Zurück in die Zukunft – von Dawei nach Yangon

P1270326Man muss ja nicht unbedingt asketisch leben, wenn es Alternativen gibt.

Und da das Hotel-Frühstück, wie gestern beschrieben, nicht wirklich ein kulinarisches Highlight war, beschlossen wir, das Angebot einfach zu ignorieren und um die Ecke ins Dream Journey Café zu gehen.

Laut Loose-Reiseführer wird dort sogar Frühstück angeboten. Das stimmt zwar nicht (mehr) – und ein großer Teil der Kuchen wird leider offenbar auch erst am Nachmittag angeliefert.

Aber mit richtig gutem Kaffee, frisch zubereitetem Ananas-Saft und fluffigen Donuts – und das alles nicht in einem tiefgekühlten sterilen Raum, sondern unter Bäumen im Freien – begannen wir den Tag locker und entspannt.

Unser Flug nach Yangon war seitens der Airline mehrfach verschoben worden – erst vor ein paar Tagen kam eine erneute Email mit einer weiteren Flugplan-Änderung. Wir dachten zurück an frühere Zeiten, wo Änderungen oder sogar Stornierungen alltäglich waren, man sie aber erst am Vortag erfuhr, wenn man im Hotel den Flug rück-bestätigte. Manchmal hörte man auch erst am Flughafen, dass der Flug erst Stunden später ging – und man ganz umsonst früh aufgestanden war!

Die letzte Information von Myanmar Airlines war, dass wir um 14:55 fliegen würden – also mussten wir weder früh aufstehen, noch uns irgendwie abhetzen. Dass wir vor lauter Entspanntheit allerdings total vergaßen, die wirklich absolut sehenswerten Pagoden etwas außerhalb von Dawei zu besuchen, ist im Nachhinein fast unverzeihlich.

Die sahen wir nämlich im Vorbeifahren auf dem Weg zum Flughafen und waren allein von dem Anblick durchs Autofenster mehr als beeindruckt! Riesige ausgedehnte Anlagen, mehrere hintereinander! Und wir hatten keine Zeit mehr für eine Besichtigung … Also bitte – falls ihr nach Dawei kommt: Vergesst die tollen Pagoden Richtung Flughafen nicht!

Wen wir auch sahen, war unsere Reisegefährtin Alison, die mit uns das Auto von Ye nach Dawei geteilt hatte. Sie wanderte – ebenfalls total entspannt – die Straße entlang und wir mussten wieder daran denken, wie sehr sie uns mit ihren ziemlich speziellen Deutschkenntnissen verblüfft hatte.

Alison konnte “Dankeschön” sagen – hatte aber auch noch den für uns total verblüffenden, für die Raucherin Alison aber ziemlich nützlichen Ausdruck “das Feuerzeug” auf Lager. Und das absolute Highlight war “Strumpfhose” – mit mindestens 3 stark gerollten r’s Zwinkerndes Smiley . Woher sie das hatte, wusste sie selbst nicht – wir kugelten jedenfalls fast im Auto rum vor Lachen …Zwinkerndes Smiley

Heute war uns aber eher traurig zumute, im Nachhinein hätten wir uns doch etwas mehr Zeit nehmen sollen für den wilden Süden von Myanmar.

Aber so war’s halt – und so stiegen wir eben aus dem Taxi aus und gingen Richtung Flughafen-Terminal.

Hier war alles noch so, wie vor einigen Jahren noch überall in Myanmar.
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Eine schlichte Halle, ohne irgendwelchen neuzeitlichen Schnickschnack. Links die “Schalter” der Behörden, in der Mitte eine transportable Kofferwaage.
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Rechts die Check-In Schalter der Airlines – und eine weitere analoge Waage, falls die moderne digitale mal mangels Strom nicht funktioniert. Das Wiegen des Gepäcks ist hier eine Angelegenheit, die man nicht einfach mal so nebenbei erledigt – da braucht es schon mehrere Angestellte.
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Während bei APEX übrigens die Gepäckanhänger noch von Hand geschrieben und mit einem Gummiband am Koffer oder Rucksack befestigt wurden, bekamen wir bei Myanmar Air ganz fortschrittlich diese Klebe-Banderolen, wie überall auf der Welt.

Nach dem Einchecken mussten wir mit Bordkarten und Pässen noch zum Immigration-Schalter und bekamen dort mehrere Stempel auf die Bordkarten – erst dann ging’s in den Warteraum. Meine noch fast volle Wasserflasche bekam ich großzügig wieder, hier sieht man das nicht so eng mit den Flüssigkeiten und sonstigen gefährlichen Gegenständen.

Unser Gepäck wurde hinter uns her gerollt und auf einem Gepäckwagen deponiert – gar nicht so schlecht, so weiß man wenigstens immer, wo sein Koffer ist.
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Im Warteraum war nicht viel los …
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Es war schon 14:30 vorbei und noch immer war von unserem Flieger nichts zu sehen oder zu hören, und wir machten uns auf eine ordentliche Verspätung gefasst. Ca. 20 Minuten vor 15 Uhr landete dann aber tatsächlich eine Maschine von Myanmar Airways. Einige Leute stiegen aus und nur wenige Minuten später bekamen wir das Signal zum Einsteigen und gingen Richtung “Open-Air Gate”.
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Und auf die Minute pünktlich um 14:55 rollte die Maschine los und war wenig später in der Luft! Wir waren schwer beeindruckt – nicht nur saßen wir in einem modernen Embraer 190 Jet (statt wie früher meist in Myanmar in Propeller-Maschinen), die Sitze waren auch sehr bequem – und wir hatten erstmalig bei einem Inlandsflug in Myanmar fest zugeteilte Sitzplätze! Früher war Fliegen hier wie Bus fahren – man stieg ein und suchte sich selbst einen Platz aus. Da der Flug total ausgebucht war, hätte es heute mit dieser Methode garantiert das totale Chaos gegeben!

Früher mied man den Staatscarrier Myanmar National Airline wie die Pest – es hieß, die Airline sei unzuverlässig und die Maschinen alt und schlecht gewartet. Auch hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel verändert.

Obwohl der Flug nur 40 Minuten dauerte, wurde Kuchen sowie heiße und kalte Getränke serviert.

In Yangon angekommen, gerieten wir fast in eine Art Schockstarre: Die frühere düstere und immer extrem heiße Wellblechbaracke des Domestic Terminals ist einem schicken klimatisierten Neubau gewichen, piccobello sauber, mit richtigen Gepäckbändern und digitalen Anzeigen.

Die Taxis sind heute moderne Autos mit Klimaanlagen, wo man nicht befürchten muss, dass sie gleich auseinander fallen, wie früher. Der Preis für die Fahrt bis zum Kandawgyi See, wo unser Hotel liegt, zwar mit 10.000 Kyat (= knapp 7 €) etwas teurer als früher, aber es dauert auch erheblich länger als früher, in die Stadt zu kommen! Obwohl in den letzten 5 Jahren die Straßen 4-6-spurig wurden, können sie den modernen Verkehr kaum bewältigen – wir standen ziemlich lange in diversen Staus und brauchten für die Strecke fast doppelt so lange wie früher.

Und dann – ein Wiedersehen mit dem Kandawgyi Palace Hotel, wo wir in den Anfangsjahren unserer Myanmar-Reisen regelmäßig übernachteten (damals allerdings zu einem Drittel des Preises, den es heute kostet!). Ursprünglich hatten wir ein ganz anderes Hotel gebucht, haben dann aber einiges im Reiseplan umgeändert und dort war dann plötzlich kein Zimmer mehr frei. Also sind wir nach etlichen Jahren mal wieder hier gelandet – und es ist wie Heim-Kommen!
Die plüschige Lobby …
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… der dschungelähnliche Garten mit dem riesigen Dinosaurier (das Areal war in den 1940er Jahren Teil des botanischen Museums) …
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… und nicht zuletzt der wunderbare große Pool, direkt am Kandawgyi See.
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Eine echte Oase mitten in der Stadt! Und als uns die Damen beim Check-in auch noch ein Upgrade auf ein Seeblick-Zimmer gaben, waren wir restlos glücklich! Der Blick ist durch die vielen Bäume (auf denen Eichhörnchen herumflitzen) zwar ziemlich eingeschränkt, aber man hat zumindest nicht den Verkehrslärm der vorderen Zimmer.

Modern sind die Zimmer nicht – aber mit ihrem schweren Massivholz-Mobiliar und den schönen polierten Holzböden urgemütlich!
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Eigentlich wollten wir zum Essen in die Stadt – aber als wir sahen, dass die ganze Straße entlang ein massiver Stau war, entschlossen wir uns, lieber am See zu bleiben.

Im Garden Bistro fanden wir ein zwar nicht wirklich billiges, aber hervorragendes Restaurant. Mit Blick auf den See und einem absolut tollen Essen beschlossen wir den ersten Tag in Yangon.

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