13. Dezember – Morgens um sieben …

… schien es so, als würde unsere Welt tatsächlich wieder in Ordnung kommen!

Um 7:12 klingelte mein Handy, in der Leitung jemand vom Flughafen. „Mam, I would like to tell you that your luggage has arrived! It is right here, at the airport!“

Waaas? Ich traute meinen Ohren nicht!!! Und ja, wir sind noch im Millenium Hilton! Ebenfalls ja, ich würde mich SEHR freuen, wenn der Koffer ins Hotel gebracht würde!

Aaaaber – um 11 Uhr müssen wir auschecken, weil wir den Mietwagen abholen und nach Pak Chong fahren müssen. „No problem“ zwitscherte die Lady, „Your luggage will be at the hotel by 11 o’clock!“

Deutlich entspannter als in den letzten Tagen ging’s zum Frühstück auf die Terrasse. Leider wurde die mittlerweile durch Planen mehr oder weniger dicht gemacht, der Flussblick ist weg!

Aber das Angebot ist nach wie vor äußerst üppig, da bleiben kaum Wünsche offen und man kann bestens in den Tag starten.

Danach packen – was schnell ging – und nochmal kurz um die Häuser gezogen. Wobei das etwas übertrieben ist, denn leider wurde der nette kleine Bazar direkt nebenan, der Khlong San Markt, komplett abgerissen! Da sind nur noch Ruinen …

Es wurde 11 Uhr – und wie schon fast befürchtet, keine Spur vom Koffer. Dieses Mal ließ ich die Concierge im Flughafen anrufen, um festzustellen, wo der Koffer denn steckt. Und wieder mal hieß es „Sorreeeeee, Mam, your luggage is still at the airport!“ Auf intensive Nachfrage wurde ausweichend geantwortet, irgendwas mit „Die Transportfirma war noch nicht da …“ Gleichzeitig wurde aber angeboten, wir könnten den Koffer auch selbst abholen.

Inzwischen traute ich den Aussagen nur noch sehr begrenzt, aber obwohl es einen Riesenumweg bedeutete (der Mietwagen musste vom Don Mueang Airport, quasi genau in entgegengesetzter Richtung, abgeholt werden) beschlossen wir, den Koffer selbst zu holen. So er denn wirklich da war …

Mittlerweile misstrauisch, rief ich deshalb ein paar Minuten später nochmal bei dem Domestic Office an, wo wir die Verlustanzeige aufgegeben hatten. Wieder hieß es zuerst, sie seien nicht zuständig, aber wieder waren sie so nett, und fragten nochmal dezidiert im internationalen Bereich nach – und ja, der Koffer sei da!

Also ausgecheckt, Taxi bestellt und zum Suvarnabhumi gefahren. Dort gab es erstmal reichlich Papierkram, Pass, Gepäckabschnitt, Verlustmeldung – alles wurde nochmal erfasst. Dann kam eine junge Dame und bat mich, ihr zu folgen. Es ging durch den halben Flughafen, bis zu einer kleinen Tür neben der Tourist Police. Dort nochmals Ausweiskontrolle und dann wurden wir in die Gepäckhalle eingelassen.

Und siehe da – direkt neben dem Gepäckband 8 gab es sie tatsächlich – das „Lost&Found“ Serviccenter, wo wir den Verlust eigentlich hätten anzeigen müssen! Warum wir die am Morgen des 11. Dezember nicht gefunden hatten – keine Ahnung. Vermutlich, weil alle, die wir fragten, uns nach draußen geschickt hatten.

Davor eine riesige Ansammlung von Koffern in allen Größen und Farben, Buggys, Golfgepäck und Paketen, drinnen nochmals Papierkram. Dann wurde ich gebeten, in der Koffermenge nach meinem Koffer zu suchen. Da ich nicht fündig wurde, waren letztlich 4 Angestellte und ich im Einsatz. Knapp bevor ich einen Nervenzusammenbruch bekam, zog jemand einen Buggy zur Seite, der mit einer Plane abgedeckt war – und da stand er!!! Unser roter Samsonite Koffer!!!!!

Beinahe hätte ich ihn umarmt (den Koffer!), so stammelte ich nur irgendwas, bedankte mich bei allen und rollte den Koffer selig zum Ausgang, wo Dieter wartete.

Nachdem wir nun alle wirklich glücklich wieder vereint waren, nahmen wir den nächsten Schritt in Angriff. Mit dem Taxi ging es zum Don Mueang Flughafen – wobei der Taxifahrer völlig entsetzt war, als er das Fahrtziel hörte. Das seien 50km, jammerte er, und von dort bekomme er keinen Fahrgast, weil er für diesen Flughafen keine Lizenz habe. Wir einigten uns schließlich auf 800 THB – am Ende gab ich ihm 1 000 THB, weil er sich wirklich kümmerte und von unterwegs sogar noch bei Avis anrief, um zu erfahren, wo das Büro ist. Und er setzte uns haargenau davor ab!

Bei Avis erwarteten uns zwei total (un)motivierte und (un)engagierte Damen, die es offenbar nicht so toll fanden, dass sie so was blödes wie einen Mietvertrag ausfertigen sollten, wo sie doch gerade so tolle Youtubevideos anguckten. Dass wir alle zusätzlichen Versicherungen ablehnten, trug auch nicht gerade zur Begeisterung bei.

Am Ende – nachdem sie den falsch eingetragenen Rückgabeort korrigieren und die bereits angekreuzten Versicherungen streichen mussten, schieden wir nicht gerade als allerbeste Freunde. Und sie waren noch weniger begeistert, als wir 20 Minuten später wieder auf der Matte standen, weil das Auto einfach nicht gebracht wurde. Denn hier holt man sich das Auto nicht vom Parkplatz, sondern es wird gebracht.

Nun hieß es, wir würden ein anderes als im Vertrag stehendes Auto bekommen, mit anderem Kennzeichen. Dass ich darauf bestand, dass das richtige Kennzeichen im Vertrag steht, brachte die Dame fast zur Explosion. Aber im Fall der Fälle wollten wir nicht mit einem Vertrag über ein anderes Auto unterwegs sein!

Wie auch immer – wenig später waren wir im Besitz eines Honda Civic, mit dermaßen vielen Beulen und Schrammen, dass sie kaum aufs Formular passten. Auch die wurden allerdings erst nach hartnäckigem Insistieren aufgenommen!

Genau bis hierher bin ich gestern Abend gekommen, dann gab mein Netbook seinen Geist auf. Oder besser – das Ladegeräte. Egal, was ich versuchte, es lud nicht und der Bildschirm blieb schwarz.

Heute versuche ich mal, in Buriram in einem Computerladen ein neues Ladegerät zu kaufen, falls das nicht klappt, war’s das mit Blog schreiben für diese Reise!

Denn für längere Texte am Handy bin ich nicht fingerfertig genug …

Ein Kommentar zu “13. Dezember – Morgens um sieben …

  1. Du schreibst fantastisch, ich hoffe dass du ein Ladekabel bekommst.
    Trotz aller Widrigkeiten wird es letztendlich sicher eine tolle Reise auf der ich euch viel Spaß wünsche

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