27.01. – Abenteuerspielplatz in den Cederbergen : Stadsaal Caves

Frühstückszeiten muss man nicht einhalten im Yellow Aloe! Ab 8 Uhr geht’s los, open end …

Und wenn man dann beim Frühstück sitzt, mit Blick auf den verwunschenen Garten (oder eher Park), geht’s auch durchaus gemächlich zu, alles braucht hier seine Zeit. Aber man will ja auch eigentlich gar nicht weg von hier. Plaudert mit Jacob oder Michael, schaut sich in dem zauberhaften Lädchen um, streift zwischen Obstsalat und Rührei ein paar Minuten im Garten herum …
Bis einem einfällt, dass man für heute ja noch ein paar Pläne hatte!

Noch ein kurzer Blick zurück auf unsere Unterkunft, das „Longhouse“ …

… dann fahren wir los. Zuerst geht’s am Stausee entlang, hier einfach nur kurz „Die Dam“ genannt, der die Wasserversorgung der Gegend sichert.


Für die Jahreszeit ist es hier erstaunlich grün, denn es hatte im Frühjahr ausgiebig geregnet. Normalerweise sind die Cederberge sehr trocken, mehr als ca. 250ml Regen fällt hier selten pro Jahr – dieses Jahr war eine willkommene Ausnahme.

Allerdings wird es schon bald trocken, als wir vom See abbiegen Richtung Berge. Asphaltiert ist hier selten eine Straße, wir sind froh über etwas mehr Bodenfreiheit!

Rechts im oberen Bild sieht man auch wieder Grün – da verläuft der Rondegatrivier, der allerdings kaum Wasser führt. Und wenig später stoßen wir mitten in den trockenen Bergen auf eine Art Oase, wo Wein und Obstbäume gedeihen und es mehrere Weingüter gibt.


Wenig später sind wir in …. Algerien!?! Eher nicht – aber wir stoppen an der Algeria Forest Station und holen uns da eine detaillierte Karte für die Weiterfahrt. Der dortige Campingplatz ist allerdings geschlossen, als Begründung gab die Mitarbeiterin an „not enough water“ … Offenbar waren die Regenfälle des Frühjahrs nicht bis hierher gekommen, obwohl es auch hier erstaunlich grün ist.

Die weitere Fahrt geht jetzt über einen Pass, mit tollen Blicken zurück auf die Straße, die wir eben gefahren sind.

Und hübschen Details zu unseren Füßen … Rot ist hier ganz offensichtlich die dominierende Farbe!

Nach der Passhöhe geht es nicht etwa wieder runter, nein, wir sind auf einem Hochplateau gelandet, wo es mehrere Kilometer weit mehr oder weniger geradeaus geht.


Irgendwann kommt ein etwas irritierender Wegweiser – links geht es nach Sanddrif, geradeaus nach Ceres und Kromrivier. Eigentlich wollten wir nach Sanddrif, aber ein Schild warnte nach ca. 100m eindringlich davor, dass man sich hier auf privatem Grund bewege und nur autorisierten Personen der Zugang erlaubt ist. Also wieder umgekehrt und geradeaus. Wenig später kam der Abzweig nach Kromrivier, dunkel erinnerte ich mich, dass die Dame in der Algeria Forest Station von einem „lovely restaurant“ dort geschwärmt hatte – also bogen wir nach rechts ab.

Das Sträßchen wurde stetig schmaler und holpriger, schlängelte sich einen Berg hinab in eine grüne Oase.

Unten angekommen, waren wir platt – da steht mitten im Nirgendwo ein fast schon futuristisches Gebäude, das man eher in Skandinavien vermutet hätte! Holz, Beton und viel Glas, umgeben von saftigem Rasen, der von einem kleinen Bach durchflossen wird.




Das ist die Cederberg Park Station, wo man nicht nur ausgesprochen gut essen und trinken kann, sondern auch Infos zum Nationalpark bekommt. Und – hier gibt es auch die Permits für den Zugang zu den Stadsaal Caves und den Felsenmalereien!

Wir stärkten uns erst mal mit Scones, dicker Sahne und Erdbeermarmelade (very British!!!!), dazu eisiges Milchshake und Cappuccino, dann wurden die Formulare für die Permits ausgefüllt, und wir bekamen den Zugangscode für die Schranke.

Zuerst mussten wir wieder den Berg rauf, dann Richtung Ceres und nach ca. 4km tauchten schon die rötlichen Felsen und ein Zaun mit einem Metalltor auf. Das stand allerdings sperrangelweit offen, so dass wir ohne Code einfahren konnten. Schon nach wenigen Metern ging es rechts einen sandigen Weg entlang zur „Rock Art“.

Weil außer uns keiner da war, parkten wir mehr oder direkt vor dem Aufgang.

Man muss ein bisschen klettern, um zu der Malerei zu gelangen, wird aber noch vor dem eigentlichen Ziel mit einer tollen Aussicht belohnt!

Dann standen wir vor der Höhle, wo vor langer Zeit die vor rund 1000 Jahren hier lebenden Menschen eine Szene aus ihrem Leben an die Wand gemalt hatten. Um das Bild zu schützen, ist ein Geländer davor, aber man kommt doch nah genug heran, um die erstaunlich frisch wirkenden Figuren gut sehen zu können.

Noch ein weiterer Blick, der uns auch zeigte, wohin wir gleich weiter fahren müssen, dann kletterten wir wieder runter zum Auto.


Und folgten dem sandigen Weg ein paar hundert Meter weit bis zu einem kleinen Parkplatz – wir waren bei den Stadsaal Caves angelangt!

Eigentlich sind es gar keine Höhlen, sondern ein Konglomerat von Felsen, Grotten, Säulen, Bögen … und einfach absolut umwerfend!

Der Name „Stadsaal“ (manchmal auch „Stadtsaal“ geschrieben, bedeutet genau das, was man vermuten würde – Gemeinde-/Stadtsaal. Denn hier gab es im Jahr 1948 geheime Treffen der  South African National Party, bevor sie an die Macht kamen.


In dem verwirrenden Felsenlabyrinth kann man sich prima verstecken, es bestand bei einem derart abgelegenen Treffpunkt deshalb wohl kaum eine Chance, entdeckt zu werden. Heute ist das Gelände durch kleine Wege, die gut markiert sind, erschlossen – man kann sich also nicht verirren!

Trotzdem sind die Eingriffe in die Natur sehr behutsam geschehen, lediglich Steine oder Holzpflöcke markieren die Wege.

Man kann hier Stunden verbringen und immer wieder Neues entdecken.










Wir blieben eine gefühlte Ewigkeit hier und wanderten staunend umher. Nach jeder Biegung gab es etwas Neues, noch  spektakuläreres. Für Profifotografen ist das garantiert ein Ort, wo sie Tage verbringen möchten – vom Sonnenauf- bis zum Untergang, um die vielen verschiedenen Facetten und Farbtöne einzufangen. Ich knipse einfach drauf los, oft auch mit dem Handy und freue mich einfach an der Farbenpracht.

Aber bevor euch die Fotos erschlagen, wird der Rest in einer Diashow zusammengefasst.

Es war toll, einen derart mystischen Ort ganz für uns alleine zu haben. Denn obwohl auf dem Parkplatz noch zwei weitere Autos standen, haben wir die Insassen nie zu Gesicht bekommen!

Es war mittlerweile schon später Nachmittag, wir machten uns allmählich auf den Heimweg. Und um ein Haar hätten wir die Nacht bei den Höhlen verbringen müssen – denn bei der Rückkehr zum Tor war diese ordentlich mit einem Vorhängeschloss verschlossen! Es begann eine hektische Suche nach dem Zettel, auf dem der Code stand, als der endlich gefunden war, ließen sich die Zahlen am Schloss nur äußerst mühsam einstellen. Aber irgendwann war es geschafft, wir konnten raus und selbstverständlich wurde das Tor wieder ordentlich verschlossen! Ganz kurz überlegte ich noch, was wohl passieren würde, falls jemand durch das vorhin offene Tor eingefahren war, der keinen Code hatte  und jetzt nicht mehr raus kam?!?

Aber letztlich war das nicht unser Problem, denn es ist eigentlich jedem klar, dass man für bestimmte Sehenswürdigkeiten in den Cederbergen eine Erlaubnis braucht und bezahlen muss.

Für den Heimweg wählten wir eine etwas andere Strecke, über einen landschaftlich sehr reizvollen Pass, von dem aus wir unten im Tal die Straße sehen konnten, die wir am Vormittag gefahren waren.

Es ging weiter zwischen den Bergen hindurch auf sandigen Pisten, bis wir die Nationalstraße 7 erreicht hatten. Zwar wollten wir eigentlich wieder am Dam entlang fahren, hatten jedoch die Abzweigung verpasst und landeten deshalb auf der N7, die uns sehr zügig zurück nach Clanwilliam brachte.

Heute schmeckte das eiskalte Bier im Pub nach so viel Staub und Hitze (selbst gegen 20 Uhr hatten wir noch weit über 30°C!) mindestens doppelt so gut, und wir waren einmütig der Meinung – das war ein richtig toller Tag!

2 Kommentare zu “27.01. – Abenteuerspielplatz in den Cederbergen : Stadsaal Caves

  1. Also, ich glaube ja, dass diese Höhlenmalereien ganz anders entstanden sind. Ich hab mir das schon im Isaan gedacht:

    „Da hast Du die Stifte, mal was Schönes! Mami muss einkaufen. Bin gleich wieder da!“

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