1. März – Endgültig und unwiderruflich

P1220688Unser allerletzter Tag in Neuseeland – und da klingelt der Wecker schon um 3:00 Uhr!

Die nette Dame an der Rezeption hatte uns nämlich auf das 3:30 Shuttle gebucht, obwohl ich eigentlich ziemlich sicher war, dass 4 Uhr dicke reichen würde.

Immerhin sollten wir erst um 6:00 Uhr losfliegen und 1 1/2 Stunden vor Abflug müssten reichen – zumal wir bereits online eingecheckt und uns von der Rezeption die Bordkarten hatten ausdrucken lassen.

Aber sie meinte, frühmorgens sei es besonders voll am Flughafen. Nun denn …

Ein Tässchen  Kaffee, ein paar Bissen von einem Muffin – zu mehr waren wir zu dieser Nachtzeit nicht in der Lage. Schlaftrunken wankten wir zum Parkplatz, 5 Minuten später waren wir im Flughafen.

Und da war – so gut wie nichts los. In 5 Minuten waren wir unser Gepäck los und hatten sowohl für den Flug Auckland-Sydney als auch für den Anschlussflug nach Bangkok neue Bordkarten. Warum sie einen immer erst mal online einchecken und Bordkarten drucken lassen, um einem dann im Flughafen trotzdem noch mal neue zu geben, werde ich wohl nie kapieren!

Zu den Abflug-Gates ging’s eine Treppe rauf und da war ein bisschen mehr los. Überall saßen verschlafene Gestalten herum. Und saßen auch noch eine Stunde später herum – denn die Passkontrolle und der Sicherheitscheck öffneten erst um 5 Uhr!!!!!!

Menno – da hätten wir doch locker noch ein halbes Stündchen Schlaf bunkern können Trauriges Smiley

Aber es half nichts – es ging ab in den Flieger, und da gab’s dann erst mal ein leckeres Frühstück …. !!!

Hoffte ich. Und hoffte vergeblich. Ganz ehrlich – Flugzeug-Essen ist eigentlich immer unterirdisch – aber zumindest beim Frühstück gibt es normalerweise einen Saft, ein Joghurt, etwas Obst oder so, und ein Brötchen oder häufig auch ein (warmes) Croissant. So kannten wir das von unzähligen Langstrecken-Flügen in den letzten 20 Jahren.

Nicht so bei Qantas. Irgendwas mit Huhn oder irgendwas mit Fisch war im Angebot. Hä??? Morgens um 7 Uhr??? Bei einer asiatischen Airline hätte ich das ja noch irgendwie verstanden – aber bei einer australischen?

Ich fragte nach einem Brötchen und etwas Butter – Fehlanzeige. Irgendwo gruben sie dann aber Muffins für uns aus und später gab es noch so ne Art Joghurt, eher ein Pudding – und Saft. Quantas traut sich offenbar nicht, seinen Passagieren alle Komponenten einer Mahlzeit auf einmal, auf einem Tablett, zu servieren – stattdessen bringen sie alles in Einzelteilen und die rutschen dann fröhlich auf dem Klapp-Tischchen hin und her …

Egal – Essen wird sowieso überbewertet, und außerdem hatte ich Unterhaltung. Neben mir saß nämlich eine unglaublich nette junge Frau aus Bayern, die gerade einige Monate in Neuseeland zugebracht hatte und sich jetzt mit Freundinnen in Bangkok für einen Südost-Asien-Trip treffen wollte.

Mit ein bisschen Schwätzen und ein bisschen Schlafen waren die gut 3 1/2 Stunden Flug schnell rum und wir waren in Sydney. Dort wurden aus den 2 Stunden Aufenthalt allerdings 2 1/2, unser Anschlussflug hatte Verspätung.
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Schließlich war es so weit – wir konnten zum Flug QF23 an Bord gehen. Dieses Mal gab es keine Sitznachbarn, wir hatten uns frühzeitig 2er-Sitze am Fenster gesichert!

Erneut war die Verpflegung bei Qantas indiskutabel – was uns normalerweise kalt lässt, aber heute hatte es seit 3 Uhr morgens nur einen Muffin gegeben. Immerhin gab es irgendwann mal ein Eis und sogar einen Apfel!

Qantas ist inzwischen auf der Liste der Airlines so ziemlich ganz nach unten gerutscht – dazu trugen jetzt auch noch die Flugbegleiter bei. Die sind ziemlich aufgekratzt und australisch-locker und plaudern gerne ein Weilchen mit den Gästen.

Ist ja eigentlich auch ok – wenn das aber dazu führt, dass sich der Stewart gemütlich auf meiner Rückenlehne abstützt, um ein längeres Schwätzchen mit dem Hintermann zu halten, während man selbst evtl. ein bisschen dösen möchte, muss ich schon mühsam um Contenance ringen …

Neun lange Stunden dauerte es, bis Bangkok erreicht war – trotzdem kamen wir – dank der Zweier-Sitze! -einigermaßen entspannt an. Und freuten uns schon auf ein baldiges scharfes Curry und ein kühles Bier …

Blitzschnell waren wir durch die Immigration, jetzt brauchten wir nur noch unser Gepäck. Aber – am Gepäckband tat sich absolut und überhaupt nichts! Auch einige andere Gepäckbänder rotierten zwar, es kam aber kein Koffer hoch.

Nach etwa einer halben Stunde eine Durchsage, dass das Gepäck von Flug QF23 (und einigen anderen) wegen technischer Schwierigkeiten leider verspätet ausgeliefert wird.

Die Stimmung um uns herum (und unsere eigene) sank schnell Richtung Gefrierpunkt – es dauerte letztlich fast 45 Minuten, bis wir mit unseren Koffern runter ins Zwischengeschoss und zu den Taxis gehen konnten. Leicht entnervt stiegen wir ins Taxi, weitere 40 Minuten später kamen wir im Ramada Riverside an.

Für nur eine Nacht wollten wir was Günstiges und das Ramada hatten wir von einem früheren Aufenthalt als gut und günstig in Erinnerung. Kaum angekommen, wurden wir vom Portier nach unserem Namen gefragt und nur Sekunden später in den Aufzug verfrachtet und in den 15. Sock, in die Executive Lounge geschleppt.

Man hatte uns ein Upgrade angedeihen lassen, und wir wurden von reichlich aufgeregtem Personal umschwirrt – sogar ins Zimmer wurden wir von gleich zwei Mitarbeitern eskortiert. Außerdem sollten wir um 18 Uhr zu Wein, Aperitiv und Canapees wieder in die die Lounge kommen.

Uns dämmerte, dass das mit unserem letzten Aufenthalt zu tun haben musste. Damals hatte sich herausgestellt, dass der Eigentümer des Hauses mal ein Jahr lang in Heidelberg studiert hatte und dass wir einige gemeinsame Bekannte hatten. Wir hatten damals eine nette Unterhaltung mit ihm – dass so was aber in den Tiefen der Hotel-Computer festgehalten wurde, ahnten wir nicht.

Was vielleicht unter anderen Umständen vielleicht ganz willkommen gewesen wäre, war heute in unserem inzwischen Zombie-ähnlichen Zustand aber eher eine Qual. Inzwischen waren wir fast 24 Stunden auf den Beinen, in Neuseeland war es jetzt kurz vor Mitternacht. Alles, was wir jetzt wollten, war ein schnelles scharfes Essen und ein Bier am Fluss und danach ins Bett.

Ok – noch ganz schnell ein Foto aus dem Fenster – die Sonne ging gerade unter und der Fluss war flüssiges Gold.
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So behutsam und höflich wie irgend möglich lehnten wir Aperitiv & Co. ab – hinterließen aber trotzdem ein reichlich verschnupftes Personal. Hier können wir uns vermutlich nicht mehr blicken lassen …Zwinkerndes Smiley

Statt höflichem Geplauder mit dem Hotel-Besitzer gab es für uns also den Garten des  “Be My Guest”, direkt neben dem Millennium Hilton, mit gewohnt gutem Essen und Blick auf den Chaophraya.

Und dann, endlich, etwas Schlaf -zur Abwechslung mal wieder in der Horizontalen statt im Sitzen.

Die heutige Route:

Zuerst von Auckland nach Sydney 

Dann von Sydney nach Bangkok

3 Kommentare zu “1. März – Endgültig und unwiderruflich

  1. Nach deiner obigen Schilderung der Essensqualität und der engen Bestuhlung habe ich Quantas jetzt von der Liste der für uns in Frage kommenden Gesellschaften gestrichen.

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  2. Wir haben bei unserer letzten Ankunft in Bangkok Ähnliches erlebt: sehr schnelle Passkontrolle und dann ewiges Warten aufs Gepäck: mit 45 Minuten war das bei Euch ja noch direkt schnell, bei uns dauerte es eine gane Stunde!

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    • Tja Paul – so sehr wir alle Thailand und auch Bangkok lieben – der Suvarnabhumi Airport wird wohl nie zu unseren Favoriten gehören! Irgendwie haben die es dort nicht wirklich im Griff …

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