Bangkoks Wasserwege

p1260198Bangkok setzt den Füßen ganz schön zu. Überall Pflaster, das getreten werden muss – und die Strecken sind ganz schön lang!

Aber – es gibt Alternativen. Man kann nicht nur auf dem Chao Phraya, dem großen Fluss, bequem von A nach B oder C kommen, sondern über kleine Seitenarme sogar in abgelegenere Gegenden.

Denn Bangkok hat einiges mit Venedig gemeinsam – es gibt unzählige Kanäle, die die Stadt durchziehen. Und etliche davon werden mit öffentlichen Booten befahren.

Wer schon mal in Bangkok war, kennt sicher die Kanäle (Klongs) auf der Thonburi Seite – hier preschen die Langschwanzboote mit ihren überdimensionierten LkW-Motoren durchs Wasser, fast ausschließlich mit Touristen an Bord. Wer zum ersten Mal hier ist, sollte eine Klongtour durch die Kanäle von Thonburi unbedingt auf die Liste setzen! Die Gegend ist wunderschön und man bekommt tolle Einblicke in das Leben der Fluss-Bewohner.

Es gibt auch öffentliche Boote (S. 4) – für Ausländer jedoch nicht ganz einfach, weil die Abfahrtsstellen häufig wechseln und man von den Einheimischen fast nie eine klare Antwort bekommt, wenn man danach fragt.

Wiederholungstäter konzentrieren sich dann eher auf die andere Seite des großen Flusses. Auch hier gibt es Kanäle, die von so genannten Wassertaxis befahren werden. Und einen davon wollten wir heute erkunden. Eine ganz neue Linie, erst vor wenigen Monaten eingeweiht, auf dem Klong Phadung Krung Kasem.

Der Weg zum Kanal führt zunächst über den Fluss. Für uns hieß das – zuerst ins Hotelboot steigen. p1260194
Das fährt zur „Hauptstation“, dem Sathorn Pier. Hier gab es unangenehme Überraschungen: Der Pier wurde komplett umgebaut, die Expressboote legen nicht mehr ganz rechts, sondern links ab, alle Hotelboote müssen sich jetzt den alten Expressboot-Anleger teilen – was zu permanenten Staus und wechselseitigen Behinderungen führt.

Dann hatte man einen offenbar extrem machthungrigen Menschen damit beauftragt, für Ordnung zu sorgen und die Massen zu kanalisieren – mit dem Ergebnis, dass er willkürlich festlegt, wie viele Menschen auf ein Expressboot passen und ggf. die letzten 3-4 in der Schlange einfach nicht mehr aufs Boot lässt. Zumindest dann, wenn sie Ausländer sind – Thais dürfen nämlich auch noch auf ein angeblich überfülltes Boot!

Da Aufregen zwecklos ist, wartet man eben auf das nächste Boot – aber nicht mehr wie früher entspannt auf einem Bänkchen, sondern in der Schlange – damit man nicht nochmal stehen bleiben muss!

Immerhin hatten wir nun die Prime Position und damit einen Sitzplatz im nächsten Boot – ganz nett, wenn man eine längere Strecke fährt. Vorbei am (immer noch eingerüsteten) Wat Arun, dem (zur Zeit für Touristen gesperrten) Königspalast, in dem momentan der verstorbene König aufgebahrt ist, und dem Backpackerviertel Banglampoo. Bis zur Tha Thewet, unserem Ziel, fährt man rund 30 Minuten.

Dort sahen wir uns nach einem Lokal um, von dem ich kürzlich gelesen hatte – das „Steve Café“.Das hübsche gelbe Häuschen am Wasser war nicht zu übersehen.
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Und der Weg dorthin zwar abenteuerlich, aber leicht zu finden: Zuerst über eine kleine Brücke, dann am Kanal entlang. Durch eine Tempel Anlage und dann immer gerade aus.

Das Lokal hat nicht nur eine grandiose Lage direkt am Fluss, sondern auch eine hervorragende Küche. Selbst am frühen Nachmittag war es gut besetzt, überwiegend mit Thais. Und die Speisekarte lässt kaum Wünsche offen.
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Betrieben wird das kleine Lokal von einem gehörlosen jungen Thai mit seiner Frau – sie geben offen zu

Und das stimmt – wobei man durchaus auch von der Aussicht abgelenkt wird.
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Auf dem Rückweg gab’s noch einen kurzen Abstecher in den Wat – schneeweiß und golden, mit einem imposanten goldenen Buddha im Inneren und bereits dem Bildnis des neuen Königs davor.

Schon auf dem Weg zum Restaurant hatten wir die Anlegestelle unter der Brücke gesehen – dort sollten die neuen Klongboote abfahren.
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Und nachdem wir eine gefühlte Ewigkeit gewartet hatten, kam tatsächlich ein Boot.
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Da der Bootsführer offenbar ein extrem vorsichtiger Mensch war (oder der Motor extrem flachbrüstig), schlich er förmlich durch den Kanal. Uns freute es – gab es doch so reichlich Gelegenheit, sich die Umgebung anzusehen und vor allem die unzähligen wunderschönen Brücken, unter denen wir durch fuhren.

Endstation war am Hua Lamphong Bahnhof. Hier ging es über eine der hübschen Brücken, noch mal ein Blick zurück auf den Kanal.
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Dann bogen wir ab, nach Chinatown. Und statteten nach langer Zeit mal wieder dem Wat Traimit einen Besuch ab. Und – erlebten eine Überraschung – nicht mehr der kleine alte Tempel steht dort, sondern ein riesiges 3-stöckiges Gebäude, der Phra Maha Mondopnur, ersetzt den alten kleinen Tempel.
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Und nicht nur der erst 2008 errichtete Tempel ist riesig, auch der darin befindliche goldene Buddha ist einer der größten der Welt. 5,5 Tonnen wiegt er, drei Meter hoch ist er und der Kopf soll aus massivem Gold bestehen, der Körper immerhin noch zu 80%.

Unser weiterer Weg führte vorbei am Tor zu Chinatown, dem Odean Gate, das 1999 zum 72. Geburtstag von König Bhumipol errichtet wurde.

Vorbei an kleinen Handwerksbetrieben …

… an interessanten Hausfassaden und interessierten Katzen …

… ging’s durch die trubelige Sampeng Lane zurück Richtung Fluss.
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Und mit dem – dieses Mal bis zum Bersten überfüllten – Expressboot Richtung Hotel.
Dort gab’s erneut einen tollen Abendhimmel über dem Fluss, auf dem sich schon langsam die Dinner-Boote warm liefen.
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Der Tag endete mit weiteren Bootsfahrten – Hotelboot bis Sathorn Pier, umsteigen ins Hotelboot des Hilton, das wir wieder als Shuttle zum „Be my Guest“ missbrauchten 😉 Eigentlich hatten wir heute ganz andere, große Pläne für ein tolles Thai-Restaurant – aber noch dominiert der Jetlag und das Essen in dem kleinen Gartenlokal ist wirklich gut und günstig!

3 Kommentare zu “Bangkoks Wasserwege

  1. Wo nimmst du nur die Zeit her, immer alles gleich in den Blog zu schreiben ? Gehst du denn nie schlafen, Renate 🙂 Na im Ernst : wieder ein einzigartiger Beitrag und absolute Profi-Bilder, wunderschön… wir freuen uns schon auf die folgende Berichte. Liebe Grüße an Dieter und alles Liebe,
    Doris und Walter

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