1. Juli – Wo Boote über Brücken fahren …

Wow, was für ein Anblick am Morgen! Strahlendes Sonnenlicht tauchte die viktorianischen Hausfassaden ein helles Licht.

Auch das Meer (das heute Morgen mal etwas mehr Wasser an den Strand brachte) glitzerte verlockend in der Morgensonne.
Da fällt es einem dann doch ziemlich schwer, dieses zauberhafte Seebad zu verlassen.

Deshalb drehten wir nach dem Auschecken noch eine Runde um den Great Orme, der nicht nur über eine Straße, sondern auch mit einer Trambahn und sogar einer Gondelbahn erschlossen wird. Und im Winter – man höre und staune – gibt es sogar einen Skilift!

Über eine kleine (gebührenpflichtige) Einbahn-Straße ging es zunächst vorbei am Pier (den wir gestern bei trübem Wetter besucht hatten), wo schon eine Menge los war.


Dann führte die Straße um den gigantischen Felsen herum …



… den Berg hoch zu einem kleinen alten Friedhof mit Kapelle. Hier findet man eine ausgesprochen malerische letzte Ruhe! Nur schade, dass man dann nicht mehr viel von der Aussicht hat …


Eine kleine schwarze Katze beobachtete uns aufmerksam – sonst war nicht viel los hier oben.

Ein Stück weiter kamen wir zur Mittelstation der Trambahn. Hier müssen alle Fahrgäste aus- und in einen anderen Wagen umsteigen. Warum, konnte mir der Mitarbeiter, der einen der Wagen wienerte, auch nicht wirklich schlüssig erklären. Er meinte nur, die Schienen seien hier unterbrochen …

Eine ziemlich steile Straße führt zurück, hinunter in die Stadt – mit tollen Ausblicken über die Stadt und das Hinterland.


Unten warfen wir noch einen letzten Blick auf die Hotelzeile am Hang, wo wir zwei Tage lang gewohnt hatten.

Dann war endgültig Schluss mit Llandudno. Allerdings noch nicht mit der Küste, denn es ging nochmal zurück nach Conwy – die Burg wollten wir einfach auch mal bei gutem Wetter zumindest von außen sehen.

Für einen erneuten Besuch im Inneren fehlte uns heute die Zeit – aber ein Stück die Brücke entlang schlendern und das trutzige Gemäuer betrachten, war auf jeden Fall drin.


Heute sah es auch an der Flussmündung deutlich attraktiver aus – sogar das Wassertaxi verkehrte wieder. Allerdings hatte der Passagier ziemliche Schwierigkeiten beim Einsteigen!


Der Weg zur Brücke führte durch einen kleinen Park, wo  offenbar „Urban Gardening“ gepflegt wurde – adrette Beete mit Blumen und Gemüse, alles ordentlich beschriftet und mit der Aufforderung versehen, zu ernten. Nur sollte man beim Salat bitte immer nur die größten Blätter pflücken 😉

Danach kehrten wir dem Meer aber wirklich den Rücken – zwar verlief die Straße noch ein Stück an der Küste entlang, wandte sich dann aber ins Landesinnere. Es ging durch sanfte walisische Landschaften, mit saftig-grünen Wiesen.

Nach Llangollen (spricht man Thlangothlen aus!) war es im Grunde nicht sonderlich weit – wir hatten aber vorher noch ein anderes Ziel.
Zunächst musste allerdings der Horseshoe Pass überquert werden. 

Nicht wirklich hoch, aber ziemlich beliebt bei Bikern wegen seiner Kurven. Ganze Heerscharen machten in dem Restaurant auf der Passhöhe Pause – argwöhnisch beäugt von ein paar Schafen.

Und dann näherten wir uns endlich dem Ziel, das Dieter die ganze Zeit im Auge gehabt hat – dem Pontcysyllte AqueductEin Aquädukt ist eine ganz besondere Brücke, denn hier wird fließendes Wasser durch eine Rinne – hier ist sie aus Gusseisen – über ein Tal geführt. Mit einer Länge von 307 m und einer Höhe von 40 m ist der Pontcysyllte Aqueduct der höchste und längste Großbritanniens und vermutlich sogar weltweit. Jedenfalls ist er seit 2009 UNESCO Weltkulturerbe.

Egal wie einzigartig – genauso unschlüssig wie die junge Frau stand ich da, als ich sah, worauf ich mich da eingelassen hatte.

Mehr als 300 Meter weit einen sehr schmalen Fußweg 40 m über der Erde entlang gehen – links nur ein eher niedriges Geländer, rechts ein mit Wasser gefüllter Trog, auf dem nicht nur Enten paddelten, sondern meterlange Boote entlang fuhren! Das war eine echte Herausforderung für jemand mit reichlich Höhenangst!

Dieses Foto – nicht von mir, sondern von Arpingstone – macht deutlich, wie hoch oben hier die Boote über der Erde fahren. Es herrschte reger Verkehr auf der Brücke – sowohl zu Fuß als auch auf dem Wasser war einiges los!

Die Fahrrinne ist nur ein paar Zentimeter breiter als eines der typischen Narrowboats, die in England und Wales die Kanäle befahren. Während die Fußgänger aber immerhin noch ein Geländer haben, ist zwischen den Booten und dem 40 m tiefen Abgrund absolut nichts.


Innerlich heulend und zähneklappernd schaffte ich es aber tatsächlich auf die andere Seite – nur, um dann den ganzen Weg wieder zurück zu müssen!

Also – irgendwie war das alles zu hoch und zu eng für mich … 

Von unten besehen wurde mir noch im nachhinein etwas flau – das sah wirklich SEHR hoch aus!


Da kam das quirlige bodenständige Städtchen Llangollen doch gerade recht. Hier gab es eine solide Steinbrücke über den River Dee – zwar mit ziemlich dramatischen Stromschnellen, die aber jede Menge Spaß versprachen.


Ein paar Meter weiter, im Bahnhof, ging es deutlich geruhsamer zu. Die alten Dampfloks pafften vor sich hin, niemand hatte es sonderlich eilig, die Signale wurden mit roten und grünen Fahnen von Hand gegeben.




So langsam wurde es Zeit, unsere Unterkunft aufzusuchen – und das war dann das letzte Highlight des Tages: Im Plas Hafod B&B erwartet uns der Mulberry Room – ein Traum in maulbeer-violett und weiß, geräumig, mit toller Aussicht und herrlich gemütlich! und endlich mal wieder ein bad mit Fenster und viel Platz!

Von hier aus kam man in wenigen Minuten zu Fuß zum nächsten Pub – ein kühles Bier und ein deftiges Essen im Bridge Inn waren ein guter Abschluss eines wunderschönen Tages.

Mit dem Auto waren wir heute so unterwegs:

2 Kommentare zu “1. Juli – Wo Boote über Brücken fahren …

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