Endspurt – Eastbourne bis Dover

Was für ein Glück, dass wir nicht heute schon die Fähre erreichen mussten!!

Das Frühstück mit Liz und Nick war wie ein gemütlicher Brunch unter Freunden – tolles Essen, tolle Gespräche, und natürlich vergisst man da auch mal die Zeit ….

Es war jedenfalls deutlich später als geplant, als wir endlich aufbrachen. Mit vielen guten Wünschen und dem festen Vorsatz, auf jeden Fall hier zu übernachten, sollten wir wieder in die Gegend kommen!

Auch heute war die Strecke nicht sonderlich lang, aber in England dauert es oft etwas länger, als Google Maps vorgibt. Denn es gibt hier einfach sooo viel zu sehen und zu entdecken. Deswegen fahren wir selten auf dem kürzesten Weg, es gibt immer einen oder mehrere Gründe für einen Umweg.

Und das Haus von Rudyard Kipling, Bateman’s, musste jetzt endlich mal sein und rechtfertigt jeden Umweg!

Rudyard Kipling begleitet uns/mich irgendwie schon immer – das Dschungelbuch und Rikitikitavi als Kind, seine Gedichte über Burma (obwohl er lediglich ein paar Tage dort verbrachte) in den letzten Jahren, in denen wir Myanmar besuchten. Sein Haus mal zu besuchen, war deshalb quasi Pflicht!

Kiplings Witwe Caroline hatte das gesamte Anwesen wenige Jahre nach seinem Tod dem National Trust übergeben – also mal wieder Sightseeing ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Die Familie hatte sich dort in den 1920ern offenbar weitestgehend selbst versorgt, ausgedehnte Gemüsegärten zeugen davon.

Dazwischen Blumenbeete – es duftet und ist eine Augenweide!


Während die „Pflicht“, also der Küchengarten, vor bzw. auf der Seite des Hauses liegt, findet man hinter dem Haus die Kür! Rosengarten, üppige Blumenbordüren, kleine Teiche…




… aber mich zieht es ins Innere des Hauses, dahin, wo Kipling gelebt hat, geschrieben hat, gewohnt hat. Leider darf man drinnen absolut nicht fotografieren – aber man hat das Gefühl, die Familie sei nur eben mal kurz weg. Auf dem Schreibtisch liegen Papiere – fast meint man, die Tinte auf den Papieren sei noch nicht wirklich trocken. Es ist toll gemacht und unbedingt einen Besuch wert.

Auch von außen ist das Haus einfach nur schön – der warme Stein der Fassade, die „stone mullioned windows“, die lustigen Kamine … Ein Haus, in das man am liebsten sofort einziehen würde.



In einem der Türme ist ein National Trust Shop – da könnte ich stundenlang herumstöbern!
Und hier findet man auch einen dezenten Hinweis darauf, dass Gärten sich nicht von alleine pflegen … Glücklicherweise bietet der National Trust von Gartengeräten bis hin zu Pflanzen alles, was ambitionierte Gärtner hierzulande so brauchen können. Oder Touristen mit nach Hause nehmen wollen.

Wir haben noch ein Schloss auf dem Plan – Bodiam Castle,  eine mehr als imposante Wasserburg aus dem 14. Jh.


Im Burghof herrschte richtiges Gedränge – kein Wunder: Es war Samstag, Ferienbeginn und das Wetter wunderbar!

Für die Weiterfahrt hatten wir die Küstenroute über den südöstlichen Zipfel Englands gewählt – im Nachhinein keine besonders gute Entscheidung! Ganz England schien an die Küsten zu drängen, an die Strände, in die Badeorte – es war überall brechend voll!

Deshalb waren wir richtig froh, als wir am späten Nachmittag in Ripple, im Plough Inn, ankamen. Unsere letzte Nacht auf der Insel verbrachten wir in einem richtig urigen Pub, mit aber sehr komfortablen Zimmern.

Noch ein bisschen die Sommersonne genießen und dann im Pub ein ausgesprochen leckeres Abendessen mit frischem Fisch – so schön ging unsere Englandreise zu Ende!

Am folgenden Morgen hieß es, früh aufstehen! So früh, dass wir auf das Frühstück im Pub verzichten mussten, denn Sonntags gibt es das erst ab 8:30. Da unsere Fähre bereits um 9:15 ablegen sollte, klappte das nicht mehr.

In knapp 20 Minuten waren wir am Fährhafen in Dover, es war nicht sonderlich viel los, und die Abwicklung lief schnell und routiniert.

Pünktlich legte die Fähre ab, die weißen Klippen verschwanden langsam in der Ferne …



Die Überfahrt bei strahlendem Sonnenschein verlief total unspektakulär – und ein Frühstück gab es natürlich auch noch!!!

Vom Navi geleitet fuhren wir von Calais aus über weitestgehend leere Straßen Richtung Heimat – am Nachmittag waren wir wieder daheim, ein wieder mal wunderschöner Urlaub in England war zu Ende.

Hier die Stecke von gestern und heute:

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