Go slow – das ist Laos …

Keine Pläne, keine Eile, kein Stress.

Das ist vermutlich das beste Rezept für Luang Prabang – zumindest, wenn man schon ein paar Mal hier war. Dann muss man weder Zip-Lining machen, noch Höhlen besuchen, weder im kalten Morgennebel zum Wasserfall noch zum Elefantencamp fahren.

Ist irgendwie auch eine Art Luxus – sich all dem, was hier (vor allem für die jünger Generation) angeboten wird, zu widersetzen und einfach nichts zu tun.

Stattdessen das Frühstück bei den Seerosen so lange wie möglich ausdehnen, dann erst Mal Wäsche abholen. Die sollte ja zur selben Zeit heute fertig sein wie wir sie gestern abgeliefert hatten, also so gegen 10-11 Uhr.

Aber – wir sind hier in Laos! Und wenn jemand verspricht „Ready same time tomorrow!“  ist das äußerst dehnbar. Kann z.B. auch bedeuten, dass die tropfnasse Wäsche eben erst auf die Leine gehängt wird. Und man dann genauso locker verspricht „Almost ready – 5 pm we bring to hotel!“

Aber was sind schon ein paar T-Shirts weniger – falls das letztlich doch nicht klappen sollte, reisen wir eben mit leichterem Gepäck weiter. Immerhin war die zweite Wäscherei pünktlich – die Wäsche allerdings noch etwas klamm.

Macht nix – da wird eben der Balkon etwas mit Shirts und Socken dekoriert, dann gehen wir gemächlich los. Nicht weit – schon beim Wat um die Ecke gibt’s den ersten Stopp. Hier wird irgendwas gefeiert. Und das geht bei den Laoten immer mit reichlich Essen einher.

Der Wat scheint uralt zu sein – ein verwitterter Chedi steht in einem Innenhof, umrahmt von neueren Gebäuden.

Die Treppenaufgänge werden von imposanten Nagas bewacht.
 
Im Ort stolpern wir überall über kleine Kinder, die größeren drücken bereits die Schulbank.

Wir schlendern durch den Morgenmarkt. Hier gibt es Obst und Gemüse, Fleisch und Reis und auch sonst so ziemlich alles, was ein Haushalt braucht. Touristische Angebote findet man hier kaum. Allerdings sind die kleinen Vögelchen, die in winzigen Körbchen gefangen sind und zum „frei lassen“ verkauft werden, schon etwas gewöhnungsbedürftig.

Man kauf die Vögel, lässt sie frei und erwirbt sich dadurch Verdienste.



Angebote für Touristen gibt es aber gleich um die Ecke – wo abends der Nachtmarkt mit einem unüberschaubaren Angebot lockt, haben auch am Vormittag ein paar Unentwegte ihre Stände aufgebaut. Handbestickte Schürzen sind ebenso im Angebot wie filigrane Kunstwerke aus Papier.


Wir bummeln weiter durch die Straßen, die am Vormittag ziemlich leer sind.


Kommen an Wats vorbei, wo Mönche offenbar Hausarbeiten machen oder versuchen, sich davor zu drücken.



Und landen schließlich am Wat Xieng Thong. Zwar schwächelt die Sonne nach wie vor ziemlich – aber da heute unser letzter Tag hier ist, muss ein Besuch einfach sein!

Alt und wunderschön ist er – und immer wieder einen Besuch wert! Auch die kleinen Schreine auf dem Gelände sind es wert, mal genauer hin zu sehen – ganze Geschichten werden an den Wänden erzählt!

Und so ein merkwürdiger Genosse liegt noch immer bäuchlings auf etwas, das wie ein Briefkasten aussieht …

Malerische Häuser, prächtige Wats …




Und immer wieder ein nettes Café, das zur Einkehr lockt, mit französischen Patisserien! Noch mal runter zum Nam Khan, der dieses Jahr wie ein richtiger Fluss aussieht. Die kleine Bambusbrücke wird jedes Jahr nach der Regenzeit wieder neu aufgebaut, für die Überquerung wird auch hier ein kleiner Obulus fällig. Nur Mönche dürfen kostenlos rüber! Aber die bleiben bei dem immer noch trüben und kühlen Wetter offenbar lieber daheim.

Sonst wimmelte es hier von orangefarbenen Roben – dieses Jahr sind sie selten zu sehen.

Wir wandern langsam Richtung Gästehaus, Karten müssen noch geschrieben werden – und vielleicht klappt es ja doch mit der Wäsche?! Es klappt.

Später ziehen wir wieder los, es gibt was Gutes zu essen – und zum Nachtisch Pfannkuchen bzw. Crêpes!

Und dann noch ein kurzer Schwenk zum Kuchenstand in der Foodstreet – wer kann dem schon widerstehen …

9 Kommentare zu “Go slow – das ist Laos …

  1. Luang Prabang scheint sich gar nicht verändert zu haben, sondern immer noch so friedlich und idyllisch wie vor 6 Jahren zu sein. Täuscht dieser Eindruck, oder ist es tatsächlich so?
    Den Morgenmarkt mit den hübschen bestickten Schürzen habe ich leider auch verpaßt, genauso wie die französische Bäckerei. Eine neue Reise nach L.P ist also quasi erzwungen ;-), auch, weil mein Freund unbedingt ins Tamarind will, was er bei unserem 1. Besuch wegen verdorbenem Magen nicht konnte. Das Tamarind war damals eine Institution – gibt es das eigentlich noch?

    • Wir sind mittlerweile sooooo entspannt, dass irgendwie alles total okay ist. Auch wenn man mal statt 3 Stunden fast 5 Stunden von A nach B braucht. Aber Zeit wird eh völlig überbewertet!

  2. So vieles was wir kennen, wie schön 🙂
    Wir hatten vor 5 Jahren in dem Haus neben dem Haus mit den blauen Türen und Fenstern gewohnt. War zwar etwas teuer, aber es war ja schließlich Heiligabend. Das Wat Xieng Thong haben wir auch in schöner Erinnerung.

    • Das Haus nebenan hatte, glaube ich, schwarze Fensterläden – sah auch total schön aus! Manchmal muss es einfach was Schönes sein 😉

  3. Coconut Avocado habt ihr das probiert? Eine interessante Mischung, könnte ich mal mit Muffins probieren.
    Liebe Grüße und gute Weiterreise
    Christina

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