Englands Südosten – Von Salisbury in die South Downs

Vor einigen Jahren hatten wir uns verliebt. In ein unglaublich malerisches kleines Pub, in einem winzigen Örtchen in den South Downs. Das Tiger Inn in East Dean liegt nicht nur in einer der landschaftlich schönsten Ecken Südostenglands, sondern ist auch eine echte Ikone.

Es schmiegt sich in eine Senke am Village Green, und wenn man dort abends in der Sonne sitzt, bei einem guten Essen und kühlem Bier, ist man gaaanz weit weg von allem, scheint die Welt absolut und total in Ordnung zu sein.

Und genau dort wollten wir heute hin. Wollten nicht nur – wie schon zweimal zuvor – was essen und dann weiter ziehen, sondern die Ruhe und Abgeschiedenheit auch mal eine Nacht lang genießen, wenn alle Tagestouristen wieder weg sind.

Ein richtig tolles Frühstück bereitete die nötige Grundlage für den heutigen Trip. Und ganz ehrlich – das Frühstück im Cricketfield House war mit weitem Abstand das beste, das wir jemals in Großbritannien hatten! Da gab es fast nichts, was es nicht gab – viel frisches Obst und Obstsalate, eine große Auswahl an Joghurts und Cerealien, Eier nach Wunsch, Käse und Schinken, alles mögliche für Süßschnäbel.  Und zu meiner ganz besonderen Freude auch endlich mal Crumpets!!!! Außen knusprig, innen saftig, heiß mit viel Butter … einfach nur lecker!

So gestärkt ging`s los. Bei mal wieder etwas durchwachsenem Wetter fuhren wir Richtung Südosten. Die Strecke bis East Dean war ja nicht allzu lang, es musste also noch ein Zwischenziel her. Allzuviel gab es nicht auf unserer Strecke – über Hinton Ampner stolperten wir quasi aus Versehen.

Zwar war das Haus wegen Bauarbeiten geschlossen und auch die Fassade wenig attraktiv, da eingerüstet – aber alleine der Garten war schon einen Besuch wert! Der Küchengarten ist nicht nur reine Deko – hier wird tatsächlich Gemüse angebaut, das im Ort verkauft wird.



Aber auch bunte Blumen und Gräser kommen hier zu ihrem Recht.

Der Garten ist weitläufig und wunderschön …



Wir ziehen weiter – für eine Einkehr im netten Tearoom ist es noch etwas zu früh. 
Aber für Christmas Shopping kann es niemals zu früh sein – eine dicke bunte Wolldecke aus Wolle der hiesigen Schafe für Sohn und Schwiegertochter muss einfach mit! Und für diverse andere nette Menschen gibt es Honig von einheimischen Bienen, leckere Marmelade und noch so einiges mehr aus dem Shop des National Trusts.

Trotz diverser Hindernisse auf der Straße kommen wir zügig voran.

Ein weiterer Abstecher, ein weiteres MUSS ist Alfriston.

Dieses verträumte kleine Örtchen schein DIE Hochzeitslokation für halb England zu sein – kein Wunder bei der malerischen Kirche mit dem üppigen Village Green davor. Heute war keine Hochzeitsgesellschaft in Sicht – klar, es war ein Werktag. 2013 hatten wir hier eine Hochzeit erlebt …

Eingeplant war Tea im alten Pfarrhaus, dem Clergy House – das war jedoch (wie momentan so vieles) coronabedingt nur am Wochenende offen. Aber herumlaufen konnte/durfte man trotzdem. Am Village Green entlang, die Kirche im Blick …

Und eine sehr üppigen Cream Tea gab’s dann auch noch, im Village Inn.

Auch das nahegelegene Monks House, Heim von Leonard und Virginia Woolf, war leider coronabedingt nicht besuchbar.

Am späten Nachmittag erreichten wir das Tiger Inn und checkten ein.

Bei der Zimmerwahl hatte ich das (einzige!) Zweibettzimmer genommen, da die englischen „Double beds“ oft nur 1,40-1,50m breit sind. Diese Enge, verbunden mit nur einer einzigen Decke, die oft kaum breiter ist als das Bett, wollen wir nicht unbedingt haben – wenn immer möglich, nehmen wir Queen- oder Kingsize, das gibt es im Tiger Inn jedoch nicht.

Aber Liegekomfort hat seinen Preis …Unser Zimmer mit dem hübschen Namen „Patience“ hatte zwar zwei sehr komfortable Betten, aber die Deckenhöhe des Zimmers ließ deutlich zu wünschen übrig!!!! Dieter ist 1,86m groß – die Balken im Zimmer waren höchstens 1,80m vom Boden entfernt, auch die Zimmertür war extrem niedrig.

Da nichts anderes mehr frei war, musste Dieter eben jedes Mal den Kopf einziehen, wenn er durch die Tür trat oder im Zimmer herum wanderte. Aber ich kann berichten, dass es KEINERLEI Unfälle gab 😉

Lang bleiben wir ohnehin nicht – Gepäck auf’s Zimmer und dann ging’s wieder los. Zu den Schwestern – den Seven Sisters, den eindrucksvollsten Kreideklippen in den South Downs von Sussex, zwischen Eastborne und Seaford.  Eine kleine Wanderung brachte uns zum ultimativen Aussichtspunkt – besonders schön ist es hier am Abend, wenn die untergehende Sonne die Klippen in warmes Licht taucht.

Es war ruhig, keine Touristenmassen (vor einigen Jahren waren hier wahre Völkerwanderungen anzutreffen!) , auch die Vögel wirkten ziemlich entspannt.

Den Küstenpfad wanderten wir heute allerdings nicht entlang, es ging – mit Blick auf die Flussmündung, gemächlich in der Abendsonne zurück zum Parkplatz.


Zum perfekten Tagesabschluss fehlte jetzt nur noch ein kühles Bier und ein gutes Essen – beides gab es in der Abendsonne vor dem Tiger Inn.

Die heutige Strecke:

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