufen, Skulpturen, eine Fülle von Wasserpflanzen.

Und zu guter Letzt noch ein Blumengarten!

Durch das kleine Tor verlassen wir den Park wieder -es ist fast ein bisschen wie die Vertreibung aus dem Paradies.

Im Café, das auch Veranstaltungsort für Hochzeiten etc. ist, gibt es noch einen Cream Tea, dann geht’s weiter. Zurück, Richtung Salisbury, aber dieses Mal auf die andere Seite des Flusses, zur alten Wassermühle in Harnham.


Von hier aus führt der „Town Path“ durch die Wasserwiesen direkt in die Stadt, zu dem Parkplatz, von dem aus wir heute morgen aufgebrochen sind. Da wir allerdings mit dem Auto da sind, müssen wir die Stadt quasi umrunden, bis wir wieder auf dem Parkplatz angelangt sind. Mittlerweile ist es schon früher Abend, wir wandern also erneut an dem kleinen Avon Seitenarm entlang zu dem Lokal, das uns heute morgen so gut gefallen hatte.

Mittlerweile ist es doch noch richtig Sommer geworden – und wir genießen ein prima Essen mit erstaunlichem Bier in der Abendsonne.

Der Tag im Video:

Unsere heutigen Strecken:

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