Paris, Paris! Wir fahren nach Paris!

p1250617Nicht mit dem Auto – es gibt ja sowieso keine Parkplätze in Paris. Fliegen ist umständlich und teuer – aber mit dem Zug, da ist man in gut 3 1/2 Stunden dort!

Eingestiegen in Heidelberg um 11:13, umgestiegen in Mannheim, angekommen am Gare de l’Est um 14:58 – müsste man wirklich öfter mal machen!

Zwar saßen wir nicht im TGV, sondern im deutschen ICE – aber der brachte es unterwegs auch auf immerhin 317 km/h. 
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Kaum angekommen in Paris, flitzten wir einen Stock tiefer Richtung Metro – denn ich hatte uns blöderweise etwas Stress eingebrockt. Die Schlüsselübergabe für unser Apartment hatte ich für 15:30 vereinbart und nachdem der ICE trotz flotter Fahrt ein bisschen Verspätung hatte, mussten wir uns jetzt ziemlich beeilen.

Klar war, dass wir mit der Linie 4 bis Reaumur-Sebastopol fahren mussten. Klar war auch, dass wir keine Einzeltickets, sondern ein 10er Carnet kaufen wollten – da kostet ein Fahrschein immerhin nur 1,45€ statt 1,90€! Und ihr wisst ja: Ich bin Schwäbin 😉

Nur – an den Ticket-Schaltern standen endlose Schlangen. Vor den Ticket-Automaten waren die Schlangen ein bisschen kürzer und nach ein paar falschen Eingaben am Terminal kriegten wir es dann doch hin und hielten unsere 10 Fahrscheine in der Hand.

Drei Haltestellen, dann waren wir am Ziel, nur ein paar Meter vom unserem kleinen Apartment in der Rue Greneta entfernt, das wir über Airbnb gebucht hatten. Eine fröhliche junge Dame drückte uns den Wohnungs-Schlüssel in die Hand – plus den Code für die Eingangstür und einen Transponder für die Zwischentür! In Paris sichert man sich offenbar lieber mehrfach ab.

Für’s Apartment statt Hotel hatten wir uns entschieden, weil es a) deutlich billiger war als ein Hotel und b) die Hotelzimmer in Paris nicht gerade großzügig geschnitten sind. Hier haben wir’s jetzt hell und luftig, haben ziemlich viel Platz – und sind mittendrin, im Marais. Mit jeder Menge kleiner Kneipen, Geschäften – so richtig Paris eben …Um die Ecke eine Fromagerie, eine Poissonerie, mindestens zwei Boucheries, jede Menge Boulangeries und Patisseries – verhungern werden wir schon mal nicht!

Aber wir wollten ja was sehen, auch wenn es inzwischen schon 16 Uhr geworden war – und von den Must-sees sind wir nicht allzuweit weg. Wenn da nicht die Baustellen wären… Die schöne Kirche St. Eustache konnten wir nur in kleinen Teilstücken sehen, der Rest war zugehängt.

Vor den ehemaligen Markthallen „Les Halles“ ein riesiger Bauzaun – hier wird ein Park zu Ehren Nelson Mandelas angelegt. Die alten Markt-Hallen, von Emile Zola einst als „Bauch von Paris“ beschrieben, sind längst Vergangenheit, heute steht hier ein gigantisches Einkaufszentrum mit einem mehr als zwei Fußballfelder großen lamellenartigen Dach aus 18.000 Glasplatten, die wie ein Blätterdach Regen auffangen, aber Wind durchlassen sollen.
p1250590p1250595Vorbei am eindrucksvollen Tour St. Jacques – dem übrig gebliebenen Glockenturm einer spätgotischen Kirche – schlendern wir Richtung Seine.

Licht und Stimmung an diesem wunderbaren Herbsttag sind magisch – die Siegesgöttin auf dem Fountaine de Palmier strahlt golden in der Nachmittags-Sonne. (Irgendwie sieht sie aus, als ob sie auf einer Eistüte steht …)

Sowohl auf der Seine als auch auf den Brücken und den Quais ist eine Menge los.
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Schattenspiele – die Conciergerie am anderen Seine-Ufer.
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Wenige Schritte weiter stehen wir vor Notre Dame – x-Mal auf Fotos oder in Filmen gesehen, in der Realität aber trotzdem ungeheuer eindrucksvoll. Schneeweißer Stein gegen tiefblauen Herbsthimmel – eine tolle Kombination.

Weniger schön ist, dass überall Metallgitter und mit Maschinengewehr bewaffnete Soldaten herum stehen. Das werden wir noch an anderen Sehenswürdigkeiten feststellen – Paris versucht an vielen Stellen, die Menschen vor Terror zu schützen.

Immer wieder lohnen sich Blicke nach oben oder zur Seite – mal ist es ein wunderschöner alter Wasser-Spender, mal furchteinflößende Wasserspeier an einer Hausfassade. Mal ein Liebespaar auf den Treppen zur Seine oder Liebesschlösser am Geländer …Auch Haus-Fassaden sind immer wieder für Überraschungen gut – und Altes und Neues passt hier meist erstaunlich gut zusammen!Das warme Spätnachmittags-Licht wirkt wie ein Weichzeichner, jede Brücke wie ein romantisches Gemälde …
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Klar – Romantik hat in der Stadt der Liebe einen hohen Stellenwert, auch wenn es gelegentlich Kollateral-Schäden gibt: Vor der Pont Neuf hängen zigtausende von Liebes-Schlössern am Geländer – so viele, dass es teilweise bereits zusammengebrochen ist.
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Auf der anderen Seite der Seine ist mittlerweile die blaue Stunde angebrochen – im Hof des Louvre herrscht bereits Schatten, die gläserne Pyramide glänzt bläulich.Und im Hof gibt es erneut Schattenspiele …
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Dafür, dass wir gerade mal 2 1/2 Stunden in Paris sind, haben wir eigentlich schon eine Menge gesehen. Und werden langsam hungrig und durstig – also geht’s Richtung Unterkunft.

Vorbei an der Metro-Station Palais Royal – Musée du Louvre. Der Eingang am Place Colette ist absolut sehenswert: Zwei Kuppeln aus Aluminium und bunten Glas-Kugeln, gestaltet vom Künstler Jean-Michel Othoniel, symbolisieren hier den Tag und die Nacht. Das Ganze trägt den Namen „Le Kiosque des Noctambules“ – „Kiosk der Nachtbummler“.
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Jetzt wurde es aber wirklich Zeit, was zu essen – hier hatten wir eher die Qual der Wahl, denn die Rue Montorgueil ist eine einzige Fress-Meile!
Eine kleines Straßencafé – draußen sitzen Mitte Oktober (ohne Heizstrahler!!!) hat schon was 🙂
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Und wenn es dann noch butterweiches, 7 Stunden langsam geschmortes Lamm gibt – dann ist das Glück praktisch vollkommen!

2 Kommentare zu “Paris, Paris! Wir fahren nach Paris!

  1. Wunderbares Wetter und super Bilder. Hach, ich bekomme gerade auch große Lust, noch einmal nach Paris zu fahren. Der erste und bisher letzte Aufenthalt liegt über zehn Jahre zurück.
    Besonders gut gefallen mir die Fassadendetails auf den Fotos. 👍

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    • Wir sind immer noch hin und weg von dem tollen Wetter hier – und natürlich auch von Paris überhaupt!
      Es ist auf jeden Fall eine Reise wert – obwohl 10 Jahre ja gar nichts sind, wir waren zuletzt vor über 30 Jahren hier 😉 Allerdings hat sich nicht sooo viel verändert.

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