24. Dezember – (K)ein bisschen weihnachtlich – Dorfleben in Khong Chiam

Heiligabend …

Morgens Sonne satt bei 22 Grad, leichtem Wind. Aus dem Lautsprecher im Restaurant klingt „Stille Nacht …“, aber hier ist es ein Tag wie jeder andere.

Okay – es ist Samstag, insofern nicht ganz wie jeder andere, aber eben wie jedes Wochenende. Aber selbst am Wochenende – egal, ob Weihnachten oder nicht – wird in Thailand gearbeitet.

Deshalb sind wir auch nicht sonderlich überrascht, als wir auf unsere Frage an Bon, ob es a) einen Carwash in Khong Chiam gibt und die b) heute auf hat, zweimal ein klares „Ja, natürlich!“ bekommen. Unser (ehemals silbernes) Auto hat zwar unzählige Beulen, war aber bei der Übernahme immerhin (relativ) sauber. Inzwischen hatte es jedoch einen bräunlichen Überzug, der nicht wirklich appetitlich aussah.

Und da Avis in Punkto Sauberkeit etwas pingelig ist und auch schon mal eine teure Wagenwäsche auf die Endabrechnung setzt, wenn das Auto allzu dreckig zurück gegeben wird, wollten wir kein Risiko eingehen. Also ab ins Dorf und wir hatten Glück – gerade wurde ein Platz frei und unser Dreckspatz konnte sofort dran kommen.

30 Minuten später hatten wir für 200 THB ein – von Hand gewaschenes! – blitzsauberes Auto- allerdings sah man die Beulen und Schrammen jetzt umso mehr! Hätten wir unsere Wäsche nicht gerade im Resort waschen lassen, wäre hier auch eine gute Adresse gewesen.

Khong Chiam hat einen sehr hübschen Wat, direkt am Wasser. Jedes Mal, wenn wir hier sind, ist ein bisschen mehr dazu gekommen. So hat die Buddha Statue nun Begleitung in Form von zwei riesigen Nagas bekommen. Und aus unerfindlichen Gründen gibt es auch hier wieder diese Bäumchen mit den künstlichen Kirschblüten.


Außerdem gibt es hier einen Viewpoint, von dem aus man die Zweifarbigkeit des Wassers sehen können soll. Und tatsächlich – man kann hier wirklich recht deutlich die beiden Farben erkennen – allerdings ist es auch hier der Mekong, der erheblich blauer ist als der Moon River.

Hinter dem Wat beginnt die Uferpromenade, quasi das Vergnügungsviertel des Ortes. Hier reiht sich ein Restaurant ans andere, außerdem gibt es auch jede Menge kleine Shops, die Kleidung und Souvenirs verkaufen.


Sogar die Minions sind schon da (offenbar schon länger, dem Zustand nach … 😉 ) und manche Restaurants haben erstaunliche Außendekorationen …


Auch einige Sitzmöbel lassen uns staunen – was man aus alten Ölfässern nicht alles zaubern kann!

Die Uferterrassen laden zum Verweilen ein – auch wir bleiben mit einem kühlen Getränk dort einfach eine Weile sitzen.

Während wir schon den Schatten aufsuchen und die Temperaturen sehr angenehm finden, ist für die Thais allerdings nach wie vor Winter. Deshalb ist angemessene Bekleidung wichtig!

Auf dem Heimweg schauen wir noch in einer kleinen Siedlung vorbei, keine 250m vom Orchid Riverside Resort entfernt. Hier wird Baumwolle gesponnen und zu wunderschönen Stoffen verwebt. Leider haben die Weberinnen entweder gerade Pause oder es ist Wochenendruhe – die Webstühle sind verwaist, im Garten hängen lediglich naturbelassene und indigo-gefärbte Baumwollstränge zum Trocknen.



Aber auf der anderen Straßenseite gibt es einen wunderschönen Laden, in dem die gewebten Produkte verkauft werden. Wären wir nicht noch wochenlang unterwegs und die Koffer ziemlich vol, wäre ich stark in Versuchung geraten.
Zudem ist ein Café angeschlossen. Dort kann man auf der Terrasse wunderbar sitzen und dem Fluss beim Vorbeiziehen zuschauen …

Nach dem ausgiebigen Bummel und Sightseeing ist erst mal eine Runde am Pool angesagt.

Dann geht’s aber erneut los, Bon hatte uns ein Boot organisiert, mit dem wir ein bisschen auf dem Mekong herum schippern wollten. Dummerweise hatten wir uns die Stelle, wo das Boot anlegen und wir einsteigen sollten, nicht vorher angeschaut. Aber nachdem wir die steile Treppe zum Ufer hinuntergeklettert waren, standen wir vor einem ca. 2,50 hohen nahezu senkrecht abfallenden Abhang, der aus glitschigem Lehm bestand. Keine Stufen, nichts, wo man sich auch nur ansatzweise festhalten konnte – also, da kam ich weder runter noch rauf, weil mein rechtes Knie ja lädiert ist und keine vernünftige Beugung mehr zulässt.

Als das Boot herantuckerte, versuchten wir, dem Bootsmann klar zu machen, dass die Bootsfahrt leider ausfallen musst … Aber natürlich gab es sofort eine Alternativlösung: Bon klärte mit dem Bootsmann, dass er zurück zum Bootsanleger neben dem Wat fahren sollte, wir fuhren mit dem Auto dort hin und 10 Minuten später nahm uns dort der strahlende Bootsmann in Empfang und führte und führte uns zum Boot.

Zwar ist das hier auch nicht gerade eine richtige tolle Anlegestelle, aber im Vergleich zu der anderen extrem komfortabel!

Der Komfort an Bord war minimalistisch, aber nachdem wir uns mit Schwimmwesten die Holzplanken etwas gepolstert hatten, durchaus akzeptabel.

Ca 15 Minuten schipperten wir flußaufwärts – leider bei mittlerweile trübem Himmel. Auch die Uferlandschaft war nicht sonderlich spannend. Unser Kapitän drehte deshalb um und fuhr zurück, kurvte fast hinüber bis Laos, dann um die unzähligen kleinen Inselchen herum, das war schon deutlich interessanter.

Auf den Felsen standen Angler, alle dick vermummt – klar, es ist ja Winter.


An den Papier- und Plastikfetzen in den Bäumen kann man erkennen, wie hoch der Mekong zu Hochwasserzeiten steigt – da ist von den Bäumen kaum noch was zu sehen. Das, so erfuhren wir später von Pe‘, ist auch der Grund, warum es hier keine vernünftigen Anlegestellen gibt – der ständig stark schwankende Flusspegel macht das mehr oder weniger unmöglich, ein Pier würde mehrmals im Jahr von den Fluten zerstört und wieder aufgebaut werden müssen.

Nach einer Stunde legen wir wieder an, steigen über die völlig ausgetrocknete Erde nach oben und fahren zurück ins Orchid Resort.

Dort gab es Abends riesige Mekong Garnelen für Dieter und ein saftiges Steak für mich.

Mit Ofenkartoffel (und leider wieder mit Rosenkohlbegleitung!). Ein guter Rotwein dazu … ein richtig schöner Heiligabend!

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