01.02. – Frackträger en masse: Boulders Pinguin Kolonie!

Heute war wieder so ein Tag, wo wir für eine eigentlich sehr kurze Strecke sehr lange Zeit brauchten. Oder besser – uns Zeit nahmen!

Zunächst nahmen wir uns aber auch am Morgen Zeit – im Fernwood Manor ist man nicht sonderlich pingelig mit der Check-out Zeit, da darf man das Frühstück auch gerne noch ein bisschen in die Länge ziehen. hängt sicher auch damit zusammen, dass momentan nicht viele Gäste da sind.

Bis nach vier Tagen Aufenthalt alles wieder eingesammelt und verstaut ist, dauert ebenfalls – aber dann ging’s raus aus der Stadt, Richtung Küste. Dieter zog es nochmal in den Hafen von Hout Bay, er hatte gelesen, dass man dort mit dem Auto auf dem langen Pier bis ganz nach vorne fahren kann.

Der Hafen scheint mächtig beliebt zu sein, es lagen nicht nur jede Mange Fischerboote an den Piers, sondern es waren auch schon eine Menge Besucher dort unterwegs.

Das könnte damit zusammen hängen, dass die roten Hop-on Doppeldeckerbusse aus Kapstadt auch hierher fahren, denn neben der „normalen“ Stadtrundfahrt kann man – zum selben Preis! – auch eine Kaprundfahrt machen und dabei an jeder Haltestelle aussteigen und mit dem nächsten Bus weiter fahren.

Vielleicht liegt es aber auch an dem Fischrestaurant, oder dem Fischmarkt. Oder den zutraulichen Robben, die hier herum wandern.

Der Hafen ist malerisch und offenbar wird hier noch sehr aktiv Fischerei betrieben.

Von Hout Bay aus konnten wir den Chapman’s Peak Drive ein zweites Mal genießen, dieses Mal im völlig anderen Licht des Vormittags.

Ein Blick zurück auf die Bucht mit den zackigen Bergen im Hintergrund.

Die 9 km lange schmale Straße zwischen Hout Bay und Nordhoek wird dieses Jahr genau 100 Jahre alt und wurde mit ihren 114 Kurven teilweise förmlich in die Felswände hinein geschnitten. Sie zählt zu den spektakulärsten Küstenstraßen weltweit.


Am Ende der Strecke liegt der schneeweiße, lang gezogene Strand von Nordhoek – hier gibt es leider keine Haltemöglichkeit, um den Ausblick richtig zu genießen.

Weiter geht’s nach Kommetjie, wo wir eigentlich Ausschau nach einem Schiffswrack halten wollten. Aber entweder ist es nicht da, wo es sein sollte, oder wir sind an der falschen Stelle – jedenfalls gibt es statt rostigem Stahl Wasservögel zum Anschauen.

Eine ganze Herde von Schwarzhalsreihern sucht zwischen dem Kelp nach Nahrung und lässt sich von uns nicht stören.

Der Slangkop Leuchtturm steht noch auf dem Programm – leider ist er (wie mancher andere) momentan coronabedingt nicht zugänglich. Bleibt also nur der Blick durch den Zaun …

Die Misty Cliffs bzw. der lange weiße Sandstrand liegen heute unverschleiert in der Sonne, da der Wind heute Mittag deutlich schwächer ist als gestern am späten Nachmittag.




Wir erreichen Simon’s Town, unser heutiges Ziel.

Allerdings ist es weniger die schöne Kolonialarchitektur, die uns hierher gelockt hat, sondern was ganz anderes:


Pinguine! Der kleine Afrikanische Pinguin hat sich die felsenreiche Bucht am Boulders Beach als Brutquartier ausgesucht, dort brüten alljährlich etliche Tausend Paare. Eine weitere große Kolonie gibt es noch bei Bettys Beach.

Die putzigen kleinen Kerle sind stark gefährdet, man tut hier einiges, um sie zu schützen – auch vor allzu neugierigen Menschen. Das scheint sie aber nicht sonderlich zu interessieren, sie lassen sich einfach dort nieder, wo es ihnen gefällt und Platz ist und teilen sich durchaus auch mal eine Badebucht mit Menschen.



Wer hier ins Wasser geht, muss damit rechnen, plötzlich einen kleinen Schwimmpartner neben sich zu haben.




Dabei ist das hier ja gar nicht der eigentliche „Pinguin Strand“, sondern ein ganz normaler öffentlicher Badestrand, wo man ohne Eintritt zu zahlen einfach hingehen kann.

Und wo es auch ein hübsches Lokal auf den Klippen gibt, das einen köstlichen Cheesecake zum Cappuccino serviert!

Den „richtigen“ Strand wollen wir aber auch noch sehen. Das Auto bleibt auf dem Parkplatz, zu Fuß geht’s ca. 300 m eine kleine Straße entlang, dann stehen wir vor dem Kassenhäuschen.

Hier müssen wir Eintritt bezahlen, dann geht’s auf Holzstegen durch die Dünen. Ringsum sieht man Löcher im Boden sowie viele künstliche Nisthöhlen. Und natürlich wandern die Pinguine in Massen hier herum!

Am kleinen Strand wimmelt es nur so, auch im Wasser ist einiges los.

Zwischen den erwachsenen Vögeln sind auch noch etliche Jungtiere, die die Mauser noch nicht vollständig hinter sich haben und etwas kläglich aussehen! Ins Wasser können sie nicht, so lange sie noch nicht die wasserabweisende Federschicht haben, deshalb stehen sie einfach ziemlich reglos in der Gegend herum.

Und sogar noch ein ganz kleines Jungtier, mit noch viel Babyflaum, wandert etwas hilflos herum. Falls es nicht noch von den Eltern gefüttert wird, dürfte es kaum eine Überlebenschance haben, denn mit dem Babyflaum kann er nicht ins Wasser und müsste verhungern. Aber der kleine Kerl sieht ganz gut genährt aus …

Zum Glück hält sich der Besucherandrang sehr in Grenzen – was normalerweise hier los wäre, ohne Corona, mit Busladungen voller Touristen, mag ich mir gar nicht vorstellen! So können wir uns richtig Zeit lassen und den kleinen Pinguinen eine gefühlte Ewigkeit zusehen.

Es gibt da durchaus immer wieder witzige  Szenen – eben war eine ganze Truppe noch im Wasser. Wie auf ein Kommando schwimmen urplötzlich alle gleichzeitig zum Strand und  watscheln raus!


So langsam wird es dann aber doch Zeit, mal Richtung Hotel zu gehen. Ein letzter Blick zurück auf die malerische Felsenbucht …


Dann geht‘ s über die Holzstege zurück zum Ausgang.

Unsere heutige Bleibe, das Quayside Hotel,  liegt direkt im Hafen von Simon’s Town. Es ist ein kleines, hubsches Hotel, bei dessen Wahl für uns in erster Linie die Lage ausschlaggebend gewesen war. Aber auch vom Zimmer und dem sehr freundlichen Empfang sind wir angenehm überrascht. Und der Ausblick ist einfach nur toll!

Wir schauen uns noch eine Weile im Hafen und im Örtchen um, kaufen Wasser und sind dann gerade noch rechtzeitig vor dem abendlichen Loadshedding in dem rustikalen Lokal unterhalb des Hotels.


Hier gibt es gegrillten Fisch mit Blick auf den Hafen. Den Blick haben wir dann etwas später auch vom Balkon aus, wo wir der sinkenden Sonne bei einem Glas Wein zusehen und die Abendstimmung genießen.

4 Kommentare zu “01.02. – Frackträger en masse: Boulders Pinguin Kolonie!

  1. Wer mehr über das Leben der Pinguine von Simon’s Town erfahren möchte, kann sich auf Netflix bilden. Dort gibt’s „Stadt der Pinguine“, eine entzückende Miniserie mit 6 Folgen.

  2. So nahe an die niedlichen Frackträger rankommen zu können, ist wirklich außergewöhnlich. Ich beneide euch sehr um dieses tolle Erlebnis! 🙂

  3. Danke, dass wir mitreisen dürfen.
    Natürlich nehmen wir eure Anregungen, Informationen und Tipps gerne auf. In 3 Wochen sind wir auch schon da und sind sehr gespannt, wie es wird. Eure Bilder sprechen ja für sich. Lasst uns ein wenig Sonne da, dass wir auch ein paar schöne Bilder machen können. :😊
    Weiterhin gute Reise

  4. Was für ein perfekter Tag!
    Die Strße würde ich auch gerne entlangfahren und dass die Pinguine so nahe kommen, hätte ich nicht gedacht!

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